Tecmo bringt den nunmehr dritten Teil der Ninja Gaiden-Reihe auf die heimischen Konsolen. Nach einem grandiosen ersten Teil, einem schwächelnden zweiten und einigen Ablegern will es das Team noch einmal wissen. Ob die Reihe trotz des Fehlens des geistigen Vaters von Ninja Gaiden wieder zu altem Glanz zurückkehren kann, klärt unser Test!Im dritten Teil der Ninja Gaiden-Reihe wird Ryu von Bekannten des Militärs gebeten, eine Anti-Terror-Mission in London durchzuführen, da dort eine mysteriöse Organisation ihre Söldner stationiert hat und nach ihm verlangt. Nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Dezimierung der feindlichen Streitkräfte wird Ryu mit einem maskierten Schwertkämpfer konfrontiert, der sich Alchimist nennt und Ryu zu kennen scheint.Nach einer direkten Auseinandersetzung mit dem Alchimisten wird Ryus Drachenklinge zerstört. Die Seelen, die der Meisterassassine in all den Jahren in diese Klinge aufgesogen hat, korrumpieren Ryus Arm und fressen sich immer weiter durch seinen Körper. Um diesen kräftezehrenden Fluch aufzuhalten, muss Ryu den Alchimisten stoppen. Dessen Organisation versucht zudem, mit Hilfe der DNS des Drachenninjas Götter zu erwecken, mit deren Macht der Alchimist die Welt regieren könnte. Die Geschichte um Ninja Gaiden 3 ist hierbei zwar nicht sonderlich langweilig, schafft es aber kaum, wirkliche Spannungsbögen zu halten, und kann leider nicht mit den Charakteren überzeugen. Ryu selbst ist ein wortkarges Etwas, welches kaum Atmosphäre aufbauen kann. Die restlichen Charaktere sind zumeist austauschbare Hüllen oder eben im Falle des Alchimisten eine typische Verkörperung der japanischen Erzählweise. Erinnern wir uns an den ersten Teil der Reihe zurück, schmerzt die willkürliche Entwicklung schon sehr. Ninja Gaiden stand für eine epische Geschichte und satte Action. Übriggeblieben ist eine einfache Geschichte, die mehr oder weniger leichte Kost zum Besten gibt. Schade!Das Gameplay erweist sich als ebenso simpel wie eintönig. Trotz seiner Profession ist es Ryu vorenthalten, sich lautlos durch die Gebiete zu bewegen. Auf kleine Schläuche, die per Wandsprung, Klettereinlage oder Rutschpartien überwunden werden, folgt stets eine größere Fläche, die von allen Seiten mit Gegnern geflutet wird. Diese kommen mit Feuerwaffe, Schild oder Raketenwerfern daher und können nur mit bloßer Truppenstärke überzeugen. Hier ist es besonders nervig, wenn einige Gegner mit Raketenwerfern außerhalb der Levelgrenze stationiert sind und nur mit dem Bogen besiegt werden können. Während des Zielens wird der schnelle Ryu trotzdem immer von mehreren Feinden umzingelt, die einen beharken und so jede Attacke abbrechen. Eine wirkliche Kontrolle des Schlachtfeldes ist nicht möglich, sodass es stets auf ein dumpfes Tastengekloppe hinausläuft.  Unterhalb der Lebensleiste füllt sich so eine weitere Anzeige, die am Maximum einen Drachen hervorrufen kann, der den gesamten Schauplatz aufräumt. Zusätzlich kann Ryus Arm dank seiner Verletzung aufleuchten und einen Rundumschlag auslösen, der ein paar Gegner in nächster Nähe auslöscht. Das System legt hierbei sehr viel Wert auf Style, doch wirken die Kampfanimationen recht billig und wiederholen sich zu schnell. Wenig Taktik kommt dabei auf, wenn man sich repetitiv mit den gleichen Feinden kloppt und neben ein paar simplen Angriffskombinationen nur wenig zur Verfügung hat, um etwas Varianz in den Kampf zu bekommen. Hier und da ein Quick-Time-Event eingestreut, erlebt man schnell das Maximum des gesamten Systems und muss sich enttäuscht durch immer wiederkehrende Kampfsituationen prügeln. Lediglich der knackige Schwierigkeitsgrad kann Hardcore-Zocker bei der Stange halten, denn nicht nur die Bossfights haben es hier in sich. Horden über Horden, unterstützt von Explosionen und variablen Herangehensweisen, können ab und an schon für Frust oder eben eine echte Herausforderung sorgen.Wem das noch nicht genügt, kann auch Online am Deathmatch teilnehmen. Hier gibt es für jeden Spieler kleine „Missionen“, die zum Beispiel eine Racheaktion oder ein spezielles Kill-Manöver verlangen.Rätsel oder gar Schleichmissionen lässt das Spiel jedoch komplett vermissen, wobei wir sehr gern mit Ryu unerkannt durch einen alten Komplex oder die Wüstenregion geschlichen wären. Hier gibt sich Ninja Gaiden nämlich alle Mühe, möglichst unterschiedliche Szenarien anzubieten, die Ryu auf seiner Reise zu Gesicht bekommt. Auch wenn die grafische Präsentation nicht die beste ist, können die Gebiete doch mit stimmigen Effekten und Lichtern überzeugen. So beginnt sein Weg in London, wo er nach einer kurzen Ruhepause vom Big Ben springt, um in der Altstadt mit seinem blutigen Pfad zu beginnen. Hier macht der Titel keine halben Sachen. Der rote Pixelsaft schießt in Litern aus den Feinden und bedeckt nach kürzester Zeit den gesamten Schauplatz. Die Texturen haften sehr matt an den recht polygonarmen Objekten und konstruieren auch nur selten ein stimmiges Leveldesign. Nur selten ist der direkte Weg auch erkennbar und muss via Wegsuchen-Funktion in Ryus Fokus gesetzt werden. Hier hätten wir uns ein passenderes Design der Levelabschnitte gewünscht, damit der Spieler auch ohne nervige Hilfsfunktionen auskommen kann.Alles andere als stimmig sind auch Sound und Synchronisation des Titels. So erweisen sich die Sprecher als emotionslos und sind sehr oft nicht einmal aufeinander abgestimmt, was Timing, Gefühlslage und Tonlage angeht. Das Mittendringefühl kommt so nur selten auf, denn unsympathische Hauptcharaktere und ein ersetzbarer Plot tun hier ihr Möglichstes, dies zu fördern.Ninja Gaiden 3 kann die Hoffnungen und Erwartungen leider nicht erfüllen, ist es doch zu simpel geworden und an den aktuellen Markt angepasst. Lediglich der kernige Schwierigkeitsgrad kann die Hartgesottenen unter uns bei der Stange halten, denn wer Ninja Gaiden 3 auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad durchzockt, hat durchaus etwas geleistet!
Ninja Gaiden 3
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
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Pro
- Hauptcharakter hat Style
- Abgefahrenes Charakterdesign
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Contra
- Dröge Steuerung
- Unsympathische Charaktere
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