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Zurück zur Spiel-Seite Sorcery - Spieletest

Die Königin ist von einem Albtraum besessen und treibt Schindluder mit ihren magischen Kräften, ihre Tochter, die Prinzessin, versteckt sich in Form eines kleinen Kätzchens und Finn, ein genauso tugendhafter wie übermütiger Zauberlehrling, darf den Saftladen aufräumen. Es braucht keine zwei Spielstunden um zu erkennen, dass sich die Story von Santa Monicas Sorcery an allen Fantasy-Klischees bedient, die nicht bei Drei auf den Elfenbäumen waren. Der Charme der Umsetzung schwankt von dröge bis ziemlich cool, was hauptsächlich der teils sehr gestelzelten, deutschen Synchronisation geschuldet ist. Manche Sprüche von Finn und seiner steten Begleiterin Erline sind schon ziemlich ulkig. Finn und Erline unterhalten sich häppchenweise, während sie die zauberhafte Welt erkunden, sticheln sich gegenseitig mit blöden Sprüchen und reden über die Umgebung. Leider stehen die Dialoge im langen und scharfgestochenen Schatten eines Uncharted, denn nicht nur diesbezüglich, sondern auch in Punkto musikalischer Untermalung und Spielrhythmus bemüht sich Sorcery zwar spürbar, erreicht aber nie auch nur annähernd die Originalität von Naughty Dogs-Baby.



Während Grafik und Inszenierung nicht immer unbedingt der Oberknaller, dafür aber immer zweckmäßig sind, versteht sich Sorcery aber vor allem als Move-Only-Titel. Mit dem dringendst zu empfehlenden Navigationscontroller („zu empfehlen“, da der normale DualShock 3 zwar auch funktioniert, allerdings bedeutend unkomfortabler in der Hand liegt) bewegt ihr Finn, justiert die Kamera und aktiviert einen Zauberschild. Mit dem Motion-Controller werden hingegen eifrig Zaubersprüche geschleudert. Die einfachen Gesten werden bei korrekter Kalibrierung butterweich ins Spiel übertragen - Fehlerkennungen gibt es selten. Teilweise zwar etwas zickig, aber verständlichweise notwendig, funktioniert die Fokussierung der Kamera samt dezenter Zielhilfe. Finn geht bei Gegnerpräsenz automatisch ins Straven (Seitwärtsbewegungen zum Ausweichen) über, von dem ihr rege Gebrauch machen müsst, denn Zauberei ist nicht unbedingt Kinderkram! Auch wenn das Design und die, im klassischen Wortsinn, fabelhafte Geschichte eher ein jüngeres Publikum ansprechen dürfte, bietet der Schwierigkeitsgrad auch für eingefleischte Zocker eine anspruchsvolle Herausforderung.

Über die Spielzeit von gut fünf Stunden hinweg, erlernt Finn unterschiedliche Zaubersprüche mit elementaren Attributen. Die Komplexität von Sorcery ergibt sich aus der Kombination der Zauber, denn verschiedene Gegner erfordern verschiedene Vorgehensweisen. Mit Eiszaubern lassen sich Kontrahenten, insofern sie nicht immun sind, einfrieren, während mit flotten Move-Gesten zunächst eine Feuerwand gezogen und anschließend ein Tornado hindurchgeschickt wird, der dann als Feuersturm durch die Gegner pflügt. Das Experimentieren macht Laune und wird vom Spiel deutlich belohnt, ebenso wie die Erkundung der Areale.

Um langfristig Land zu sehen, bedient ihr euch eines simplen Alchemiesystems, mit welchem ihr Tränke braut, die eure Attribute dauerhaft verbessern. Das zugehörige Trank-Brau-Minispiel ist nett, allerdings muss immer jede Zutat mit allen anderen kombiniert werden, um alle Rezepte zu entdecken, was komfortabler lösbar gewesen wäre.


FAZIT

Einem Move-Spiel haftet grundsätzlich der Ruf an, casual zu sein, nichts für echte Zocker und alberners Gefuchtel. Und ja, grafisch und inszenatorisch bleibt Sorcery hinter aktuellen AAA-Titeln weit zurück. Aber das ist nicht, was zählt. Der gut getimte Spielrhythmus erinnert entfernt an Uncharted und die Levels, Fähigkeiten und Rätsel ein wenig an die Zelda-Reihe. Sicherlich, ein Blockbuster ist hier nicht zu erwarten, aber Sony Santa Monica und The Workshop zeigen mit Sorcery, dass Move weitaus mehr kann, als casual. Fordernd, komplex und durchaus unterhaltsam - die Fuchtel-Controller dürfen entstaubt werden!

- Stefan Simond

Sorcery
77.0%
befriedigend
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Usk: USK 12
Pro
- einwandfreie Move-Implementierung
- spielerisch interessant und gehaltvoll
Contra
- recht kurz (ca. fünf Stunden)
- etwas zickige Kamera
- mäßige, deutsche Synchro
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