Deutschland 1945
- während Hitler in seinem Bunker sitzt und um Zyankali pokert, tobt
die Schlacht um Berlin. Mittendrin ist der amerikanische OSS-Agent
Karl Fairburne, der sich auf einer Undercover-Mission befindet um das
Geheimnis des V2-Raketenprogramms zu lüften.Hinter dieser
Story, die sich wie die tausendste Verfilmung eines alten Drehbuchs
anhört, steckt der Third-Person-Shooter Sniper Elite V2 aus
dem Hause Rebellion.
Das Augenmerk
dieses Spieles liegt - wie der Titel schon verdeutlicht - auf dem
Snipen. Um dies jedoch aus einer geeigneten und geschützten Stellung
zu machen, schleicht sich der Spieler durch die zerstörten Straßen
Berlins und klettert in Häuserruinen, die jede Menge Verstecke
bieten. Damit einem die feindlichen Truppen nicht beim Exekutieren
der Soldaten in den Rücken fallen, sichert man dabei noch die
Zugänge mit Sprengfallen ab. Dies klingt zwar alles spannend, wirkt
aber nur mittelmäßig.
Der größte
Kritikpunkt an dem Spiel ist das ständige Auftreten der Bullet-Time,
in der man sieht, wie die Kugeln Herzen, Lungen, Knie oder gleich
einen halben Kopf zerfetzen. Auch ist das Berechnen von Wind und
Entfernung vor dem Schuss nicht vonnöten, denn wenn der Herzschlag
ruhig genug ist, kann man den Einschlagpunkt der Kugel voraussehen.
Somit wird das Snipen in gewisser Hinsicht seiner 'Kunst' beraubt.
Hierbei achtet man höchstens noch auf einen Glockenschlag, damit der
Schuss nicht gehört wird und folgt der Kugel abermals bei ihrem
Slow-Motion-Flug durch den menschlichen Torso.Neben dem Snipen
wirken auch Charaktere, Story und die gesamte Welt höchst künstlich.
So scheinen beispielsweise Möbel so groß wie Menschen und beim
Sprinten schallen die Schritte durch die Straßen, als wäre eine
ganze Armee unterwegs.
Das Spiel scheint
dem Rezipienten durch solche Elemente eine bestimmte Spielweise
aufdrängen zu wollen. Dies wird zusätzlich durch schlauchartige
Level und immer gleich positionierte Feinde verstärkt. Die
eingebauten taktischen Elemente wie das Fernglas, mit dem man Feinde
markieren und Details über Figuren sehen kann, sind zwar vorhanden,
scheinen aber nebensächlich bis irrelevant zu sein.
Das Spiel soll am
03.05.2012 erscheinen und wird neben dem Singleplayer auch einen
Koop-Modus beinhalten, indem man gemeinsam die Kampagne spielen oder
sich anderen Herausforderungen stellen kann. Die Vorbesteller in
Großbritannien erhalten den „Assassinate den Führer“-Auftrag
als Bonus. Ob dies auch in Deutschland der Fall sein wird und welches
USK-Ranking das Spiel bekommt, ist noch nicht bekannt.
Ersteindruck
Sniper Elite
V2 wirkt auf den ersten Blick
wie ein sehr eintöniges und völlig auf die Bullet-Time fixiertes
Spiel. Dabei scheint es weder in Story, Grafik oder in irgendeiner
anderen Hinsicht besonders innovativ und interessant zu sein.
Da sehen wir uns
lieber Inglourious Basterds an oder
kehren in die Burg Wolfenstein zurück, in denen die Nazis und
Hitler ebenso brutal, aber zumindest mit Stil getötet werden.