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Zurück zur Spiel-Seite Assassin's Creed III - Spieletest

Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten. So wird es zumindest heute gehandelt. Doch der Weg dorthin war von Jahrhunderten der Unterdrückung, Intrigen und Kriegsherrschaft übersät, der nicht zuletzt auf dem Rücken der Ureinwohner - heute unweit als „Indianer“ bekannt - ausgetragen wurde. Im dritten Kapitel der Reihe wird jedoch nicht nur die Seite der um Freiheit ringenden Ureinwohner erzählt, sondern auch die Herkunft des hünenhaften Freiheitskämpfers, der mit Tomahawk und Pfeil & Bogen seit geraumer Zeit durch das Internet hechtet und Assassins Creed 3 so besonders macht.

Seine Wurzeln reichen weit über den atlantischen Ozean hinaus, bis in die von Nebelschwaden und fragwürdiger Zahnhygiene überfluteten Straßen von Großbritannien. Haytham Kenway, seines Zeichens ebenfalls ein Vorfahre Desmonds, wird mit einer simplen Aufgabe in die neue Welt entsandt: In der Wildnis Amerikas soll eine versteckte Kammer der ersten Zivilisation zu finden sein, die Kenway lokalisieren soll. Mit einer Gruppe vertrauenswürdiger Handlanger an seiner Seite korrespondiert er so mit jedem, der ihn bei seiner Suche unterstützen kann.

Während seiner Mission trifft er auch so auf die Ureinwohner, die mehr über die geheimnisvolle Kammer wissen, als Kenway zuerst vermutet. Es kommt, wie es kommen muss: aus einer Liaison mit einer Ureinwohnerin entsteht ein Junge. Hier macht Assassins Creed 3 den ersten Zeitsprung über mehrere Jahre hinweg.


Doch Connors Motivation ist dann eine ganz andere. Er spürt die Bedrohung, die die Einwanderer aus Europa mit sich bringen und möchte seinen Stamm beschützen. Doch die rigorosen Methoden Kenways fordern ihren Tribut und so entsteht eine von Hass erfüllte, persönliche Vendetta gegen den Templerzirkel. Connor sieht sich umringt von Feinden in einer Heimat, die sich nicht mehr richtig anfühlt. Mit nur wenigen Verbündeten beginnt er, es seinen Vorfahren gleich zu tun. Nur als Assassine kann er einen Templer stoppen. Auch wenn die pure Waffengewalt und Truppenstärke gegen ihn stehen, niemand kennt die Wildnis so gut wie sein Volk.

Und so ist Connor wesentlich mobiler als noch seine Vorgänger. Natürlich kann auch er die schier unendlichen Möglichkeiten nutzen, die die größeren Städte ihm zur Fortbewegung bieten, macht jedoch auch in der Wildnis nicht halt. Dank der einführenden Zweitbesetzung ist hier sogar ein direkter Vergleich spürbar. Während Kenway „lediglich“ über Häuserdächer stolziert und an ihren Fassaden emporklettert, kann Connor auch über Bäume wandern und sich in deren Baumkronen verstecken. Hinterhältige Attacken aus den Wipfeln heraus oder geduldiges Ausharren, um auf die nächste Beute zu warten gehören zum Standardrepertoire.

Letzteres ist auch dringend nötig, um mit den Gefahren der amerikanischen Wildnis fertig zu werden. Um an wertvolle Materialien wie zum Beispiel Tierfelle oder Gebeine zu kommen, kann Connor zudem Fallen aufstellen und Köder platzieren. Ein ruhiger Schritt und die nötige Geduld sind von Nöten, um möglichst nah an das begehrte Wild heranzukommen. Hüfthohe Büsche helfen dabei für jedes Wesen, ob Tier oder Mensch, unentdeckt zu bleiben. Gelingt es Connor mit der richtigen Kombination aus Köder, Falle oder Waffeneinsatz ein Tier zu erlegen, kann er dieses häuten und ausnehmen. Je nachdem, mit welchen Mitteln er seine Beute erlegt hat, erhält er mehr oder weniger. So wird Reh, welches mit den blanken Händen zur Ruhe gebracht wurde, stets mehr wert sein, als ein zerlöcherter Kadaver, der mit Pfeilen oder Kugeln übersät ist.


Um unentdeckt zu bleiben, helfen jedoch nicht nur die Pflanzen der amerikanischen Natur, obgleich diese als effektivstes Mittel in der Jagd eingesetzt werden. Connor kann zudem in der Menge untertauchen, sich in „Gespräche“ verwickeln, ein Päuschen auf einer Bank einlegen oder sich in einen Brunnen hängen. Die obligatorischen Heuhaufen sind natürlich auch wieder mit von der Partie. In die Menge geworfenes Geld kann zudem Unruhen auslösen, die ebenfalls zur Flucht verwendet werden können. Selten wird jedoch eine Kombination aus mehreren Methoden benötigt, da KI und Missionsdesign oft sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Die künstliche Intelligenz ist zudem wieder sehr spielerfreundlich und bietet kaum Raum für Frust.

Die Aufgaben erfreuen sich einer großen Bandbreite an möglichen Kombinationen und kaum eine Mission gleicht der anderen. So kann Connor Ansiedlern helfen, die Kolonie, in der auch er lebt, weiter auszubauen, kämpft gegen Unrecht oder schleicht sich durch die bevölkerten Großstädte, um Fahndungszettel abzureißen oder Unruhen zu verhindern. Repetitives Missionsdesign muss draußen bleiben!

Hinzu kommen nun auch noch epische Seeschlachten, in denen Connor das alleinige Kommando über sein Schiff hält. Halbes oder volles Segel, Kanonenstakkato oder gezieltes Feuern, alles ist möglich. Wird die Mannschaft beschossen, kann Connor zudem eine taktische Deckungssuche befehlen, damit sich die Crew auf Deck zusammenkauert. Auf der Karte können aktuelle Windsituationen eingesehen und abgeschätzt werden. Mit Vorderwind ist nicht gut segeln, Seitenwind kann das Schiff bedrohlich nahe an Land oder ein Riff bringen. Idealerweise stellt der Wind mit kräftigen Schüben die Segel von hinten auf. So kann maximale Fahrt aufgenommen und das Ziel schnellstmöglich erreicht werden. Wie heißt es so schön? Eine Seefahrt, die ist lustig… Und das trifft bei Assassins Creed 3 den Nagel auf den Kopf. Auch wenn es sich nach mehrmaligen Spielen etwas abnutzt: Die Seeschlachten machen einen mordsmäßigen Spaß!


Aber nicht nur das Rumschippern erweckt Freude, auch die Präsentation des Titels kann sich sehen lassen. Optisch hat Ubisoft hier etwas Fulminantes auf die Beine gestellt, was sich vor Uncharted oder God of War nicht zu verstecken braucht. Detailreiche Großstädte mit vielen lebhaften NPCs, eine dichte Atmosphäre in der Wildnis und nicht zuletzt die opulente Welt, die sich zudem noch in unterschiedlichen Gewändern zeigt. Schneebedeckte Täler, von Sonne geflutete Klippen. Dank der Zeitsprünge ist alles mit dabei.

Die eindrucksvollen Cutscenes und die starken Charaktermodelle werden zudem von einem wuchtigen Soundtrack und einer ganzen Reihe an namenhaften Sprechern unterstützt, die das Ganze nochmal besser machen.

Auf das ohnehin schon prall geschnürte Päckchen kommt noch ein spaßiger Online-Modus, in dem man im Deathmatch gegen andere Spieler kämpft, im sogenannten Wolfrudel gemeinsam kooperative Missionen erfüllt oder im Domination-Modus Gebiete erobert und so Stück für Stück das ganze Land einnimmt. Spaßige Angelegenheit, die die Spielzeit des Titels nochmal verdoppelt!

Lediglich die Abschnitte außerhalb der Simulation wirken etwas karg und unvorteilhaft. Hier wäre etwas mehr Feinschliff wünschenswert gewesen.

Assassins Creed 3 ist ein wahres Actionfeuerwerk, das seinesgleichen noch lange suchen wird. Einzig und allein der zu leichte Schwierigkeitsgrad, verbunden mit der eher mageren KI ziehen den Titel ein wenig runter. Aber wirklich nur ein ganz klein wenig!

 

Assassin's Creed III
90.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Usk: USK 16
Pro
- Große Welt
- Viele Nebenaufgaben
- Spaßige Onlinepräsenz
Contra
- Schwierigkeitsgrad zu lasch
- Kleinere Bugs nerven den Spielfluss
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