Der erste Mensch, der je in den Rang eines Spectre erhoben wurde, kehrt in den aktiven Dienst zurück, um den Rat davon zu überzeugen, dass die unabwendbare Zerstörung aller intelligenten Lebensformen in der Galaxie unmittelbar bevorsteht, eigentlich sogar schon an die eigene Tür klopft. Kaum wurde der Rat der Fahrlässigkeit beschuldigt, da bricht auch schon die Hölle über die Erde herein. Die Reaper, die einem ewigen Kreislauf der Vernichtung folgen und daher stets die wiederaufstrebende Hochkultur anderer Rassen vernichten, haben nun den aktiven Krieg begonnen und nahezu die gesamte Galaxie in ihrer Hand.Doch Shepard steht schon bereit, im Namen der Allianz für ein gutes Ende zu sorgen. Um sein Ziel zu erreichen, muss er mitsamt seiner Normandy-Crew von Planet zu Planet fliegen und die zum Teil verfeindeten Rassen miteinander zu verbünden, um so eine mächtige Armee zu erschaffen, die es mit viel Glück mit den Reapern aufnehmen kann.Auf seinem Weg trifft er viele Bekannte, alte Feinde und auch neue Individuen, die seine Mission erleichtern oder erschweren wollen. Hier hat BioWare ganze Arbeit geleistet. Die Geschichte um den Commander herum funktioniert nahtlos und beweist einmal mehr, wie durchdacht das Mass Effect-Universum tatsächlich ist und wie authentisch die einzelnen Rassen inszeniert wurden. So gilt es, Konflikte zwischen den Turianern und Kroganern zu beenden, über das Schicksal mechanischer Geth zu entscheiden oder auch die ehemaligen Verbündeten von Cerberus zu bekämpfen. Der Unbekannte spielt hier auch wieder eine zentrale Rolle. So scheint er mehr über die Reaper zu wissen und seinen eigenen Weg zu verfolgen, diese von der Vernichtung der Menschheit abzuhalten. Im dritten Teil der Reihe werden die Motive der einzelnen Fraktionen neu definiert. So vergessen selbst die stolzesten Rassen ihre Prinzipien, um die Galaxie gemeinschaftlich mit natürlichen Feinden zu verteidigen.Auch wenn es viel Kritik gehagelt hat, ist die Story von Mass Effetct 3 eine riesige, epische und dramatische Verkettung von komplexen Schicksalen und Tragödien, die sich hinter Hollywood nicht zu verstecken braucht. Eher im Gegenteil, denn BioWare und EA haben es geschafft, mit einer 25-Stunden-Geschichte mehr Spannung aufrechtzuerhalten, als so mancher 2-Stunden-Film im Kino das je könnte.Auf den ersten Blick hat sich zum Vorgänger nicht viel getan. Man steuert Shepard noch immer aus einer dritten Person, feuert aus der Deckung heraus, gibt seinen Teammitgliedern Befehle und erfüllt die kurzweiligen Missionen, indem man unzählige Feinde abschießt oder hier und da mal einen Knopf drückt. Die Inszenierung dessen wurde jedoch noch einmal verbessert: So ist nun deutlich mehr auf dem Schlachtfeld los, und die Gegnerhorden agieren intelligenter sowie in größeren Verbänden. Hier hilft nur der richtige Einsatz von Waffengewalt und zusätzlichen Fähigkeiten, die von der gewählten Klasse abhängig sind. So können Techniker Geschütze und Barrieren lahmlegen, während Biotiker diese eher zum Schweben bringen oder mit einer Singularität einen Bereich verlangsamen. Hier ist die Wahl der richtigen Gruppenmitglieder von Bedeutung. Eine sinnvolle Ergänzung von Shepards Fähigkeiten ist in vielen Bereichen absolut vonnöten, da gepanzerte Feinde oft auch mit biotischen Barrieren und anderen Hürden daherkommen. Der Nahkampfangriff lässt sich nun in kürzester Zeit zu einem mächtigen Hieb aufladen, um eben solche hartnäckigen Feinde aus nächster Nähe besser beharken zu können. In puncto Waffengewalt wurde ebenfalls noch eine Schippe draufgelegt. Da sich alle Waffen dieselben Magazine teilen, ist zumindest hier kein taktisches Vorgehen notwendig. Die Waffen haben jedoch je nach Schwerpunkt andere Gewichtsklassen und werden so auf das Gesamtgewicht von Shepards Inventar aufgerechnet. Dieses verlangsamt um X % den Cooldown seiner Fähigkeiten. Es ist daher von einem kompletten Arsenal abzuraten. Am sinnvollsten ist hier eine Kombination aus zwei Waffen, die auf Shepards Fähigkeiten zugeschnitten sind. Neben zwei Handfeuerwaffen können so je eine Schrotflinte, ein Scharfschützengewehr oder auch eine automatische Waffe mitgenommen werden. In Mass Effect 3 kommt es zudem nun öfter vor, dass Shepard Reaper-Waffen aufheben kann und diese für eine kurze Zeit mit verheerendem Schaden auf die Feindbestände einwirken.Aber es spielt sich nicht alles auf dem Schlachtfeld ab. Natürlich kann der Commander wieder auf seinem Schiff, der Normandy, herumlaufen und mit seinen Crew-Mitgliedern sprechen. Hier bestimmt vor allem die eigene Vorgehensweise die Beziehung zu den Charakteren. Der Spieler hat oft die Wahl zwischen Freundlichkeit und Boshaftigkeit, sodass so auch der eigene Charakter definiert werden kann. So kann Shepard auf den einzelnen Ebenen der Normandy mit seinen Leuten sprechen, ihnen Mut machen, sich ihre Sorgen anhören oder auch Sondermissionen erhalten, die ihn und seine Crew enger zusammenschweißen. Zusätzlich kann Shepard sich auch wieder auf der Citadel, einer im All befindlichen Raumstation für Millionen von Lebewesen, aufhalten, um dort nach Missionen Ausschau zu halten, Kontakte zu knüpfen oder einkaufen zu gehen. Jeder Laden ist sein liebster auf der Citadel, und so findet er dort neben Waffen und Modifikationen für eben solche auch neue Panzerungen für seinen Anzug und Modellschiffe für seine Kabine, in die er natürlich auch wieder einige Frauen beziehungsweise Männer einladen kann. Je nach Geschlecht der eigenen Figur werden andere Personen zugänglich, wobei auch homosexuelle Handlungen wieder möglich sind.Es gibt also viel zu tun in der Galaxie. Über die Sternenkarte erreicht man daher jedes wichtige System, kann Planeten scannen - wenn auch wesentlich seltener als im zweiten Teil - und muss vor nahenden Reaper-Schiffen fliehen, die aufgrund des Scans aufmerksam geworden sind. Aber was ist das „Hauptziel“ des Spiels an sich? Natürlich die Story abzuschließen, doch gibt es auch hier wieder mehr als ein mögliches Ende für die Saga um Commander Shepard und die Crew der Normandy. Um das Bestmögliche zu ergattern, ist es daher vonnöten, Kriegsaktivposten zu sammeln, die auf der Normandy eingesehen werden können. Jeder Verbündete wird hier mit raufgerechnet, sodass die aktuelle Truppenstärke jederzeit im Blick gehalten werden kann. Wer den Mehrspielermodus spielt, kann zudem auch Kriegsaktivposten sammeln, um so eventuelle Fehlentscheidungen im Einzelspielermodus auszugleichen. Der Galaxy at War-Modus, wie sich der Online-Bereich nennt, ist als Ergänzung zum Hauptspiel anzusehen, jedoch werden bekannte Gesichter hier vergebens gesucht. Stattdessen wählt jeder Spieler eine Klasse und kämpft parallel zur Geschichte an den unterschiedlichsten Standpunkten für die gute Sache. Online können daher Wellen von Gegnern mit bis zu drei weiteren Spielern bekämpft werden.Und da BioWare etwas auf sich hält, kann natürlich auch grafisch einiges erwartet werden. Wer den zweiten Teil gespielt hat, weiß, dass Mass Effect für eine qualitativ hochwertige Präsentation steht. Grafisch hat Mass Effect 3 einiges zu bieten. Geschmeidige Bewegungen, hervorragende Gesichtsanimationen und ein wahres Effektfeuerwerk halten den Spieler stetig bei Laune. BioWare ist es absolut gelungen, den Spieler zu jeder Sekunde in ein hoffnungsloses Schlachtfeld zu transferieren, in dem Druck aufgebaut wird und die Bedrohung allgegenwärtig zu sein scheint. Die dichte Atmosphäre wird durch die filmreife Geschichte weitererzählt, die in intelligenten Dialogen ebenso wie in hochwertigen Zwischensequenzen vorangetrieben wird. Hier tut auch die musikalische Untermalung ihr Bestes, um den cineastischen Flair aufrechtzuerhalten. Diese ist je nach Situation unterschiedlich und reicht von aufheiternd über melancholisch bis hin zu futuristisch. Letztere Klänge unterstreichen das Auftreten der unterschiedlichen Rassen.Aber auch Mass Effect 3 kommt nicht ohne Kehrseite aus. Während die PC- und die Xbox 360-Version butterweich laufen, stottert die PS3-Fassung bereits bei einfacheren Zwischensequenzen und schafft es manches Mal nicht, eben solche abzuspielen. Die Figuren bleiben kerzengerade stehen, während ihre Gesichtsanimationen die aktuelle Situation dennoch umrahmen. Gelegentlich gibt es außerdem Probleme mit dem Auslösen von Skriptereignissen. Schade, denn so wird das sonst so starke Game in ein schlechtes Licht gerückt.Alles in allem ist Mass Effect 3 die Krönung einer kinoreifen Saga um Commander Shepard, die neben moralischen Entscheidungen und kriegerischer Ausdauer auch den Hang zur Emotionalität mit sich bringt und einen jeden Fan für gute 30 Stunden bei der Stange halten wird. BioWare hat einen würdigen Abschluss für die Geschichte um den sympathischen Allrounder gefunden, welcher jedoch verstärkt mit Symbolen auskommt, die eine gewisse Tiefgründigkeit verlangen.
Mass Effect 3
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
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Pro
- Filmreife Geschichte mit einigen Überraschungen
- Musik & Sprecher herausragend
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Contra
- Einige bekannte Charaktere nur noch Randfiguren
- Cutscene-Bugs trüben den Spielspaß
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Neuerscheinungen
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