Gamestrend-Netzwerk:
 
Suchen
  #1 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 11:00
Benutzerbild von Peter Schneidermann
Redakteur
PSN-ID: Nudelapache
 
Registriert seit: 22.01.2009
Ort: Betzdorf
Beiträge: 7.342
PS3 Version: PS3 80GB
Fernseher/Beamer: KDL 55HX825
Abgegebene Danke: 2.901
Erhielt 4.320 Danke für 2.119 Beiträge
Blog-Einträge: 18
Standard [Essay] – Festgefahrene Videospielindustrie oder Erwartungshaltung, wo bist du?!

PS3-Talk News
Publisher:
Entwickler:
Genre: PS3-Talk Podcast


amazon
ebay
trophies info
Erwartungshaltung. Ein einfaches Wort von großer Bedeutung, schließlich ist die Erwartungshaltung, bzw. die daraus resultierende Rezeption des Konsumenten essentiell und elementar für die eigentliche Herstellung eines bestimmten Wirtschaftsgutes, sei es einen Auto, einen Film, einen Smartphone oder eben in unserem Fall einen Videospiel.

Die Erwartungshaltung gibt sich natürlich zusammen mit dem eigenen Anspruch und der Kaufkraft einer Person die Klinke in die Hand und dem Videospiel eine entsprechende Daseinsberechtigung in Form von verkauften Einheiten und positiver Mundpropaganda und den entsprechenden Bewertungen.

Besonders bei der Rekapitulation des vergangenen Jahres in der Videospielindustrie fällt vor allem eins auf: Es gab abgesehen von Dishonored keine neuen AAA-Titel, sondern hauptsächlich Sequels zu bereits etablierten Marken und Spieleserien.

Da stellt man sich natürlich eine Frage: Warum ist das so?!

Warum haben Titel wie Call of Duty, die schon seit dem Release von Modern Warfare 1 mit chronischer Innovationsarmut, Ideenlosigkeit und der gleichen veralteten Grafik-Engine kämpfen, Jahr für Jahr so immens hohe Umsatz- und Absatzzahlen? Lässt man den Blick über den Gaming-Horizont schweifen kommen dem aufmerksamen Beobachter immer die gleichen Flagschiffe ins Blickfeld. Große und imposante Giganten, die das Gaming-Meer nach wie vor dominieren. Geht man mit dem Fernrohr näher heran sieht man deutlich die abgesplitterte Farbe, die verrosteten Nieten und riecht den Duft der hoffnungslos veralteten Maschinen, die nach wie vor im Maschinenraum vor sich hin siechen und versuchen, den Kahn auf Kurs und vor allem auf Geschwindigkeit zuhalten.

Dennoch schaffen es gerade diese altgediegenen Schlachtschiffe augenscheinlich grundsätzlich immer als schnellste ins Ziel. Als schnellste in unsere Konsole. Und als erste an unser Portemonnaie. Kommen wir nun wieder auf die Anfangsfrage zurück; Warum ist das so?!

Viel hat hier ganz einfach mit einer verlorengegangenen Erwartungshaltung und verlorengegangenem Anspruch zu tun. Beide Dinge sind unmittelbar miteinander verknüpft und spielen sich gegenseitig mehr oder weniger regelmäßig in die Karten. Kaum vernimmt man, dass Apple ein in einem Jahr ein neues Smartphone veröffentlicht, wird es von Millionen blind vorbestellt. Ohne das Fakten und Spezifikationen bekannt sind. Kaum vernimmt man, dass kommendes Jahr COD: MW4 (sollte dem denn so sein) veröffentlicht wird, vermeldet Activision einen abermaligen Vorbesteller-Rekord, der den Vorbesteller-Rekord aus dem Vorjahr schon wieder zu brechen vermag, obwohl sich vermutlich abermals nur eine neue Storyline mal wieder mit einer veralteten Engine und keinen neuen Ideen und Konzepten herumschlagen wird.

Neue Marken, herrlich frische Ideen und innovatives Gedankengut gehen in dieser Dominanz in aller Regelmäßigkeit unter. Der Endkonsument wird geblendet. Von der Informationsflut - die sich selbst an Superlativen überschlägt - gnadenlos überrollt. Indirekte Hirnwäsche durch geschicktes Marketing! Qualitativ stagnierende Produkte werden durch gigantische und opulente, virale Marketingkampagnen als besser verkauft als diese eigentlich sind.

Geniale Titel, die etwas unter dem Radar schweben und oftmals aus der Indie-Szene kommen ernten in schöner Regelmäßigkeit hervorragende Rezensionen, verstauben aber in den Regalen der Geschäfte – vermutliche 0815-Aufgüsse heimsen hier allerdings Milliarden-Gewinne ein und die Geldspeicher füllen sich. Die Verantwortlichen reiben sich die Hände, schließlich brauchen sie quasi nur eine neue Storyline schreiben und schon fängt der Verdauungsprozess des bereits 5 Jahre alten Goldesels erneut an. Ein teurer neuer Esel ist nicht notwendig solange der Alte genug Ertrag bringt.

Diese Dominanz wird nicht nur mit dem Branding bereits existierender Marken vorangetrieben, sondern vor allem durch DEN Marionettenspieler im Gaming-Theater, der immer mehr seine Fäden stärkt, strafft und die Puppen tanzen lässt wie er es will. Der Publisher.

Als Geldgeber und offizieller Verlag/Verleger eines Videospiels ist der Publisher wohl das wichtigste Organ für die Entstehung eines Videospiels. Schließlich ist der Publisher u.a. zuständig für die Produktion der Datenträger, für eine virale und gelungene Marketingkampagne, für die Bezahlung der Studios und Mitarbeiter und den letztendlichen Vertrieb eines Videospiels.

Publisher, Entwickler und Rezipient stehen natürlich in einem direkten und unmittelbaren Abhängigkeitsverhältnis zueinander, welches Fluch und Segen zugleich ist. Dem Publisher ist allerdings bewusst, dass er die Hände am längsten Hebel hat bzw. er mit dem ökonomischen Gedankengut an erster Stelle steht. Natürlich muss der Publisher den Studios die Pistole auf die Brust setzten, da diese mit Drang zur Perfektion und ständigen Verbesserung wohl unendlich lange an einem Projekt basteln würden, aber das Herausziehen der Pistole aus dem Waffengurt geschieht in aller Regel viel zu früh.

Leider steht der ökonomische Gedanke heute beinahe ausschließlich immer über allem Anderen. Die Kosten müssen schließlich wieder reinkommen. Verfrühter Goldstatus. Halbgares Produkt. Ein Schuss in das eigene Bein. Viel Blut in Form von Ideen, innovativen Spielkonzepten und Geistesblitzen treten auf der offenen Wunde aus, ein verfrühter Release-Termin kann als Pflaster nicht herhalten. Das Spiel verblutet. Wer ist Schuld?!

Sind das die Rezipienten, die zuhauf blind Smartphones ohne bekannte Spezifikationen vorbestellen, die jede Multimillionen-Michael-Bay-Orgie in den Himmel loben und den Film noch mit einem Kinobesuch belohnen, während andere Filme und auch Spiele krampfhaft um jeden Käufer kämpfen müssen obwohl sie qualitativ in einer ganz anderen, höherwertigen Liga spielen? Das alles nicht mit einem großen, starken und bekannten Namen oder einem mehrfachen Millionenbudget, sondern mit Qualität, einer starken, packenden Story und Innovationen.

Sollte es nicht eigentlich anders herum sein?

- Peter Schneidermann -


Ähnliche News:
Folgende 12 Benutzer sagen Danke zu Peter Schneidermann für den nützlichen Beitrag:
DESPERADOZ (07.02.2013), ExE (06.02.2013), Iron-Ox (06.02.2013), kalkburn666 (06.02.2013), Mr_Aufziehvogel (06.02.2013), NoChance4u1 (05.02.2013), Popperklopper84 (06.02.2013), RDS86 (05.02.2013), xXTripleXx (06.02.2013), ZeroToSix (06.02.2013)
Sponsored Links
  #2 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 11:31
Benutzerbild von Mr_Aufziehvogel
PS3-Wochenendzocker
 
Registriert seit: 03.10.2011
Ort: Leipzig
Beiträge: 377
PS3 Version: PS3 Slim 160GB
Fernseher/Beamer: LG 47lm 660s
Abgegebene Danke: 48
Erhielt 256 Danke für 112 Beiträge
Standard

Schöner Artikel. Mir gefält eure Essay-Rubrik sehr, ist so eines dieser Kleinigkeiten, in denen ihr euch von anderen Gaming-Seiten abhebt. Weiter so


Ich denke, um die Frage zu Ergründen, warum aus gewissen Spielen ein wahrer Kult wird (berechtigt oder unberechtigt sei jetzt mal dahin gestellt), sollte man auch den Punkt des Gruppenzwangs mit einbeziehen.

Gerade die anhaltende Popularität vieler Online-Spiel, allen voran COD und Battlefield ist dem Gruppenzwang geschuldet. Wenn Max Mustermann erfährt, dass sich ein Großteil seiner Freunde und/oder seines Clans COD kaufen werden und dann die nächsten Monate damit beschäftigt sein werden, dies zu Zocken, dann ist die Wahrscheinlichkeit ja groß, dass der liebe Max sein Geld in das nächste COD stecken wird, anstatt in ein anderes Spiel, dass er unter anderen Umständen vielleicht auch gern gespielt hätte.

Ansonsten ist Max von den Zockerpartien seiner Freunde / Clans ausgeschlossen und kann am Stammtisch nicht mitreden.


Ich erlebe das auch immer am eigenen Leib. Ich habe so einige Leute in der PSN-Freundesliste mit denen ich mich total gut verstehe, aber der Großteil spielt halt entweder BF oder COD.
Ich hingegen bin eher so ein Allround-Zocker - hänge immer an neuen Spielen aus allen Genres, beschäftige mich selten ausgiebig mit onlineparts bei Spielen. Wenn ich über 100h auf dem Zähler habe, ist das schon viel für meine Verhältnisse.

Der Punkt ist, wenn ich mir nicht ab und zu nen paar Runden BF oder COD geben würde, dann hätte ich in der Welt der Spiele, kaum bis garnicht Kontakt zu meinen Zockerfreunden.

Ne Zeitlang machen die Games sogar richtig Spaß, aber nach 2h hab ich dann auch die Schnauze voll vom extrem unausbalancierten Gameplay eines COD. Und den SP gebe ich mir schon gar nicht.
__________________
Folgende 5 Benutzer sagen Danke zu Mr_Aufziehvogel für den nützlichen Beitrag:
DESPERADOZ (07.02.2013), opium_nrw (07.02.2013), Peter Schneidermann (06.02.2013), Stefan Simond (06.02.2013), ZeroToSix (06.02.2013)
  #3 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 11:50
Benutzerbild von Peter Schneidermann
Redakteur
PSN-ID: Nudelapache
Themenstarter
 
Registriert seit: 22.01.2009
Ort: Betzdorf
Beiträge: 7.342
PS3 Version: PS3 80GB
Fernseher/Beamer: KDL 55HX825
Abgegebene Danke: 2.901
Erhielt 4.320 Danke für 2.119 Beiträge
Blog-Einträge: 18
Standard

Zitat:
Zitat von Mr_Aufziehvogel Beitrag anzeigen
Schöner Artikel. Mir gefält eure Essay-Rubrik sehr, ist so eines dieser Kleinigkeiten, in denen ihr euch von anderen Gaming-Seiten abhebt. Weiter so
Danke für das positive Feedback - ich / wir Essayisten freuen uns, dass diese etwas sperrigere Kategorie ankommt und auch wir finden, dass diese Rubrik unsere Seite durchaus von der breiten Masse abzuheben vermag. Daher wird es auch künftig Essay's zu diversen Themen rund um Videospiele geben, Brief und Siegel drauf.
Zitat:
Zitat von Mr_Aufziehvogel Beitrag anzeigen
Ich denke, um die Frage zu Ergründen, warum aus gewissen Spielen ein wahrer Kult wird (berechtigt oder unberechtigt sei jetzt mal dahin gestellt), sollte man auch den Punkt des Gruppenzwangs mit einbeziehen.

Gerade die anhaltende Popularität vieler Online-Spiel, allen voran COD und Battlefield ist dem Gruppenzwang geschuldet. Wenn Max Mustermann erfährt, dass sich ein Großteil seiner Freunde und/oder seines Clans COD kaufen werden und dann die nächsten Monate damit beschäftigt sein werden, dies zu Zocken, dann ist die Wahrscheinlichkeit ja groß, dass der liebe Max sein Geld in das nächste COD stecken wird, anstatt in ein anderes Spiel, dass er unter anderen Umständen vielleicht auch gern gespielt hätte.

Ansonsten ist Max von den Zockerpartien seiner Freunde / Clans ausgeschlossen und kann am Stammtisch nicht mitreden.
Eine absolut richtige und wichtige Feststellung. Leider kann ich in der Essay nicht alle Punkte aufgreifen, da dies sonst den bewusst kleinen Rahmen dezent sprengen würde, dennoch ist der Gruppenzwang auch ein wichtiger Faktor - gerade in der heutigen Zeit wo Markenbewusstsein, popkulturelle Einflüsse und eben "das-was-die-Freunde-haben-muss-ich-auch-haben-um-mitzureden" immer wichtiger werden. Ich persönlich halte es so : Wenn ich ein Spiel schlecht finde dann kaufe ich es mitnichten, nur weil 9 Kumpels das Ding auch haben und mich andauernd mit Fragen nerven, warum ich es noch nicht habe und wann wir endlich mal zusammen zocken.

"Kult" trifft es eigentlich ziemlich gut -> siehe schönen Wortschöpfungen wie Apple-Jünger, Sony-Jünger, etc. die blind ihrer Marke folgen und auf Teufel komm raus diese blind unterstützen, verteidigen, whatever.
Zitat:
Zitat von Mr_Aufziehvogel Beitrag anzeigen
Der Punkt ist, wenn ich mir nicht ab und zu nen paar Runden BF oder COD geben würde, dann hätte ich in der Welt der Spiele, kaum bis garnicht Kontakt zu meinen Zockerfreunden.
Ist mir persönlich nicht mehr so wichtig. Wichtiger ist es, dass ich den geringen Zeitrahmen, der mir pro Woche für Gaming bleibt absolut Spaß macht und ich mir meine Highlights selbst aussuche. Da lasse ich mir weder von Marketingkampagnen noch von Kumpels was vormachen / indirekt gar "zwingen".
__________________

"Man, I love duct tape. I love how it tapes. I love the sound it makes. I love saying it. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape....."


- Deadpool


1. Film- und Gamingblog
2. Heimkino


Geändert von Peter Schneidermann (06.02.2013 um 11:52 Uhr)
  #4 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 12:04
Benutzerbild von X-R4Y_ger
Redakteur
PSN-ID: X-R4Y_ger
 
Registriert seit: 02.12.2009
Ort: Köln
Beiträge: 1.702
PS3 Version: PS3 80GB
Fernseher/Beamer: Samsung 47"
Abgegebene Danke: 315
Erhielt 607 Danke für 346 Beiträge
Standard

Letzendlich liegt es ja an jedem selber ob er sich ein Spiel kauft oder nicht und wenn jemand Spaß hat, jedes Jahr im Prinzip das selbe Spiel zu kaufen, der soll das auch machen. Ich selber habe bei CoD zuletzt MW2 gekauft oder bei Need for Speed war es Most Wanted glaube ich. Also ich gehöre nicht zu den Leuen ^^

Aber ich finde es gibt trotzdem noch genug alternativen um auch neben dem Mainstream viel Spaß zu haben. Ich persönlich kaufe sehr gerne Spiele im PSN, meist sind das Spiele für 5 - 10€ mit denen ich mehr Spielspaß + Spielzeit habe, als mit manchen Vollpreistiteln.

Man müsste im Prinzip mal schauen wie es damals bei der SNES, PSOne etc war, wie oft dort welche Ableger rauskamen. Wer weiß, vielleicht war das schon immer so, nur es fällt uns heute mehr auf, weil man einfach durch die neuen Medien etc auch einfach mehr mitbekommt ...

Ausserdem kommt hinzu, das der Entwicklungsaufwand und damit die Kosten einfach immer größer werden. Deshalb kann ich es nachvollziehen das jeder 1 - 2 Spiele hat mit denen Sie Ihren Gewinn garantieren und ab und zu ein paar Experimente auf den Markt werfen ...
__________________

  #5 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 13:03
Benutzerbild von CeSp-oNe
PS3-Wochenendzocker
 
Registriert seit: 10.03.2012
Beiträge: 492
PS3 Version: PS3 Slim 250GB
Abgegebene Danke: 156
Erhielt 107 Danke für 73 Beiträge
Standard

für mich ein ganz einfacher Grund. Die Masse will keine Originellen Videospiele die Sie geistig fordern.
Viele der Menschen die aktuell Videospiele spielen oder ins Kino gehen.. wollen einfach nur stumpfe Unterhaltung. Neue dinge in Ihrem gwohnten Umfeld passen da einfach nicht. Fals eine neue Marke dann signifikant viele Leute anspricht wird sie Stur weiterverfolgt und versucht es noch zugänglicher für alle zu machen.

Kinder werden heutzutage aber auch schon von anfang an Digital vergewaltigt. auch Konsolen sowie ein zugänglicher PC gehört heute schon zu der grundausstattung. Smartphone, Facebook... das alles trägt dazu bei das viele in diesem bereich so abgestumpft sind.. das Sie das alles nur noch als alltägliche Unterhaltung und Lebensinhalt sehen...

Ein CoD ist nach ätlichen Stunden auch schon ein bestandteil, der auch nach dem 10 Teil noch die altbewährte Unterhaltung bietet..
ob das was revolutionäres ist oder nicht.. ist dann vollkommen wurscht. Oft fehlt dann auch noch die Lust oder bereitschaft sich in diesem bereich auch noch über den Tellerrand zu sehen. Das was die Zeitschriften Hypen.. das was einem von 10000 Videos vorm Release reingedrückt wird.. das alles neu ist alles besser geworden ist.. Und jeder hat jederzeit zugriff darauf.

Eine Hype und Informationsflut die über Menschen hereinbricht die in Ihren Leben doch eigentlich viel mehr mit anderen dingen beschäftigt sind und dann eben das aufnehmen um nicht auch noch in diesem bereich suchen zu müssen.

Auch müssen Videospiele mehr Blockbuster sein als Videospiel, was jetzt natürlich auch nichts schlimmes ist.. Aber Spiele wie Uncharted.. so gut sie auch gemacht sind.. sind vom Gameplay auch nichts revolutionäres.. ja das klettern sieht spektakulär aus.. ist aber rein Optischer natur.

Mitlerweile sind die meisten konzepte ziemlich ausgelutscht und wenn wir nur neues wollten gäge es keine neuen Videospiele mehr.. da mitlerweile wie im Kino alles schonmal da war.. Nur die verpackung drumrum muss neu aussehen. Das wenn man dieses Konzept nun ausnutzt bis zum geht nicht mehr... fällt da halt dann noch stärker auf.. da auch irgendwann der Charme der Verpackung sich abnutzt und manchmal einfach viel zu Kitschig ist..

Als Beispiel... Sherlock Holmes. 1881 Wurde angefangen die Geschichten zu schreiben.. seitdem gibt es zig Verfilmungen darunter auch wirklich Großartige die das Schriftgut überzeugend dargestellt haben (Die ab 1984 gedrehte Serie mit Jeremy Brett) aber nun 2012 Reicht diese Verpackung nicht mehr aus.. zu altmodisch zu... unpassend in diese Zeit. (wobei ja auch gerade das zum Charme der verschiedenen Figuren beiträgt) Wird in einer Serie und einem Film nach dem anderen Verwurstet und sehr viele findens "Geil" und es ist ja ein neuer Film .. und die Geschichte ist schon über 100 jahre alt.. Und das kann man nun natürlich mit 1000000 anderen dingen nun so aufführen..


zu guter letzt hab ich vollkommen den Faden verlohren.. mein Essen kocht und ich muss in die Küche und ich hab keine Ahnung ob mein text noch was mit dem eigentlichen Thema zu tun hat...
  #6 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 13:46
DeLorean
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Wichtige Punkte wurden leider nicht angesprochen und zwar die Entwicklung der Studios. Waren die Entwickler/Publisher vor einigen Jahren noch kleine Buden mit einer handvoll Leute und dem direkten Draht zur Kundschaft, sind es heute weltweit agierende milliardenschwere Konzerne die knallhart kalkulieren. Je größer sie werden, desto weiter entfernen sie sich vom Endkunden und der Kreativität, da gibt es nur noch Marktanalysen und Extrapolationen.
Dann gibt es noch Persönlichkeiten in den Firmen, welche seit vielen Jahren die Richtung vorgeben, hier dürfen personelle Wechsel frischen Wind in die Sache bringen. Irgendwann ist selbst der kreativste Kopf am Ende (Kojima ausgenommen )
Dann entwickelt sich die Technik weiter, die den Studios die Qualtitäsminderungen und die Kundengängelungen erst ermöglicht haben. Was passiert dann erst bei der nächsten Generation? Klar ist es am Ende der Kunde der entscheidet, nur was ist wenn es kaum bis keine Alternativen gibt? Genau an dem Punkt sind wir mittlerweile fast angekommen. Egal welches Genre, irgendwas von COD scheint mit übernommen worden zu sein. Die rückgängigen Software-Verkaufszahlen trotz steigender Hardware sollten den Verantwortlichen klar machen, dass es an den Spielen liegt. Stattdessen wird einfach nur neue Hardware gefordert um dann gleich ohne Unterbrechung dieselben Spiele mit denselben Mechaniken auf den Markt zu werfen. Kein Wunder das Kickstarter-Modelle wie Ouya plötzlich entstehen.
Die Kunden sind unzufrieden, die Studios ignorieren das.

Mittlerweile glaube ich, dass Electronic Arts von erzkonservativen Politikern gegründet wurde, um die Videospielindustrie von innen zu zerstören.

Geändert von DeLorean (06.02.2013 um 13:50 Uhr)
Folgender Benutzer sagt Danke zu für den nützlichen Beitrag:
CeSp-oNe (06.02.2013)
  #7 (permalink)  
Alt 06.02.2013, 15:19
Benutzerbild von Stefan Simond
Spieletester
 
Registriert seit: 11.11.2011
Beiträge: 4.256
Abgegebene Danke: 2.692
Erhielt 2.932 Danke für 1.419 Beiträge
Blog-Einträge: 9
Standard

Ein spannendes Thema, dem du dich sehr treffend und wortgewandt annäherst! Vor allem deine Metaphern sind mir im Text immer wieder positiv aufgefallen. Sei es die blutende Wunde aus der innovative Ideen tropfen oder die sprichwörtlichen „Engines“, die im Maschinenraum unter Ausschluss der Offensichtlichkeit mühsam schuften. Alleine für die gelungenen Bilder lohnt sich dein Essay!
Auch inhaltlich stimme ich dir in den meisten Punkten zu. Der Markt fördert eine drastische Normalisierung insbesondere der großen Produktionen, während die wirklich ambitionierten Titel ohne großes Budget auskommen müssen, deshalb folglich technisch unausgereifter enden und um jeden Funken Aufmerksamkeit ringen müssen. Das ist leider kein dezidiertes Videospielphänomen, sondern auch in vielen, vielen anderen Bereichen der Kulturindustrie der Fall.
Die „indirekte Hirnwäsche durch geschicktes Marketing“ möchte ich aber relativieren, denn einerseits gibt es die zwar und gerade die wachsende Ausprägung des viralen Marketings zeigt deutlich, dass die werbetreibende Industrie sich des Unterbewusstseins der potenzielle Konsumenten zu ermächtigen versucht. Dem entgegen steht allerdings der eigenverantwortliche Rezipient, der diese Marketingmechanismen mit wachsender Medienkompetenz zu durchschauen beginnt. Daraus ergibt sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit rasanten Wechselwirkungen.
Bei einem weiteren Aspekt greifst du für meinen Geschmack etwas zu kurz. Auch wenn du die Frage der Schuldigkeit am Ende nochmal stellst und offen lässt, rückst du die Publisher ja schon sehr stark ins Fadenkreuz. Das ist auch durchaus berechtigt, aber hier schließt sich die Frage an, warum die Publisher tun, was sie tun. Ich würde deine offene Frage der Schuldigkeit also klar und deutlich mit der Ökonomisierung der Kultur- und Kunstproduktion beantworten. Durch die Prämisse des kommerziellen Erfolgs sind die Publisher letztlich gezwungen, so zu handeln. Nur wenige Ausnahmen ermöglichen kleine Schutzräume, die es Entwicklern erlauben, ihren kreativen Freiraum etwas mehr zu nutzen, aber an der kapitalistischen Makrostruktur ändert sich dadurch nichts.
__________________
Folgender Benutzer sagt Danke zu Stefan Simond für den nützlichen Beitrag:
Peter Schneidermann (06.02.2013)
  #8 (permalink)  
Alt 07.02.2013, 04:17
PS3-Frischling
 
Registriert seit: 04.09.2011
Beiträge: 116
Abgegebene Danke: 31
Erhielt 29 Danke für 20 Beiträge
Standard

N Thema über das ich schon beim CoD zocken mit meinen Clan Leut philosophiert hab Und generell beschäftigt mich das auch schon länger.. Vor einiger Zeit gab es hier mal News über Dead Space, dass die ersten beiden Teilen vielen "Käufern" zu gruselig war. Was kriegen wir jetzt? N Action"feuerwerk" mit 11 Micro-kack-scheiß-geldmacher-dlc-transaktionen zum Realease.

Ich hätte kein Problem damit wenn Entwickler XYZ sagt "Hm hier haben wir ne neue Franchise, wir haben Angst das sie nicht der Masse gefällt also senken wir die Produktionskosten und benutzen "ältere" Technik. Wäre für mich okay solang es "Herz" hat Dreht sich halt nun mal alles ums Geld...
  #9 (permalink)  
Alt 07.02.2013, 09:05
Benutzerbild von Peter Schneidermann
Redakteur
PSN-ID: Nudelapache
Themenstarter
 
Registriert seit: 22.01.2009
Ort: Betzdorf
Beiträge: 7.342
PS3 Version: PS3 80GB
Fernseher/Beamer: KDL 55HX825
Abgegebene Danke: 2.901
Erhielt 4.320 Danke für 2.119 Beiträge
Blog-Einträge: 18
Standard

Zitat:
Zitat von X-R4Y_ger Beitrag anzeigen
Letzendlich liegt es ja an jedem selber ob er sich ein Spiel kauft oder nicht und wenn jemand Spaß hat, jedes Jahr im Prinzip das selbe Spiel zu kaufen, der soll das auch machen. Ich selber habe bei CoD zuletzt MW2 gekauft oder bei Need for Speed war es Most Wanted glaube ich. Also ich gehöre nicht zu den Leuen ^^
Ja, absolut. Allerdings sollte man doch hier und da einige Dinge hinterfragen und nicht immer nur blind zuschlagen. Genau das macht kleinere Studios mit geringen verkauften Einheiten kaputt, bzw. lässt diese auf der Stelle treten
Zitat:
Zitat von X-R4Y_ger Beitrag anzeigen
Aber ich finde es gibt trotzdem noch genug alternativen um auch neben dem Mainstream viel Spaß zu haben. Ich persönlich kaufe sehr gerne Spiele im PSN, meist sind das Spiele für 5 - 10€ mit denen ich mehr Spielspaß + Spielzeit habe, als mit manchen Vollpreistiteln.

Man müsste im Prinzip mal schauen wie es damals bei der SNES, PSOne etc war, wie oft dort welche Ableger rauskamen. Wer weiß, vielleicht war das schon immer so, nur es fällt uns heute mehr auf, weil man einfach durch die neuen Medien etc auch einfach mehr mitbekommt ...

Ausserdem kommt hinzu, das der Entwicklungsaufwand und damit die Kosten einfach immer größer werden. Deshalb kann ich es nachvollziehen das jeder 1 - 2 Spiele hat mit denen Sie Ihren Gewinn garantieren und ab und zu ein paar Experimente auf den Markt werfen ...
Limbo, Journey und Konsorten lassen grüßen. Viel Spielspaß, viele neue Konzepte und TOP-Wertungen für wenig Geld.

Aah, ich denke dass du bei deinem PSOne SNES Vergleich Äpfel mit Birnen vergleichst. Die PSOne war die erste Generation. Große Namen MUSSTEN her. Cash Cows mussten her um die Kosten zu decken. Damals gab es noch kein PSN, Indie-Studios waren auf der Konsole kaum Existent, da alle Titel gepresst werden mussten und für die chronisch-klammen Indie-Studios noch kein digitaler Weg, der kostengünstiger ist, zur Verfügung stand.

Natürlich bekommt man in Zeiten des Internets, der globalen Vernetzung und des ganzen Social-Media-Gedöns ein vielfaches an Informationen als damals, aber ich denke wie Stefan schon richtig festegestellt hat liegt das auch mMn eher an der gestiegenen, subjektiven Medienkompetenz als an der gestiegenen Vernetzung.
Zitat:
Zitat von CeSp-oNe Beitrag anzeigen
für mich ein ganz einfacher Grund. Die Masse will keine Originellen Videospiele die Sie geistig fordern.

Viele der Menschen die aktuell Videospiele spielen oder ins Kino gehen.. wollen einfach nur stumpfe Unterhaltung. Neue dinge in Ihrem gwohnten Umfeld passen da einfach nicht. Fals eine neue Marke dann signifikant viele Leute anspricht wird sie Stur weiterverfolgt und versucht es noch zugänglicher für alle zu machen.
Kann ich dir nur beipflichten - die Masse will heutzutage sehr seichte Unterhaltung, die von der Tiefe her auf einen Pizzateller und von der Breite her auf einen Bierdeckel passt. Die Masse will einfach konsumieren und nicht kritisch hinterfragen oder sich bei einem Film/Spiel groß Gedanken machen.

Die Masse will sich ins Kino setzen, 10 Minuten auf Toilette gehen können um dann wiederzukommen ohne etwas großartiges vom Film verpasst zu haben / nicht mehr hinterher zu kommen.
Zitat:
Zitat von CeSp-oNe Beitrag anzeigen
Kinder werden heutzutage aber auch schon von anfang an Digital vergewaltigt. auch Konsolen sowie ein zugänglicher PC gehört heute schon zu der grundausstattung. Smartphone, Facebook... das alles trägt dazu bei das viele in diesem bereich so abgestumpft sind.. das Sie das alles nur noch als alltägliche Unterhaltung und Lebensinhalt sehen...

Auch müssen Videospiele mehr Blockbuster sein als Videospiel, was jetzt natürlich auch nichts schlimmes ist.. Aber Spiele wie Uncharted.. so gut sie auch gemacht sind.. sind vom Gameplay auch nichts revolutionäres.. ja das klettern sieht spektakulär aus.. ist aber rein Optischer natur.

Mitlerweile sind die meisten konzepte ziemlich ausgelutscht und wenn wir nur neues wollten gäge es keine neuen Videospiele mehr.. da mitlerweile wie im Kino alles schonmal da war.. Nur die verpackung drumrum muss neu aussehen. Das wenn man dieses Konzept nun ausnutzt bis zum geht nicht mehr... fällt da halt dann noch stärker auf.. da auch irgendwann der Charme der Verpackung sich abnutzt und manchmal einfach viel zu Kitschig ist..
Digitale Vergewaltigung trifft es ziemlich auf den Punkt. Wobei glaube ich mit einem gewissen Alter auch ein differenziertes Denken einhergeht. Wenn man allerdings seit dem man 12 Jahre ist ein Smartphone und einen PC zu Hause stehen hat kann ich das nicht beurteilen - mein erstes Handy hatte ich mit 15. Siemens C35 hieß es glaube ich. Konnte immerhin schon SMS verschicken

Das Videospiele unbedingt mehr Blockbuster sein müssen denke ich nicht. Kommt halt auf die Dreiecks-Beziehung Publisher/Studios/Rezipient an. Was erwartet man von einer Serie. Erwartest du von einem cineastischen Uncharted plötzlich großen Charaktertiefgang ala Heavy Rain? Dass du einen ganzen Abend neben einem Sully sitzt, der heulend an der Bar hängt, sich zulaufen lässt weil sein Bruder gestorben ist o.ä.? Ich persönlich fänd genau so etwas höchsts interessant. Warum nicht mal einen Teil, der völlig abseits von der ersten drei Teilen ist? Speziell im dritten wurde mir persönlich eh ein wenig zu viel geschossen. Aber warum macht man sowas nicht? Eben, weil sich das nicht so gut verkaufen würde.
Zitat:
Zitat von CeSp-oNe Beitrag anzeigen
zu guter letzt hab ich vollkommen den Faden verlohren.. mein Essen kocht und ich muss in die Küche und ich hab keine Ahnung ob mein text noch was mit dem eigentlichen Thema zu tun hat...
Hoffe du hast ihn wiedergefunden! Bon apetit!
Zitat:
Zitat von DeLorean Beitrag anzeigen
Wichtige Punkte wurden leider nicht angesprochen und zwar die Entwicklung der Studios. Waren die Entwickler/Publisher vor einigen Jahren noch kleine Buden mit einer handvoll Leute und dem direkten Draht zur Kundschaft, sind es heute weltweit agierende milliardenschwere Konzerne die knallhart kalkulieren. Je größer sie werden, desto weiter entfernen sie sich vom Endkunden und der Kreativität, da gibt es nur noch Marktanalysen und Extrapolationen.
Dann gibt es noch Persönlichkeiten in den Firmen, welche seit vielen Jahren die Richtung vorgeben, hier dürfen personelle Wechsel frischen Wind in die Sache bringen. Irgendwann ist selbst der kreativste Kopf am Ende (Kojima ausgenommen )
Wie gesagt, alles zu beleuchten wäre zu umfangreich gewesen, aber ja: Der Punkt aus auch wichtig. Wobei allerdings im ganzen Rotz der Milliardenkonzerne, denen Zahlen wichtiger sind als Kundenfeedback (wobei das Feedback sich ja gewissermaßen auch in den Zahlen niederschlägt - ihr wisst was ich meine ). Zum Glück gibt es immer wieder (kleinere) Studios, die herausragen und noch "Volksnähe" zeigen.
Zitat:
Zitat von DeLorean Beitrag anzeigen
Dann entwickelt sich die Technik weiter, die den Studios die Qualtitäsminderungen und die Kundengängelungen erst ermöglicht haben. Was passiert dann erst bei der nächsten Generation? Klar ist es am Ende der Kunde der entscheidet, nur was ist wenn es kaum bis keine Alternativen gibt? Genau an dem Punkt sind wir mittlerweile fast angekommen. Egal welches Genre, irgendwas von COD scheint mit übernommen worden zu sein. Die rückgängigen Software-Verkaufszahlen trotz steigender Hardware sollten den Verantwortlichen klar machen, dass es an den Spielen liegt. Stattdessen wird einfach nur neue Hardware gefordert um dann gleich ohne Unterbrechung dieselben Spiele mit denselben Mechaniken auf den Markt zu werfen. Kein Wunder das Kickstarter-Modelle wie Ouya plötzlich entstehen.
Die Kunden sind unzufrieden, die Studios ignorieren das.

Mittlerweile glaube ich, dass Electronic Arts von erzkonservativen Politikern gegründet wurde, um die Videospielindustrie von innen zu zerstören.
Genial wäre einfach mal ein temporärer Boykott von Einheitsbrei. Aber das ist wohl eher ein fabelhafter Wunschgedanke in einer zerklüfteten Gamingwelt. Prinzipiell finde ich es nicht schlecht, aber die Shooter dominieren extrem. Allein EA hatte mit BF3 und MoH:Warfighter zwei fette Shooter-Eisen im Feuer. Fett was den Namen angeht. BF3 ist ein großartiger Shooter geworden, der es voraussetzt sich lange mit ihm zu beschäftigen um nicht auf dem virtuellen Schlachtfeld permanent einen in die Fresse zu bekommen

Ich denke allerdings auch, dass vielen Decision-Maker großer Publisher/Studios speziell der Erfolg von Journey 2012 nicht entgangen ist. Vielleicht setzt man hier an und haut auch mal eine neue IP raus, die sich nicht den Gesetzen des ökonomischen Gedankengutes unterwirft
Zitat:
Zitat von Stefan8 Beitrag anzeigen
Ein spannendes Thema, dem du dich sehr treffend und wortgewandt annäherst! Vor allem deine Metaphern sind mir im Text immer wieder positiv aufgefallen. Sei es die blutende Wunde aus der innovative Ideen tropfen oder die sprichwörtlichen „Engines“, die im Maschinenraum unter Ausschluss der Offensichtlichkeit mühsam schuften. Alleine für die gelungenen Bilder lohnt sich dein Essay!
Vielen Dank werter Kollege
Zitat:
Zitat von Stefan8 Beitrag anzeigen
Auch inhaltlich stimme ich dir in den meisten Punkten zu. Der Markt fördert eine drastische Normalisierung insbesondere der großen Produktionen, während die wirklich ambitionierten Titel ohne großes Budget auskommen müssen, deshalb folglich technisch unausgereifter enden und um jeden Funken Aufmerksamkeit ringen müssen. Das ist leider kein dezidiertes Videospielphänomen, sondern auch in vielen, vielen anderen Bereichen der Kulturindustrie der Fall.
Das mMn perfekte Beispiel, oder eines der vielen guten Beispiele für ein tolles Spiel aber ein eher bescheidenes technisches und optisches Konzept ist Papo y Yo. Wobei es mir auch egal gewesen wäre wenn es in 2D und Mario-Grafik dahergekommen wäre. Einfach ein tolles Spiel, welches auch ohne Grafikbombast auskommt. Viele Rezipienten, die nicht so im Medium "drinstecken" denken sich allerdings sicherlich bei ersten Bilder/Videos: Was ist dass denn für ein Shit!!
Zitat:
Zitat von Stefan8 Beitrag anzeigen
Die „indirekte Hirnwäsche durch geschicktes Marketing“ möchte ich aber relativieren, denn einerseits gibt es die zwar und gerade die wachsende Ausprägung des viralen Marketings zeigt deutlich, dass die werbetreibende Industrie sich des Unterbewusstseins der potenzielle Konsumenten zu ermächtigen versucht. Dem entgegen steht allerdings der eigenverantwortliche Rezipient, der diese Marketingmechanismen mit wachsender Medienkompetenz zu durchschauen beginnt. Daraus ergibt sich ein Katz-und-Maus-Spiel mit rasanten Wechselwirkungen.
Klar entscheidet der Rezipient im Prinzip für sich selbst, da die meisten allerdings einfach konsumieren und sich nach einem langen Arbeitstag nicht in den Komplex Videospiele reinfummeln wollen öffnet das genau Türen für unterschwellige Werbung, die wahrnimmt und nur allzu gerne eintritt. Leider ist die Masse mMn zu oft die Maus, die gejagt und letztendlich auch gefressen wird.
Zitat:
Zitat von Stefan8 Beitrag anzeigen
Bei einem weiteren Aspekt greifst du für meinen Geschmack etwas zu kurz. Auch wenn du die Frage der Schuldigkeit am Ende nochmal stellst und offen lässt, rückst du die Publisher ja schon sehr stark ins Fadenkreuz. Das ist auch durchaus berechtigt, aber hier schließt sich die Frage an, warum die Publisher tun, was sie tun. Ich würde deine offene Frage der Schuldigkeit also klar und deutlich mit der Ökonomisierung der Kultur- und Kunstproduktion beantworten. Durch die Prämisse des kommerziellen Erfolgs sind die Publisher letztlich gezwungen, so zu handeln. Nur wenige Ausnahmen ermöglichen kleine Schutzräume, die es Entwicklern erlauben, ihren kreativen Freiraum etwas mehr zu nutzen, aber an der kapitalistischen Makrostruktur ändert sich dadurch nichts.
Hätte man sicherlich ausführlicher machen können, aber der Rahmen sollte nicht explodieren. Denke dass ich in der Schuldfrage dennoch klar gemacht habe, dass es der ökonomische Gedanke und die Gier nach Gewinnmaximierung ist. Der kommerzielle Erfolg zieht die Publisher natürlich weiter in den Strudel – ganz klar!
So, genug getippt Freunde der gepflegten Essay
__________________

"Man, I love duct tape. I love how it tapes. I love the sound it makes. I love saying it. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape. Duct tape....."


- Deadpool


1. Film- und Gamingblog
2. Heimkino


Geändert von Peter Schneidermann (07.02.2013 um 10:57 Uhr)
Folgender Benutzer sagt Danke zu Peter Schneidermann für den nützlichen Beitrag:
CeSp-oNe (07.02.2013)
  #10 (permalink)  
Alt 07.02.2013, 10:47
Benutzerbild von Stefan Simond
Spieletester
 
Registriert seit: 11.11.2011
Beiträge: 4.256
Abgegebene Danke: 2.692
Erhielt 2.932 Danke für 1.419 Beiträge
Blog-Einträge: 9
Standard

Mich freut der Erfolg von Journey einerseits und ich denke aus, dass schon viele Publisher den Trend zur Kenntnis genommen haben. Gleichzeitig bereitet mir das aber auch große Sorgen, denn ich befürchte, dass sich die Industrie dann letztlich auch wieder an diesem Erfolg zu orientieren versucht. Die ökonomische Logik wird also nicht durchbrochen, sondern der Indie-Markt einfach in das System integriert. Das fände ich sehr schade!
Meiner Meinung nach bräuchte die Videospielindustrie einen kräftigen Autorenschub, eine Art Nouvelle Vague der Games. Methoden, die die Konventionen verletzen und Titel, die nicht von einem riesigen Kollektiv entwickelt werden, sondern ganz individuelle Ziele verfolgen.
__________________
Antwort

Lesezeichen

Stichworte
– , erwartungshaltung , essay , festgefahrene , videospielindustrie


Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)
 
Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist an.
Trackbacks are aus
Pingbacks are aus
Refbacks are aus