Gamestrend-Netzwerk:
 
Suchen
Zurück zur Spiel-Seite Remember Me - Vorschau

Capcom präsentierte uns auf der Gamescom 2012 eine komplett neue IP. Remember Me entführt den Spieler in ein finsteres Paris der fernen Zukunft.


Das Jahr 2084 dürfte nicht ganz zufällig für die Rahmenhandlung von Capcoms neuem Action-Adventure Remember Me gewählt sein. Immerhin prophezeite George Orwell bereits ein Jahrhundert vorher in seinem Roman 1984 einen dystopischen Überwachungsstaat, der die Menschen zu Sklaven eines Systems macht. Capcom verlegt die Geschehnisse jedoch nicht nur einhundert Jahre weiter in die Zukunft, sondern auch in eine fiktive Stadt namens Neo-Paris. Die athletische Protagonistin Nilin wird aus bislang nicht bekannten Gründen vom Regime verfolgt. Eine wesentliche Waffe in diesem ungleichen Kampf stellt die Manipulation von Erinnerungen dar. Nilin ändert also nicht die Vergangenheit der Personen, sondern nur deren Erinnerung - ein entscheidender Unterschied.

Das Gameplay wirkt bisher stark von Titeln wie Assassin's Creed und Uncharted inspiriert. Im „Memory Remix“-Video, welches uns auf der Gamescom 2012 präsentiert wurde, bekommt Nilin von einem jungen Mann namens Edge den Auftrag, den Kommandanten einer Militäreinheit auszuschalten. Da sie sich jedoch weigert, einen Menschen zu töten, wird sie seine Erinnerung manipulieren und ihn zum Selbstmord bewegen. Was folgt sind einige Kletterpassagen im genretypischen Stil, wobei durchweg auffällt, dass Nilin sich weitaus weniger geschmeidig und glaubwürdig bewegt als Nate oder Ezio. Auch die englische Synchronisation weiß kaum zu überzeugen, dafür gefällt der düstere Noir-Stil der Stadt, inspiriert von Filmen wie Blade Runner (1982).

Ein wirklich spannendes Gameplay-Element stellt jedoch die Manipulation der Erinnerungen dar. Aus der Ferne greift Nilin auf den Geist des Kommandanten Forlan zu und sucht sich eine Szene heraus, in der seine Freundin sich von ihm trennt. Sie beobachtet den heftigen Streit in einer surrealen Umgebung, einzig einige Details sind deutlich erkennbar. Nilin kann nun die Szene jederzeit vor- und zurückspulen und kleine Veränderungen vornehmen. Sie lässt eine Flasche vom Tisch fallen, damit Forlan nach der Waffe greift. Als er im Affekt abdrückt, ist die Waffe jedoch gesichert und seine nunmehr Ex-Freundin stürmt wütend aus dem Raum. Noch einmal geht es zurück in der Zeit, die Waffe wird entsichert und letztlich erschießt Forlan seine Freundin. Zurück in der Realität kann er mit diesem Schock nicht umgehen und tötet sich selbst. Das Ziel ist erreicht und als er bereits tot ist, stürmt seine Freundin quicklebendig in sein Büro. Nicht die Vergangenheit, sondern nur die Erinnerung wurde manipuliert.

In einer weiteren Gameplay-Sequenz aus einem späteren Abschnitt flüchtet Nilin vor einem Jet und klettert erneut im Uncharted-Stil an Wänden und Rohren herum. Erstmals kommt auch ein Nahkampf-System zum Einsatz - ihre Scheu vor dem Töten scheint sie mittlerweile verloren zu haben. Gewohnte Kost mit netten Effekten und teils beeindruckenden Spezialattacken. Eingeblendete Erfahrungspunkte am rechten Bildschirmrand deuten zudem auf Ausbaumöglichkeiten verschiedener Skills hin.


Ersteindruck

Auf den ersten Blick wirkte Remember Me ein wenig wie Ubisofts Watch Dogs. Wie haltbar dieser Vergleich ist, lässt sich aber noch nicht sagen, da es seitens Capcom noch zu wenige Informationen gibt. Wir vermuten jedoch, dass Remember Me kein vollständiger Open World-Titel wird. Die Stärken des Spiels liegen bisher im düsteren Stil, der dystopischen Fiktion und den Adventure-Komponenten, die die Manipulation der Erinnerungen mit sich bringen. Im aktuellen Material überzeugen aber weder Synchronisation noch Inszenierung, die Animationen liegen deutlich hinter vergleichbaren Titeln und das Kampfsystem wirkt wenig griffig. Wir sind dennoch gespannt, wie sich das interessante Konzept im Lauf der Zeit verändern wird, denn das Spiel ist noch recht frisch und Capcom wird sicherlich noch eine Menge Arbeit darin investieren.

- Stefan Simond

Werbung
Empfehlung
31. Oktober 2012
Okami HD
Ōkami ist zurück und „schärfer denn je“. Das 2006 erstmals von Capcom auf der PlayStation 2 veröf...
mehr lesen
Suche
Neuerscheinungen
31. Dezember 2014
Project Ogre
mehr lesen
31. Dezember 2014
Mass Effect 4
mehr lesen