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Resident Evil: Retribution Review

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Veröffentlicht: 03.10.2012 um 10:31 von Fox-Cry

Resident Evil: Retribution

Gelungener Zombiefratzengeballerstreifen
oder
Vergewaltigung der Franchise – Teil 5?

Ein Review von Arne Wikmann




Der Anfang vom Ende

“Arcadia“ - der letzte Zufluchtsort der Menschen, Refugium der Überlebenden und zugleich das feuchte, rostige und metallene Grab seiner Insassen.
Unter Beschuss mehrerer VTOL-Transporter und Umbrella-Überfallkommandos leiden der schwimmende Koloss und seine Passagiere. Dem Ende nahe geben sie klein bei. Nur Alice nicht. Wie ein Fels in der Brandung erwehrt sie sich den tosenden Wellen an Feinden. Projektile zerschneiden die Luft, erreichen ihr Ziel im Gesicht des Piloten und verwandeln die feindliche Flugmaschine in ein Feuerinferno. Mit Gebrüll stürzt sich das brennende Wrack auf unsere Protagonistin hinab, das sie dazu zwingt eins mit der rauen See zu werden. Der Fels wandelt sich zu einer menschlichen Masse und sinkt den Tiefen des Meeresgrundes entgegen.
Und genau dort gehört auch dieser Film hin! Aber eines nach dem anderen.
Immerhin führt Paul W. S. Anderson in Resident Evil: Retribution konsequent das weiter, womit er in Afterlife begonnen hat. Damit ist nicht nur das Outro des Vorgängers gemeint, sondern auch die lahme Story, oberflächliche Darsteller, durchschnittliche Action und der eintönige Einsatzbereich von 3D.


“Bedienung! Einmal Story ohne Daseinsberechtigung, bitte.“

Für all diejenigen unter euch, deren Erinnerung an die letzten Resident-Evil-Filme genauso ergraut ist wie die verfaulte Haut eines T-Virus-Infizierten, bekommen vor der Hauptstory nochmal einen kurzen Abriss, wie es zu dem Zombie-Outbreak und den darauffolgenden Ereignissen überhaupt kam – obwohl das gar nicht notwendig ist. Denn der Film würde auch wunderbar ohne seine Vorgänger funktionieren, weil er während seiner kompletten Laufzeit keinerlei Bezug auf Personen oder deren Beziehungen zueinander nimmt.
Erneut dreht sich die Handlung um Alice, gespielt von Mila - meine deutsche Synchronstimme ist so monoton einschläfernd – Jovovich. Nach ihrem erbitterten Kampf um die “Arcadia“ erwacht sie erneut als Gefangene in einer gigantischen Testeinrichtung der Umbrella Corporation. Fortan muss sie, an der Seite von Ada Wong, vor Jill und ihrem Killerkommando flüchten und innerhalb zwei Stunden den Ausgang der Einrichtung erreichen. Da der Gebäudekomplex unter Kontrolle der reaktivierten Red Queen steht und den zwei Flüchtlingen fleißig BOW's (Bio Organic Weapons) in den Weg gestellt werden, gestaltet sich das Entkommen schwerer als anfangs angenommen.


Alte neue Gesichter

Der Cast besteht größtenteils aus bekannten Gesichtern, wie Carlos Oliviera, Wesker, Jill Vallentine, Rain (Michele Rodriquez) und dem vom Laser zerstückelten Anführer aus Teil 1.
Um sich an die Vorlage zu halten packte man noch Ada Wong, Leon S. Kennedy und Barry Burton mit rein. Leider sind diese nichts weiter als fleischgewordene, seelenlose und austauschbare Mannequins, mit ikonischer Kleidung und Ausrüstung. Man erfährt weder zu welcher Einheit sie angehören, noch in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.
Gelegentliche flache Einzeiler verstärken den Eindruck der nicht vorhandenen Tiefe und Schauspielkunst der Charaktere.


Auf dem breiten Pfad der Profanität

Inkonsequenz kann man dem Streifen nicht vorwerfen, denn was die Action auf der Leinwand angeht wurde kein Risiko eingegangen. Der Zuschauer wird mit durchschnittlichen Shootouts und Prügeleien abgespeist, die mit dem Einsatz einer 3D-Zeitlupensequenz ihren Höhepunkt finden.
Es wird viel geballert, getreten, gebissen und Genick gebrochen, um den Heerscharen an Zombies und Umbrella-Soldaten Paroli zu bieten. Aber genau dieser überproportional hohe Anteil an Action lässt den Streifen zum 08/15-Actionfest verkommen.
Dennoch gibt es die eine oder andere Szene, die das komplette Gegenteil bieten. Positiv in Erinnerung geblieben ist Alice erste Konfrontation mit den Infizierten, das einem Hardcore-Ballett mit einer Faustfeuerwaffe und Eisenkette gleicht. Tolle Choreografie, die richtige Menge an Slow-Mo-Gedöns und Gewalt. Im Verhältnis zum Rest ist es jedoch ein Bluttropfen auf einem heißen Stein. Daran ändert auch der 3D-Aufschlag fürs Kinoticket nichts. Womit wir beim nächsten Problem wären.



Manchmal ist weniger mehr

Das Problem des 3D-Effektes ist die Art und Weise, wie er eingesetzt wird. Denn der Großteil des Filmes besteht daraus, euch Dinge entgegen zu schießen, zu werfen oder zu beissen.
Wenn dem ersten Zombie eine Kugel durch den Kopf wandert und die 3D-Brille mit einem Mix aus Blut und Gehirnmasse bedeckt wird, ist das noch cool. Doch wenn euch zum zigsten mal ein Eispickel, roter Lebenssaft, dem Henker seine Hammer-Hybrid-Axt oder eine Gewehrkugel in die Fresse fliegt, wird es irgendwann langweilig. Was in “Afterlife“ noch für Staunen sorgte, ruft im neusten Teil nur noch ein müdes Gähnen hervor. Manchmal ist weniger...............


Virus oder Antivirus?

Wenn man ehrlich ist war es vorherzusehen, dass Paul W. S. Andersons fünfter Versuch einen soliden Resident-Evil-Film an den Mann zu bringen, in die Hose geht. Beginnend bei der mauen Leistung der Akteure, über uninspirierte Firefights, bis hin zum 3D-Overkill, liefert der Film bis zum Ende nur halbgare Ware ab. Gelegentliche, aber viel zu seltene Eye-Candies hinterlassen zwar einen bleibenden Eindruck, ziehen den Karren aber nicht aus dem Dreck, in den er über die gesamten 96 Minuten reingefahren wurde.
Empfehlen möchte ich diesen Film nur echten Hardcore-Resi-Nerds, die ihren Leidensweg komplettieren möchten. Oder auch Leuten, die bei den Worten Mila, SM-Outfit und eineinhalb Stunden nur lüstern knurren. Allen anderen rate ich die persönlichen Erwartungen an einen anspruchsvollen Actionkracher zurückzuschrauben, und dem gepoppten Mais die volle Aufmerksamkeit zu geben.
Vielleicht beim nächsten mal, Paulie. Aber dann gib der Serie bitte endlich den Gnadenschuss. Ich wünsche dir bei deinem Vorhaben alles Gute.

Kategorie: Kategorielos
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