Gamestrend-Netzwerk:
 
Suchen
Zurück zur Spiel-Seite Resident Evil 6 - Vorschau
 In den vergangenen Jahren konnte man das Resident Evil-Fanlager in zwei Fraktionen unterteilen. Da waren zum einen die Traditionalisten. Diese Jungs und Mädels waren meist schon seit dem ersten Teil auf PlayStation dabei und sehnten sich die guten, alten Zeiten zurück: Grusel-Stimmung, stetige Munitionsknappheit, eingeschränkte Speicherfunktion und eine stocksteife Steuerung inklusive. Dann waren da die Resi-Fans der jüngeren Stunde. Sie wussten den actionreichen Weg, welchen die Entwickler schon mit dem 4.Teil eingeschlagen haben, zu schätzen. Für sie war Resident Evil purer Überlebenskampf gegen Heerscharen an Feinden – gerne auch im gleißenden Sonnenlicht von Afrika. Um es gleich vorweg zu nehmen: Ja, ich bin ein Resident Evil-Fan der allerersten Stunde, fühle mich aber keiner der eben genannten Fraktionen zugehörig. Ich wusste die alten Resident Evil-Teile auf PlayStation und Dreamcast ebenso zu schätzen wie ihre rasanten Nachfolger. Mit entsprechend hohen Erwartungen ging ich an die spielbare Demo zu Resident Evil 6 heran – und wurde in mancherlei Hinsicht sehr überrascht.



Mit Resident Evil 6 erweckt Capcom zu Spielbeginn eine ureigene Resi-Tradition zu neuem Leben: Es gibt wieder mehrere Handlungsverläufe und unterschiedliche Hauptcharaktere im Spiel. Wir erinnern uns: Im 1. Teil hatte man die Wahl zwischen Chris und Jill, im Nachfolger waren sowohl Leon als auch Claire spielbar. Je nachdem, mit wem man gegen die Umbrella Corporation kämpfte, veränderten sich Details im Spielablauf, Gegner, Waffen und Rätsel. In Resident Evil 6 gehen die Veränderungen aber noch sehr viel weiter. Unterschiedliche Schauplätze und ein sich veränderndes Spieltempo sollen sowohl alte als auch neue Fans gleichermaßen überzeugen. Eindeutig an die alten Hasen gerichtet ist Leons Kampagne. Gemeinsam mit seiner neuen Partnerin Helena muss er in der Demo aus einer von Zombies überrannten Universität entkommen. Zombies? Ja, richtig gelesen. Die klassischen Zombies sind wieder zurück. Aber auch das düstere Setting mit vielen nur schwach ausgeleuchteten Schauplätzen und eine latente Munitionsknappheit erinnern an frühere Serienteile.

Die Kameraführung und die hinter Leons Rücken positionierte 3rd Person-Perspektive erinnert hingegen eher an die Teile 4 und 5. Was die Steuerung angeht, hat Capcom mehr verändert. Leon steuert sich sehr viel dynamischer als noch bei Resident Evil 4. Um schnell zu laufen, muss man nicht länger den X-Knopf gedrückt halten. Es reicht schon, den Control Stick zu bewegen. Auch lässt sich nun während der Fortbewegung Zielen und Schießen. Wird Leon von einem Zombie zu Boden gerissen, kann er sich seitwärts rollen, vor und zurück kriechen und dabei sogar noch Untote ins Visier nehmen. Veränderungen, an die man sich erst einmal gewöhnen muss – doch sie machen zweifelsfrei Sinn. Die Stimmung passt, die Action ist blutig und die Inszenierung scheint hochwertig. Keine Frage, Leons Part macht schon mal Lust auf mehr, zumal die deutsche Synchronisation besser ausfällt als in vielen anderen Spielen.



Weiter geht es mit Jack Mullen und Sherry Birkin. Als Kenner des 2. Teils ließ ich es mir nicht nehmen, den coolen Jack links liegen zu lassen und stattdessen mit Sherry durch eine verwüstete chinesische Großstadt zu ziehen. Sherry ist mittlerweile ein großes Mädchen geworden und weiß mit Waffen umzugehen. Und das ist auch bitter nötig, denn ihre mutierten Feinde erweisen sich als ausgesprochen schießwütig. Schon nach wenigen Minuten wird klar, dass sich die Jack/Sherry-Kampagne anders spielt als Leons Rückkehr. Statt klassischen Zombies bekommen es die beiden mit Mutanten zu tun, die selbst Schusswaffen benutzen und sie sogar aus weiter Distanz aufs Korn nehmen. Hier macht es Sinn, das Deckungsfeature zu nutzen. Die Helden von Resident Evil 6 können jederzeit hinter geeigneten Objekten in Deckung gehen und in typischer 3rd Person-Shooter-Manier auf das Feindvolk ballern. So komfortabel und problemlos wie in einem Gears of War oder Uncharted spielt sich die Action allerdings zu keinem Zeitpunkt. Dafür wirkt die Steuerung zumindest auf Anhieb zu zickig. Und dass das Spielgeschehen nicht pausiert, wenn man ins Menü wechseln muss um eine neue Waffe anzuwählen, nervt sofort.



Neues Duo, neues Glück. Mit Serien-Veteran Chris Redfield und seinem noch etwas blass wirkenden neuen jungen Partner wage ich mich in den nächsten Teil der Demo. Dieser widmet sich einem BSAA-Einsatz in einem verschneiten Bürgerkriegsgebiet. Tatsächlich fühlt man sich direkt auf ein Schlachtfeld versetzt. Überall Explosionen, Männer schreien und liefern sich Schusswechsel mit Mutanten. Diese J'avos genannten Feinde unterscheiden sich deutlich von den Las Plagas-Infizierten des 4. oder 5. Teils. Nicht nur, dass sie sich bei Beschuss zu grotesken Kreaturen verwandeln können. Zum Teil wachsen ihnen auch riesige Platten aus den Armen, mit denen sie sich vor Kugeln schützen können. Bei soviel Kugelhagel bleibt Chris gar nichts anderes übrig, als aus der Deckung heraus seine Feinde aufs Korn zu nehmen. Ähnlich wie bei Jake und Sherry scheint der Schwerpunkt der Chris-Kampagne ganz klar auf purer Action zu liegen, doch die klassische Resident Evil-Stimmung geht seinem Auftritt völlig ab. Resident Evil 6 macht hier keinen Hehl daraus, ein hektischer Shooter zu sein. Mit den alten Teilen hat das hier gebotene wirklich gar nichts mehr gemeinsam. Und auch, als Chris und sein Partner von einem gewaltigen Riesen angegriffen und verfolgt werden, will sich kein Horror einstellen. Spektakulär anzuschauen ist das Ganze aber allemal.



Zeit, sich zu sammeln und eine erste Einschätzung zu Resident Evil 6 abzugeben. Für mich steht außer Frage: Dieses Spiel wird heiß diskutiert werden. Es wird polarisieren. Capcom hat die Steuerung endlich modernisiert, viele liebgewonnene Charaktere aus den Vorgängern sind wieder mit dabei und selbst die klassischen Zombies feiern ein Comeback. Also, ganz klar. Resident Evil-Fans werden es sich nicht nehmen lassen, den neuen Teil auszuprobieren. Doch wenn die Demo irgendwelche Rückschlüsse auf das fertige Spiel zulässt, so ist auch klar: Resident Evil 6 wird mindestens zu zwei Dritteln ein reines Shooter-Schlachtfest mit menschenähnlichen Feinden, die das Feuer erwidern, einem umständlich integriertem Deckungsfeature und einem erschreckend knifflig zu bedienendem Waffen-Inventar. Ob das den Fans wirklich gefallen wird? Skepsis ist allemal angebracht, doch ein abschließendes Urteil wird erst der finale Testbericht erlauben. Lasst es euch gesagt sein: Der 2. Oktober wird noch hohe Wellen schlagen. - Daniel Steinert
Werbung
Empfehlung
24. März 2011
Crysis 2
Die Welt liegt in Schutt und Asche und wird vom aufkommenden Chaos regelrecht verschlungen. Eine Nat...
mehr lesen
Suche
Neuerscheinungen
31. Dezember 2014
Project Ogre
mehr lesen
31. Dezember 2014
Mass Effect 4
mehr lesen