Über die letzten fast 10 Jahre, hat sich die Burnout Serie
zu einer der bedeutendsten Reihen im Genre der Arcade-Rennspiele entwickelt. Dabei
konnte sie stets mit innovativen Ideen glänzen, wie beispielsweise den
Takedowns. Leider ist es nach dem Inselableger Paradise recht still geworden
und die Fans warten sehnlichst auf einen Nachfolger. So wie es ausschaut müssen
diese noch etwas länger warten, denn der erste PSN Ausflug konzentriert sich
lediglich auf den Crashmodus.
Eingeführt wurde die wilde Materialschlacht erstmalig in
Teil 2 der Serie. Das Konzept ist hierbei ganz simpel – ein Wagen rast mit
überhöhter Geschwindigkeit auf eine dicht befahrene Kreuzung und kracht mit
Schmackes hinein. Ziel ist es, möglichst viele Fahrzeuge in den Unfall zu
verwickeln und den maximalen Sachschaden zu erreichen. Burnout 3 erweiterte
diesen Modus um den Crashbreaker. Ist man mit einer bestimmten Anzahl an
Fahrzeugen kollidiert, lässt sich der eigene Wagen in die Luft sprengen. Segelt
man durch die Luft, kann man das brennende Wrack zusätzlich steuern und weitere
Unfälle provozieren. Jedoch sollen an dieser Stelle die Erwartungen nicht zu
hoch geschraubt werden. Denn so spektakulär dieser Spielmodus in bisherigen Titeln
auch war, so uninspiriert wird er hier präsentiert.

Denn gespielt wird hier ausschließlich in der
Vogelperspektive. Für einen preiswerten Titel zum Herunterladen sicher nicht
verwerflich. Doch leider präsentiert sich auch die Optik äußerst trist. Alles
hat einen Hauch von Comic-Grafik und wirkt ziemlich billig. Mit einigen
Abstrichen könnte man den Titel locker auf einem iPhone spielen - was Burnout
Crash auch deutlich besser stehen würde. Erst kürzlich hat Renegade Ops
gezeigt, wie toll ein Spiel aus der Vogelperspektive aussehen kann und gerade
die bisherigen Teile der Burnout-Reihe waren stets ein Garant für tolle Grafik.
Wieso also nicht hier? Selbst das sonst so hochgelobte und sehr detaillierte
Schadensmodell glänzt hier durch vollkommene Abwesenheit. Getroffene Autos wechseln
ihre Textur einfach von „Ganz“, in „Verbeult“.
Immerhin lässt sich nun auch die Umgebung zerstören, was man
beinahe als Neuerung bezeichnen könnte. Auf jeder der freischaltbaren 18
Kreuzungen stehen allerlei Häuser rum, in welche man mit dem eigenen Wagen
krachen oder fremde Fahrzeuge hineinschubsen kann. Ein Energiebalken
signalisiert daraufhin den Zustand des Gebäudes. Bei genügend Treffern sackt es
in einer Staubwolke zusammen und bringt einen großen Geldbetrag auf das
Crashkonto. Dieses in die Höhe zu treiben ist auch das Hauptziel in den drei
verschiedenen Spielmodi. Allerdings ist das Spielprinzip immer dasselbe. Im „Road
Trip“ gilt es die Kreuzung mit so vielen Fahrzeugen wie möglich zu blockieren.
Diese kommen von allen vier Seiten und sollten fünf davon die Kreuzung
passieren ohne in einem Feuerball zu enden, wird das Spiel frühzeitig beendet.

Dabei gibt es stets Nebenaufgaben, beispielsweise einen
bestimmten Wagen zu zerstören oder ihn in ein Bodenloch zu schieben.
Zwischendurch durchqueren stets Bonusfahrzeuge die Kreuzung, zum Beispiel ein
geldbringender Banktransporter, oder ein Krankenwagen, welcher um jeden Preis
verschont werden muss. Hat man alle Wellen überstanden folgt das alles
vernichtende Super-Feature. Dies kann ein Wirbelsturm, ein Ufo-Angriff oder ein
abstürzendes Flugzeug sein. Auf jeden Fall radiert es den ganzen Schirm aus und
sorgt zum Abschluss noch einmal für dicke Bonuspunkte. Wie man sich geschlagen
wird am Ende in einer Abrechnung angezeigt. Für jede werden bis zu fünf Sterne
vergeben, drei für das Crashkonto, einer für das Aktivieren des Super-Features
und der letzte ist für die Bonusaufgabe. Mit den gesammelten Sternen werden
weitere Autos freigeschaltet, welche stärker sind und sich besser steuern
lassen.
Der zweite Spielmodus trägt den Titel „Rush-Hour“. Hier muss
in 90 Sekunden möglichst viel Sachschaden angerichtet werden. Sorgen um davonfahrende
Autos muss man keine haben, nur die Zerstörung zählt. In „Pile-Up“ muss mit so
wenig Fahrzeugkontakten wie möglich der größte Schaden angerichtet werden.
Gestartet wird mit einem fünffachen Punktemultiplikator, welcher mit jedem
entwischten Wagen sinkt. Ist die bestimmte Anzahl an Kontakten erreicht folgt
ein letztes Inferno und das Spiel ist vorbei. Leider ist der Erfolg oft vom
reinen Glück abhängig. Dies gepaart mit den hohen Punkteanforderungen sorgt für
stetige Neustarts der Kreuzungen. Das Problem dabei ist jedoch, dass bereits
nach spätestens einer Stunde triste Langeweile einkehrt, da sich quasi jede
Kreuzung gleich spielt und einfach kein Spielspaß aufkommen möchte.

Sicherlich haben die meisten gelächelt, als sahen wie David
Hasselhoff im Hähnchenkostüm Werbung für dieses Spiel machte. Doch auf eine
eigenartige Weise macht dies sogar Sinn. Der Hoff‘ und Burnout Crash haben
eines gemeinsam: Einst wurden sie verehrt und von allen geliebt. Nun sind sie
lediglich ein Schatten vergangener Erfolge. Das hier gebotene Stück Software
hätte sich auf einem Smartphone, oder als kostenloses Flashgame wohl besser gemacht.
Das unterhaltsame Spielprinzip der Crash-Kreuzungen wird hier derart fad und billig
präsentiert, dass es nicht einmal als Partyspiel taugt. So etwas „Burnout“ zu
taufen grenzt an Schweinerei. Pfui Criterion Games!
Wertung: befriedigend