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Zurück zur Spiel-Seite Street Fighter X Tekken - Spieletest
Capcom und Namco Bandai wagen den Schritt, auf den so viele Fans seit Jahrzehnten warten. Die beiden erfolgreichsten Beat 'em up-Reihen aller Zeiten machen sich bereit, um das ultimative Feuerwerk auf dem Bildschirm abzufeuern! Street Fighter X Tekken ist der erste Teil eines Duos, welches die Charaktere des jeweils anderen Systems in das hauseigene übernimmt. In diesem Falle wurden die bekannten Tekken-Recken in stilistische Cel-shading-Modelle verwandelt, um sich dem Schlagabtausch mit Ryu und Konsorten zu stellen.

Anders als in den üblichen Crossover-Titeln, wird in Street Fighter X Tekken ein paradoxes Paralleluniversum thematisiert, welches die Kontrahenten aufeinanderhetzt, doch bleibt auch hier eine kleine Geschichte nicht aus. Ein Komet stürzt auf die Erde und schlägt in der Antarktis ein. In ihm ist eine seltsame Box, die Pandora genannt wird und scheinbar reglos bleibt. Auffällig ist jedoch die Resonanz des Fremdkörpers, sobald es aggressive Auseinandersetzungen wahrnimmt. Also machen sich die unterschiedlichsten Teams auf den Weg, um die mysteriöse Box zu bergen und sie für die eigenen Zwecke zu nutzen. So entstehen die unterschiedlichsten Gruppierungen, die aus den verschiedensten Beweggründen zusammen agieren.

Jedes offizielle Team hat ein eigenes Intro, welches mit statischen Artworks und einfachen Dialogen erzählt wird. So machen sich zum Beispiel Ryu und Ken auf, um herauszufinden, ob die seltsame Box etwas mit dem Satsui no Hado zu tun hat, dem Ryu einst erlegen war. Die jeweiligen Enden werden dann in stilistischen Zwischensequenzen dargestellt, in denen die Teams die Wahrheit aufdecken oder ihr Ziel erreichen. Durch diese Dynamik entstehen nicht nur Nutzgemeinschaften, wie es zum Beispiel bei Steve und Hwoarang der Fall ist, sondern auch ernste Rivalitäten, in denen sich die Kontrahenten zudem noch einem kurzen Dialog hingeben.



Die ausgewählten Charaktere machen zwar das Fehlen gewisser Lieblinge nicht wett, bringen aber Spielspaß für mehrere Stunden mit sich. So dürfen sich Street Fighter-Veteranen über Ryu, Ken, Mison, Sagat und Dhalsim freuen, während neben Heihachi und Kazuya es zudem Hwoarang, Steve und Yoshimitsu ins Spiel geschafft haben. Insgesamt darf man sich über 38 Kämpfer freuen – auf der PS3 sogar 43, da zum Beispiel Cole McGrath aus Infamous als Bonuscharakter verfügbar ist.

Wenn auch keine Tiefe zu erwarten ist, funktioniert die Story sehr gut. Sie stimmt die Charaktere der beiden Reihen ideal aufeinander ab. Wie auch schon in den Cinematic-Trailern zu sehen war, stehen sich hier vor allem ähnliche Charaktere gegenüber. In Street Fighter X Tekken wurden die Tekken-Helden würdig umgesetzt und lassen keine Wünsche offen!

Da sich die Tekken-Protagonisten ein Stelldichein im Street Fighter-Universum geben, verfügen sie hier nur über einen Bruchteil ihrer eigentlichen Moves. So wurden die markantesten Techniken in das Spiel übernommen, um den Charakteren einen Wiedererkennungswert zu geben. Diese wurden ideal in das Sechs-Tasten-System von Street Fighter übernommen, sodass sie sich kaum vom eigentlichen Vier-Tasten-System von Tekken unterscheiden. Wider anfänglicher Gerüchte wurde dieses nämlich nicht in das Spiel integriert, weshalb es nicht möglich ist, mit den gewohnten Tastenabfolgen die grazilen Attacken der Tekkenisten auf den Bildschirm zu zaubern. Da diese dennoch, wie bereits erwähnt, in einer sehr passablen Form vorliegen, werden auch Tekkenfans auf ihre Kosten kommen und sich nicht durch fehlende Übung ärgern müssen.
Jeder Charakter verfügt neben seinen Standard-Moves noch über Kombos, die auch mit anderen Attacken kombiniert werden können. Hierfür sind exaktes Timing und Fingerspitzengefühl gefragt, das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen und befriedigt meist mit einem Knockout! Wem das noch nicht genug ist, der kann mit Special Moves und EX- sowie Supermoves aufwarten. Neben den normalen und verbesserten (EX-)Versionen gibt es hier nämlich noch die ultimative Variante, die den Spielfluss stoppt und unachtsame Gegner um einen Großteil ihrer Lebensleiste erleichtert. Diese fungiert nur in Kombination mit der des Teampartners. Geht einer k.o., wird nicht wie in Tekken Tag Tournament automatisch ausgewechselt, sondern der Kampf endet mit einer Niederlage.



Um dies zu vermeiden, gibt es neben den Teamkombos - die zum einen beide Fighter auf den Bildschirm rufen, damit sie für einen kurzen Moment zusammen agieren können, und zum anderen beide Supermoves miteinander kombinieren -, noch den Pandoramodus. Hat ein Fighter mehr als 75 Prozent seines Lebens verloren, kann er sich selbst opfern, um seinem Partner für einen kurzen Zeitraum mehr Power und eine unendliche Superleiste zu verschaffen. Schafft dieser es jedoch nicht, innerhalb des Zeitlimits das Gegenüber zu bezwingen, geht er selbst k.o.. Mit diesem dynamischen System kann selbst ein aussichtsloser Kampf noch einmal in eine völlig andere Richtung gedrängt werden.

Um diese Flexibilität zusätzlich zu unterstreichen, hat Capcom das Gem-System in das Spiel integriert. Dieses ermöglicht es dem Spieler, bis zu drei Gems pro Kategorie zu einem Kämpfer hinzuzufügen. Die Gems verteilen besondere Attribute und ermöglichen so zum Beispiel mehr Schaden oder erhöhen die Verteidigung. Die Gems sind an bestimmte Vorgaben gekoppelt, die im Kampf erst absolviert werden müssen. So muss der Spieler erst eine Reihe von Treffern einstecken oder mehrere Würfe anbringen. Die Gems unterteilen sich hierbei in Boost und Assist Gems, wobei erstere für Schaden, Verteidigung oder Geschwindigkeit zuständig sind, während die Assist Gems das Ausführen von Moves erleichtern oder automatisch Griffe abblocken. Diese sind jedoch mit einem Malus behaftet, um einen Ausgleich zu schaffen.

Da die Kämpfe zudem für bis zu vier Spieler ausgelegt sind, kommen auch Mehr- und Vielspieler auf ihre Kosten. So ist es sogar möglich, mit vier Spielern gleichzeitig auf dem Bildschirm zu agieren, um die Teams mit nur einer Lebensleiste gegeneinander antreten zu lassen.
Aber auch Solisten kommen voll auf ihre Kosten. Im Trial-Modus müssen sämtliche Moves, knackige Kombos inklusive, ausgeführt werden, um sich so neue Goodies wie Titel und Farben zu verdienen. Im Missionsmodus müssen unter Berücksichtigung spezieller Parameter Kämpfe gewonnen werden – so verursachen zum Beispiel nur Special Moves Schaden. Street Fighter X Tekken ist vollgepackt mit Herausforderungen und coolen Fightern. Es kommt mit einem butterweichen Kampfsystem daher und sorgt so für Freude im Herzen eines jeden Genrefans.



Wie der Name bereits vermuten lässt, hat hier die Street Fighter-Reihe den Vorrang. Dies zeigt sich auch in der Präsentation des Titels. Die Tekken-Protagonisten haben ihren reinen 3D-Stil abgelegt, um sich an das Cel-shading-Kostüm der Street Fighter-Serie anzupassen. Gab es anfänglich Zweifel, ob diese in dem Look überhaupt funktionieren, waren wir vom Ergebnis sehr angetan! Es ist sogar erstaunlich, wie nahtlos hier die Lücke geschlossen wurde. Fast möchte man meinen, Tekken hätte nie anders ausgesehen. Super!

Auch der Sound kann sich durchaus hören lassen. Dieser orientiert sich stark an Street Fighter IV und kommt so eher mit rockigeren Stücken daher. Die Sprecher sind zusätzlich wahlweise in Englisch oder Japanisch verfügbar. Auch hier gibt es wenig zu meckern; lediglich kurze Soundaussetzer bei Online-Matches können das Feeling stören.

Street Fighter X Tekken ist ein durchaus gelungenes Beat 'em up, welches Street Fighter- und auch Tekken-Fans zu gleichen Stücken begeistern wird. Das Spiel ist mit Features und genialen Charakteren vollgepackt und bietet so Spielspaß für viele, teils knackige Stunden. Hier kann man nichts falschmachen!

Street Fighter X Tekken
87.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 4
Pro
- Tekken-Charaktere sehr gut umgesetzt
- Sehr gute Sprecher und Hintergrundmusik
Contra
- Kaum eine grafische Verbesserung zu SF IV zu erkennen
- Soundaussetzer im Online-Betrieb stören
- Einige Charaktere wesentlich einfacher zu steuern als andere
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