Der Vorgänger zu Darksiders 2
war eine kleine Überraschung. Es war eine kunterbunte Mischung aus
God of War und
Zelda, angereichert mit einem
Look aus World of Warcraft.
Nicht unbedingt das, was einem potentiellen Hit auf den ersten
Versuch zugetraut würde. Doch genau dieser Hit wurde Darksiders.
Auf der Gamescom haben wir jetzt einen Blick auf den zweiten Teil
geworfen.
Die
wichtigste Neuerung von Darksiders 2?
Ganz klar. Der Hauptcharakter. Im ersten Teil, wir erinnern uns noch
sehr gut, da war doch einer der apokalyptischen Reiter der
apokalyptischen Apokalypse der Protagonist, oder irren wir da?
Natürlich nicht. Wie hieß er noch? Achja, genau. Es war Krieg. Mit
seinen weißen Haaren und seiner roten Kutte. Und seiner düsteren
Art, diesem „Ich räume alle aus dem Weg, die mir im Weg stehen.“.
Also nicht unbedingt der gesprächigste Genosse. Sehr zielstrebig,
sehr kämpferisch.

Nun, im zweiten
Teil gibt es einen neuen Protagonisten, was nicht weiter verwundern
dürfte. Schließlich findet die Apokalypse ja natürlich nur einmal
statt (Man stelle sich das Mal vor! Zwei Apokalypsen! Direkt
hintereinander! Das wäre auch mal was!). Das bedeutet natürlich,
dass die Geschichte von Tod, welcher den neuen Hauptcharakter mimt,
zeitlich zu der von Krieg stattfindet. Wer den ersten Teil nicht
gespielt hat, der soll immer wieder einmal über die Ereignisse
aufgeklärt werden. Spieler des ersten Teils werden dafür dann immer
wieder Parallelen erkennen. Der anwesende Entwickler kommentierte
dies mit einem Lächeln auf den Lippen: „Ah ja, da war ja was. Die
Apokalypse. Stimmt ja.“ - düsterer Humor vom Feinsten eben.
Genau der soll
auch dieses Mal seinen Weg in das Spiel finden. Schon der Vorgänger
war ja was das angeht nicht ohne. Immer wieder gab es einige zynische
Momente und das soll sich auch nicht ändern. Dafür aber der
Spielstil im Kampfgeschehen. Krieg war ein äußerst starker
Charakter, der mit viel Wucht auf seine Gegner eindrosch, jeden
Schlag blocken konnte. Der Grazile Tod dagegen mit seinen beiden
Sensen wird von den Spielern eine andere Taktik erfordern.
Dieses Mal sollen
die Kämpfe taktischer werden. Blocken? Nein. Nicht mit der Statur.
Der Bruch des siebten Siegels verleiht auch dem Tod nicht unbedingt
die nötigen übernatürlichen Kräfte um alle Dämonen und Engel
dieser Welt zur Strecke zu bringen. Es gilt also mit Geschick
vorzugehen. Während Krieg der Krieger war, soll der Tod der Späher,
der Kundschafter der Reihe sein (Ja, der Reihe. Sollte der Erfolg
stimmen, so versicherten uns die Macher, dass man große Pläne habe.
Details wurden jedoch nicht genannt). Er muss Schlägen ausweichen,
schnell und flink sein. Genau dahingehend wurden auch gleich einige
Kampfszenen gezeigt. Passend dazu gab es auch noch ein Wiedersehen
mit alten Bekannten, den fiesen Sandwürmern. Die werden also auch
wieder mit von der Party sein.
Auch
wird es wieder zahlreiche knackige Rätsel geben. Und die netten
kleinen Kugeln, aus denen man ganze Sprenketten bauen kann, werden
ebenfalls wieder eine Rolle spielen. Die Entwickler wollte nicht
allzu viel vom Erfolgsrezept verändern. Was auch gut so ist, denn so
wird auch bei Darksiders 2
die bunte Mischung aus God of War
und Zelda enthalten
sein. Rätsel und Action sollen wieder einmal eine ausgewogene
Mischung bieten.
Bei der Technik
wurde nicht allzu viel geändert. Zumindest nicht am eigentlichen
Stil des Spiels. Das ist ebenfalls eine gute Nachricht für Fans,
denn der eigenwillige Look des Vorgängers trug mit Sicherheit zu
seinem ganz eigenen Charme bei, den der Titel, wie jeder Spieler
bestätigen wird, auf jeden Fall hatte. Aber die Inszenierung des
Spiels, die ist durchaus neu. Das zeigte schon der Anfang des Spiels.
Da ritt Tod auf seinem Ross in eine gigantische lebende Festung –
was sich da vor unseren Augen abspielte, das war wirklich nicht von
schlechten Eltern.

Auch die neue
Spielwelt war wunderbar gestaltet. Ach? Hatten wir das gar nicht
erwähnt? Tod wird nicht auf der Oberwelt umherlaufen. Da ist ja
schließlich Krieg unterwegs. Nein, der Gevatter wird unter Tage in
der Unterwelt sein Unwesen treiben. Und dieses neue Setting wurde so
stilvoll, so beeindruckend umgesetzt, dass wir wartenden Fans nur
schon mal raten können, sich das Wasser im Munde zusammenlaufen zu
lassen. Da kommt ein echter Leckerbissen auf uns zu. Zumal Tod als
Charakter ja auch eine ziemlich fiese Erscheinung ist.
Bei der Vertonung
sieht es ähnlich gut aus. Die war, soweit wir das beurteilen können
ziemlich gelungen. Das Problem war nur das Verständnis an sich, denn
die Entwickler schrotteten während der Gamescom tatsächlich ganz
drei komplette Soundanlagen – und eine weitere wollte THQ für die
Präsentationen leider nicht springen lassen, sodass der Fernseher
auf volle Lautstärke gedreht werden musste. Immerhin: Was wir sagen
können ist, dass Tod verdammt gut klingt. Und die Effekte sind auch
nicht so schlecht gewesen. Die Musik allerdings konnten wir kaum
hören.
Ersteindruck:
Genau
so stelle ich mir eine Fortsetzung wie aus dem Buche vor. Am
eigentlichen Spielprinzip, am Erfolgskonzept wird nicht gedreht. Das
wird beibehalten. Statt alles umzukrempeln versucht man, einige
dezente Neuerungen einzubauen. Genau das ist hier geschehen. Fans
werden bei Darksiders
2
voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Das Gameplay ist zu großen
Teilen gleich geblieben. Tod ist ein neuer Charakter und das Setting
ist frisch – da steht uns einmal mehr ein potentieller Hit ins
Haus. - <i>Michael Hoss</i>