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Zurück zur Spiel-Seite Crysis 3 - Vorschau

Der Single-Player

Wenn man ehrlich ist, unterschieden sich die ersten beiden Crysis-Titel recht deutlich voneinander. Klar, in beiden Titeln kam der berühmte Nanosuit zum Einsatz, welcher dem Gameplay eine taktische Note verlieh. Doch davon abgesehen verfolgten die beiden Spiele unterschiedliche Designphilosophien. Bei Crysis blieben vor allem die weiten, offenen Areale im Gedächtnis hängen. Der Spieler genoss viele Freiheiten, was die Herangehensweise an Missionsziele betrifft. Es war ihm nicht nur freigestellt, in welcher Reihenfolge und aus welcher Richtung er Ziele angehen wollte. Es gab meist auch unterschiedliche Taktiken, die zum Erfolg führten. Crysis 2 war im Direktvergleich weitaus linearer. Es gab kaum noch weitläufige und offene Gebiete und die spielerische Freiheit war in vielen Punkten beschnitten worden. Im Gegenzug bot das Spiel mehr cineastische Momente und weniger Leerlauf. Mit Crysis 3 wagt das Frankfurter Studio Crytek nun einen Spagat. Auf der einen Seite will man die offenen Areale und die spielerische Freiheit aus Crysis zurückbringen. Auf der anderen Seite aber nicht auf das urbane Setting und die deftige Action des 2. Teils verzichten. Kann dies gelingen, oder erwartet uns am Ende nur ein fauler Kompromiss? Nun, wenn die Gamescom-Demo irgendwelche Rückschlüsse auf das fertige Produkt zuließ, muss man schon deutlich sagen: Die Balance scheint zu stimmen.

Der Demolevel spielte sich zwischen Häuserruinen, einem sumpfähnlichen Flussbett und einem riesigen Staudamm mit angeschlossenem Kraftwerk ab – das alles im New York der nahen Zukunft, oder besser gesagt dem, was davon übrig ist. Der Spieler übernimmt die Rolle von Prophet, dessen Nano-Suit einige neue Funktionen hinzugewonnen hat. Unter anderem ist es nun möglich, feindliche Geschütze oder Computerterminals zu hacken, man muss ihnen nur nah genug kommen. Der aus den ersten Artworks und Trailern schon bekannte High Tech-Bogen war natürlich auch in Prophets Gepäck vorhanden. Der Bogen erweist sich als die optimale Waffe für einen Jäger: Prophet kann damit lautlos und auf große Distanzen töten. Gerät man allerdings in ein offenes Feuergefecht, bietet es sich an, lieber zu einem der neuen Sturmgewehre zu wechseln. Wobei „Sturmgewehr“ eine Untertreibung ist. „Orkangewehr“ trifft es schon eher. Was hier an Projektilen durch den Lauf der Waffe jagt, lässt selbst eine Gatling-Gun alt aussehen. Metal Storm ist das Stichwort. Willkommen in der Zukunft, Soldat. Da Prophet schon nach wenigen Sekunden von seinen Gegnern entdeckt wird (Sorry, ich kann nun mal nicht schleichen!) entwickelt sich schnell ein taktisch interessantes Feuergefecht in einem relativ weitläufigen Areal. Gerade die neuen Waffen machen ordentlich was her und wie gewohnt kann man mit seinen Feinden Katz und Maus spielen, wenn man sich einmal ihrem Sichtfeld entzieht. Wer sich geschickter anstellt als ich es in der Demo tat, kann natürlich auch versuchen, lautlos an Gegnern vorbei zu schleichen und diese geschickt aus der Distanz auszuschalten.


Prophets Ziel ist das Kraftwerk, doch wie er es erreicht, ist allein dem Spieler überlassen. Mehrere Wege führen zum Ziel, rohe Waffengewalt kann genauso zum Erfolg führen wie das Vorgehen auf leisen Sohlen. Aber selbst wenn Prophet bereits entdeckt wurde, lässt sich die Taktik jederzeit umstellen. Das machte schon den besonderen Reiz des ersten Crysis aus: Der Spieler fühlte sich Frei und konnte auf Problemsituationen auf seine ihm eigene Weise reagieren, ohne vom Spiel ständig eingeschränkt zu werden. Man musste nicht gleich den letzten Spielstand laden, wenn irgendetwas mal nicht so funktioniert hat, wie gedacht. Trotz dieser spielerischen Ähnlichkeit mit Teil 1 setzt Crysis 3 auch auf bombastische Momente wie Teil 2. Dies wird insbesondere ganz zum Schluss der Demo deutlich, wo Prophet den halben Staudamm in die Luft sprengt und sich gekonnt aus der Gefahrenzone entfernt – in einer selbst ablaufenden Sequenz, die nahtlos ins Spielgeschehen über geht.

Crysis 3 lief während der Gamescom-Präsentation auf einem High-End Rechner. Entsprechend sah die Grafik des Spiels aus. Obwohl wir gegenüber den Vorgängern keinen Quantensprung erwarten dürfen, könnte Crysis 3 der bislang schönste Teil der Reihe werden. Schon allein das Setting mit seiner verwüsteten, von Pflanzen überwucherten Großstadt gibt einiges her. Freilich: Wie viel von der Grafikpracht mit ihren knackigen Texturen und Direct X 11-Effekten auf PlayStation 3 und Xbox 360 übrig bleibt und wie flüssig sich das ganze auf Konsole spielen wird, muss man abwarten. - Daniel Steinert

Der Multiplayer

Nun also zum Multiplayer-Modus von Crysis 3. Dieser präsentiert sich im gewohnt optisch schönen Gewand und kann, wie der Vorgänger, mit 12 Spielern auf der PlayStation 3 und 16 Spielern auf dem PC gespielt werden. Dabei wurde er für Spieleinsteiger vereinfacht indem beim Sprinten, Springen und Treten von Gegenständen keine Energie des Nanosuits mehr verbraucht wird. Neben dem schon aus dem zweiten Teil bekannten Spielmodus Crash Site, in dem die beiden Teams versuchen müssen, nacheinander abgesetzte Alien Pods zu sichern, wurde uns der neue Hunter Modus präsentiert.


In diesem versuchen zwei Hunter im Nanosuite die anderen Spieler, die als einfache C.E.L.L. Soldaten unterwegs sind, zu eliminieren, während die Soldaten nur eins tun müssen: Überleben! Die Jäger sind dabei durchgehend im Stealth-Modus und mit dem durch den Singleplayer bekannten Hightech-Bogen bewaffnet. Die C.E.L.L Soldaten haben im Gegensatz dazu die Auswahl zwischen vier Klassen: Demo (ausgerüstet mit einer Shotgun), Assault (bewaffnet mit einem Sturmgewehr) und Sniper (kämpft mit einem Scharfschützengewehr). Neben diesen Waffen hat jeder der Gejagten eine einzelne EMP-Granate, durch die ein Hunter kurzzeitig enttarnt wird und einen Bewegungsmelder, der angibt, wie nah man seinem Feind ist.

Nach dem Tod eines C.E.L.L. Soldat kehrt dieser als Hunter zurück und jagt mit seinen ehemaligen Feinden die restlichen Soldaten. Beim Tod eines Jägers kehrt dieser einfach nach 3 Wartesekunden zurück. Durch diesen Wechsel werden die Jäger immer mehr und die Gejagten immer weniger bis diese letztendlich auch sterben oder es schaffen die zwei Minuten Spielzeit zu überstehen. Der Modus wird dabei in 5 Runden ausgetragen, so dass jeder mal als Jäger oder Beute spielen kann.

Beim actiongeladenen Hunter-Modus kommt richtig Spannung auf. Als Jäger versucht man dabei still und heimlich die Soldaten zu eliminieren, während man als Gejagter vorsichtig über die Karte geht und versucht, seine Augen und Ohren überall zu haben. Dabei kann sich schonmal der ein oder andere panische Schuss lösen, wenn man durch den Bewegungsmelder merkt, das man so gut wie tot ist. Durch die Abwechslung der Seiten wird der Modus nicht langweilig und verspricht eine echte Langzeitunterhaltung zu werden. Der einzige Wermutstropfen ist dabei, dass man mit dem stetigen Wechsel der Seiten keine wirkliche Teamzugehörigkeit empfindet und eigentlich nur für sich alleine kämpft.

Der bereits bekannte Crash Site-Modus macht eben soviel Spaß wie im zweiten Teil und die Möglichkeit erstmals einen dreibeinigen Roboter (ebenfalls aus dem zweiten Teil bekannt) zu steuern, sorgt zusätzlich für Abwechslung und Action. So überzeugt der Crash Site-Modus im Gegensatz zum Hunter-Modus durch knallharte Action anstatt durch Spannung und die zukünftigen Crysis 3 Spieler, können alleine mit diesen beiden Spielmodi einen abwechslungsreichen Multiplayer erwarten.

Die Spielkarte, die wir im Multiplayer ausprobieren durften, befindet sich, wie der Singelplayer, im überwucherten und verfallenen New York. Dabei bietet die Umgebung viele Möglichkeiten zum Verstecken und taktischen Vorgehen und sieht ganz nebenbei noch fantastisch aus. Des weiteren wird der Multiplayer von Crysis 3 mehr als 30 neue Waffen und 12 Modifikationen beinhalten.


FAZIT


Crysis 3 hat sowohl im Single-Player als auch im Multiplayer das Zeug zum Hit. Sicher wird Crytek diesmal das Rad nicht neu erfinden können, sodass die Euphorie über den kommenden 3. Teil nicht mehr ganz so deutlich zu spüren ist. Doch die Rückbesinnung auf alte Stärken und sinnvolle Neuerungen könnten Crysis 3 zum besten Teil der Serie machen. Wir sind gespannt.

- Thomas Bendels, Chris Grünewald & Stefan Simond

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