In dem Open-World-Spiel Prototype 2 schlüpfen wir nicht in die Rolle Alex Mercers,
der im in Deutschland indizierten Vorgänger sein Unwesen trieb,
sondern in die des Sergent James Heller. Dieser wird von dem
totgeglaubten Mercer infiziert um ihm dabei zu helfen der Ausweitung
des erneuten ausgebrochenen Virus und der Zerstörung der Stadt
entgegenzuwirken. Zu Beginn des Spiels stellt sich jedoch schon die
Frage, ob wir unserem Schöpfer wirklich trauen können, denn bereits
der Debüt-Trailer endete mit den Worten „Destroy your maker“...
Sergeant
James Heller, der durch den Virus sowohl seine Frau, als auch seine
kleine Tochter verloren hat, steht mit seinen neu erworbenen Kräften
ziemlich alleine. Da ist es gut, dass sich unser Priester als eine
Art Untergrundaktivist entpuppt und uns mit zahlreichen Informationen
über Blackwatch und deren böse Pläne versorgt.
Auch
wenn das Setting des Spiels sehr interessant ist und es Spaß macht,
mit seinen Superkräften zwischen den Fronten zu stehen, wirkt die
Story in ihrer Umsetzung leider meist mittelmäßig. Fast alle
Aufträge handeln von töte, eliminiere und/oder absorbiere die
Erinnerungen um weitere Informationen zu erhalten. Dabei sind besagte
Erinnerungen, die wir durch das Aufsaugen der Menschen erhalten,
jedoch selten informativ und wir erfahren fast nichts über die
Motive der Handelnden. Neben den regulären Hauptmissionen, die wir
manchmal in beliebiger Reihenfolge erledigen können, gibt es auch
zahlreiche Nebenmissionen und Gegenstände einzusammeln, durch die
wir unsere Kräfte verbessern können. Diese sind zwar ein netter
Zeitvertreib, aber auch nicht wirklich abwechslungsreich.
Wofür
der flotte Klettermaxe Ezio aus Assassin's
Creed eine halbe Stunde braucht, schafft Sergeant Heller
in wenigen Sekunden. Wie schon im ersten Teil, ermöglichen uns
unsere Kräfte Wände senkrecht hochzuspringen und mit einem
Monstersprung auf das nächste Hochhaus zu gleiten – und das macht
richtig Spaß. Halb fliegend, halb springend die Stadt zu erkunden
und dabei als Übermensch Chaos zu verursachen, lässt kindliche
Phantasien auferstehen.
Auch
das Kämpfen geht wie der Vorgänger nicht nur mit einer erheblichen
Zerstörung, sondern auch mit jeder Menge Blut einher. Mit unseren
auszuwählenden Superkräften, beispielsweise riesige Klauen oder
einem Schwert als Arm, metzteln wir uns durch New York Zero. Dabei
spalten wir in der PEGI-Version alles, was uns in die Quere kommt und
achten nicht auf Kollateralschäden.
An
diesem Punkt hat die USK allerdings eingegriffen, denn im gegangsatz
zur PEGI-Version, können deutsche Zocker keine Passanten und
Blackwatch-Soldaten in ihre Einzelteile zerlegen. Alles was jedoch
infiziert ist, kann in etlichen Variationen aueinandergenommen werden
und immer wenn man dabei denkt, die Spitze der Gewaltdarstellung
erreicht zu haben, setzt das Spiel noch einen drauf.
Die
Kämpfe lassen sich sauber steuern, auch wenn man manchmal den
Überblick verliert. Nur das Zielen mit Waffen und das Fahren der
Panzer ist im Gegensatz zu anderen Spielen recht plump und
mittelmäßig umgesetzt - jedoch macht es sowieso mehr Spaß mit
seinen Mutantenkräften zu kämpfen und sich zu Fuß fortzubewegen.
Die Stadt des reinen Singleplayer-Spiels erstreckt sich über drei
Inseln, welche in die grüne, gelbe und rote Zone unterteilt sind und
allesamt toll ausschauen. Auch wenn die Straßen nicht ganz so voller
Leben stecken wie in Grand Theft
Auto oder Assassin's
Creed, wirkt sie
doch sehr lebendig und detailreich und da wir sowieso alle zwei
Minuten eine riesige Straßenschlacht auslösen, sind die Passanten
meist mit dem Wegrennen beschäftigt.
Die
Grafik des Spiels ist wirklich schön anzusehen und lässt sowohl die
Großstadt als auch die Figuren glänzen. Kleinere Schwächen bei den
Animationen oder der KI sind zwar vertreten, hemmt jedoch den
Spielspaß nicht im Geringsten und gehen in der Vielzahl der schönen
Kampfanimationen unter.Für
diejenigen, die den indizierten ersten Teil nicht gespielt haben,
gibt es eine Zusammenfassung der Story als Video anzusehen. Sehr
vorbildlich!
FAZIT
Wer
Superkräfte mag und Gewaltexzessen nicht abgeneigt ist, wird an
Prototype 2seinen
Spaß haben. Auch wenn das Spiel seine Schwachstellen hat und der
Protagonist sehr eintönig und überzeichnet wirkt, kommt zu keiner
Zeit Langeweile auf. Die Kämpfe sind abwechslungsreich und die Angst
vor seiner eigener Grausamkeit ist kaum zu überbieten.Wer also Lust
hat als Superheld bzw. Antisuperheld New York unsicher zu machen, um
Chaos mit Chaos zu bekämpfen, sei dieses Spiel wärmstens ans Herz
gelegt.
- Thomas
Bendels
Prototype 2
86.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Usk: USK 18
Pro
- schöne Kampfanimationen
- große offene Welt
- vielfältige Kampfstiele