Realismus wird groß
geschrieben
Eigentlich könnte man
sagen, Realismus wird nun noch größer geschrieben. Bereits FIFA 12 konnte mit
der Player Impact Engine begeistern und brachte wieder einen großen Funken mehr
Realität ins Wohnzimmer und auf den virtuellen Fußballplatz. Bei FIFA 13 hat es
EA mal wieder geschafft, diverse Neuerungen sinnvoll einzustreuen und dem Ganzen
einen neuen, frischen und vorallem dynamischen Schliff zu verpassen. Dies
beginnt direkt bei der deutlich moderneren und gelungeneren, rundum neu designten Menü-Führung
und zieht sich vorerst bis hin zur obligatorischen Lade-Pause vor dem
eigentlichen Spiel hin. Konnte man sich in FIFA 12 noch mit einem Kumpel oder
einem CPU-Torwart vorab warmschiessen, stehen bei FIFA 13 diverse Mini-Spiele -
die sogenannten Skill-Games - auf der Tagesordnung. Das bedeutet ihr werdet vor
mehrere Aufgaben gestellt, die euch zum Einen die Lade-Pause merklich verkürzen
und zum Anderen vorab die Basics des Spiels näherlegen. Diese Skill-Games
bestehen zum Beispiel u.a. aus diversen Trainingseinheiten wie präzise Flanken
ausführen, Zielschießen und dem Dribbling um Hütchen.

EA Business Lounge
Mögen die Spiele beginnen...
Nach dem
Lade-Bildschirm wird bereits das abermals leicht verbesserte Grafik-Gewandt
deutlich. Animationen beim Einlauf sehen noch besser aus, die Gesichter von
Ibrahimovic, Messi und C. Ronaldo kommen ihren realen Vorbildern nochmals einen
Tick näher. Nach dem Anstoss abermals leichtes staunen. FIFA 13 spielt sich
völlig anders als FIFA 12. Anders nicht im negativen Sinne sondern im absolut
positiven Sinne. Der größte Faktor der hinzukommt, welcher euch gleichzeitig
unterstützt oder euch brutal das Bein stellt, ist der Zufall. So kommt es viel
häufiger vor, dass euch der Ball bei der Annahme etwas verspringt, der Spieler
macht Fehler. Konnte man in FIFA 12 mit ein bisschen Übung den Ball gnadenlos
sicher Dribbeln (den Gegenspieler erstmal außen vor gelassen) könnt ihr das in
FIFA 13 erstmal vergessen - der First Touch Control sei Dank! Klar bekommen Messi oder C.
Ronaldo absolut geniale, aufgrund der neuen Animationen wunderschön anzusehende
Dribblings und Finten hin, aber der Faktor Zufall ist einfach da und zeigt sich
manchmal gnadenlos und in voller Härte. Chapeau! Genau das ist ein Schritt in
die richtige Richtung wie wir finden. Denn so entstehen besonders im Strafraum
neue, interessante Szenen und Situationen, die dem echten Fußball in nichts
nachstehen. Keine Ballanahme wiederholt sich, keine Ballanahme wirkt wie die Vorherige.
Zudem sind nun Pässe in die Schnittstelle, bzw. in den Lauf
oder den Rücken der Abwehr deutlich besser dosierbar - d.h. wenn ihr wirklich
lange auf dem entsprechenden Button verharrt dann lässt der Spieler auch einen wuchtigen Pass vom Stapel. Zudem wurde noch ein wenig an der Geschwindigkeitsschraube und der Ballphysik gedreht, was bedeutet das Partien nun ein wenig flotter und dynamischer als noch beim Vorgänger von der Hand gehen. Die aus FIFA 12 bekannte Player Impact Engine wurde auf die
Version 2.0 verbessert, was sich auch hier deutlich bemerkbar macht. Während
unseren Testspielen bekamen wir keinerlei unrealistische Animationen oder Bugs
in Zweikämpfen zu Gesicht - im Gegenteil. Die Player Impact Engine 2.0 spielt ihre
Stärken voll aus und sorgt für unfassbar viel Spielspaß. Eine perfekte Symbiose aus Kraft und Eleganz wie
Ibrahimovic ist mit dem Rücken zum Gegner oder im Vollsprint die Linie entlang nur sehr schwer vom Ball zu trennen,
in Zweikämpfen und Laufduellen beharken und beackern sich die Spieler
kontinuierlich, jede Animation wirkt anders und immer auf die entsprechende
Situation angepasst und abgestimmt. Generell zeigen sich die Animationen in Bestform, sei es
bei besondere Signature-Moves oder bei Sprints und Torschüssen. Besonders der
neue Dribbling-Modus beim gleichzeitigen Drücken der Schultertasten weiß zu
begeistern.

Künstliche
Intelli....was?
Viele Kritiker
bemängelten seit jeher die KI - sei es von den Gegenspielern, den Mitspielern oder
gar dem eigenen Towart. Bei FIFA 13 merkt man sofort, dass sämtliche virtuelle
Kicker fleißig die DFB-Schulbank hinsichtich Taktikschulung und Intelligenz
besucht und mit Best-Noten bestanden haben. Das Abschlusszertifikat schimpft
sich Attacking Intelligence. Sowohl im Angriff als auch im geschickten
Verteidigen hat uns die KI sehr positiv überrascht.
Habt ihr im Mittelfeld den
Ball täuschen eure KI-Stürmer kurz an, gehen aber dann doch den langen Weg in
die Schnittstelle. Dadurch kommen viele gute Anspielstationen und -möglichkeiten
zu Stande, die so in FIFA 12 undenkbar gewesen wären. Auch die Verteidiger
agieren durchweg geschickt was Körpereinsatz und das intelligente Lösen aus der
Kette zum forechecking angeht - so ist es z.B. diesmal sogar möglich dass der
Verteidiger den Stürmer abläuft und er den Ball, bis dieser die Auslinie
überquert hat, mit dem eigenen Körper abschirmt um einen Einwurf für das eigene Team herauszuholen. Man könnte es quasi so
beschreiben, dass die Spieler ein Spiel nun lesen können und daraus die
entsprechenden Konsequenzen ziehen.
Leider konnten wir von
den im vorab angepriesenen Freißstoss-Vatiationen in unseren Spielen noch nicht
so viel sehen. Fakt ist, dass hier aber auch gewaltige individuelle Lösungen
geben wird, die den Gegner sicherlich das ein oder andre Mal vor große
Überraschungen und Probleme stellen wird. Ebenso waren der Mehrspieler-Modus und
FUT noch nicht verfügbar. Dafür konnten wir hier und da leichte Clipping-Fehler ausmachen. Uns wurde jedoch versichert, dass EA hierdran bereits unter Hochdruck zu Gange ist um diese in der finalen Version auszumerzen.

Fazit
In meiner 12-jährigen
FIFA-Karriere ist mir bis dato noch nie eine bessere Fußball-Simulation
untergekommen. Hier stimmt augenscheinlich einfach alles und der gepflegte
Spieler, der sich für das virtuelle runde Leder begeistert bekommt hier das wohl beste Rund-um-Wohlfühl-Paket geschnürt, was aktuell auf dem Markt zu
haben ist. Auch wenn es nicht der Innovationssprung wie zwischen FIFA 11 und
FIFA 12 ist, wo die Player Impact Engine eingeführt wurde nicht so groß ist, stellt FIFA 13 einen mehr
als würdigen neuen Ableger dar und setzt an den richtigen Stellen an.
FIFA 13 punktet auf den ersten Blick nicht mit
neuen Spielmechaniken oder Techniken, sondern mit gezielt eingesetztem
Feintuning weiterhin enger gezogenen Stellschrauben wie Grafik, Ballphysik, Teamplay und dem
sinnvollen Ausbau der Stärken aus FIFA 12 (Impact Engine 2.0). Hier ist nochmals der
Faktor Zufall zu nennen, der nicht nur jedes Spiel sondern jeden Zweikampf
speziell, anders und einzigartig macht.
Peter Schneidermann von der gamescom 2012!
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