Sommer, Sonne, Party. Das ist der Plan der Brüder Jason,
Grant und Riley, die zusammen mit ihren Freunden Oliver, Keith, Liza und Daisy einen
Abenteuerurlaub erleben wollen. Alkohol, laute Musik und jede Menge Action
gehören zum täglichen Entspannungskurs. Doch jeder noch so schöne Urlaub findet
mal ein Ende, auch wenn nur die wenigsten in der Hölle landen, in der sich
Jason und seine Gruppe wiederfinden. Nach einem Fallschirmsprung über einer
idyllischen Inselgruppe finden sie sich in den Fängen von Vaas Montenegro
wieder, dem Anführer heimischer Piraten, die das Archipel mit eiserner Hand und
Waffengewalt regieren und sich nehmen, was sie wollen.
Es kommt wie es kommen muss: Die Freunde werden getrennt und
ein tragisches Schicksal ereilt sie. Doch Jason, der bis zu dem Zeitpunkt noch
nie Kontakt mit feindlichen Übergriffen dieser Natur gehabt hat, kann fliehen
und wird von Dennis, einer führenden Persönlichkeit in den Reihen der Rakyat,
einer Gruppierung von Freiheitskämpfern, die sich gegen Vaas‘ Piratenregime
auflehnen, gerettet. Dieser verspricht ihm Hilfe bei der Suche nach seinen
Freunden, doch erklärt auch, dass dies nur möglich ist, wenn Jason den Pfad des
Kriegers beschreitet und im Gegenzug den Rakyat hilft, die Insel
zurückzuerobern.
Ein blutiger Kampf gegen kompromisslose Feinde beginnt, in
dem Jason mit Hass, Sadismus und der gnadenlosen Attitüde von Vaas konfrontiert
wird. Dennoch wird er versuchen, über sich hinauszuwachsen, um zu schützen und
zu rächen, was er liebt. Die Story kombiniert erschreckende Szenarien,
realistisch inszenierte Charaktere und eine stimmige Kulisse, die von der
ersten Minute an fesseln.

Um Erfahrung in der alternativen Kriegsführung zu erlangen
und sich eine Reputation bei den Rakyat aufzubauen, ist es von Nöten, neben der
eigentliche Hauptaufgabe auch Auftragsmorde oder Jagdherausforderungen zu
absolvieren. Diese sind meist an besondere Vorgaben gekoppelt, die die Art des
Kills, das Territorium oder die zu verwendende Waffe vorgeben. Wer im dichten
Gestrüpp des inselhaften Dschungels mit Pfeil und Bogen einen Panther zur
Strecke bringen soll, hat sich nach geschaffter Aufgabe auch redlich Respekt
verdient!
Die Insel ist dabei in mehrere Bereiche unterteilt, in denen
es befestigte Stützpunkte der Piraten zu erobern gilt. Diese sind meist mit
einer Alarmanlage gesichert, die Verstärkung in den Bereich ruft, sollte der
offene Kampf gesucht werden. Ein taktisches Vorgehen mit Stealthkills,
sogenannten Takedowns, ist hier zu empfehlen. Die Alarmvorrichtung kann zudem
sabotiert werden, um den Bereich zu isolieren und so auch mit etwas mehr Krach
gegen die bis an die Zehen bewaffneten Unterdrücker vorzugehen.
Jeder übernommene Bereich steigert das Ansehen bei den
Rakyat und ermöglicht es Jason, vor Ort Waffen zu kaufen oder gefundene
Wertgegenstände zu Geld zu machen. Diese sind meist in Kisten zu finden, die
auf der Karte angezeigt werden, sobald ein Funkturm reaktiviert wurde. Das
gesamte Kommunikationsnetz der Insel wurde ebenfalls von den Piraten
manipuliert und muss nach und nach wieder freigelegt werden. Hierfür muss man
zunächst auf einen der vielen Funktürme klettern und dort die Störvorrichtung
der Piraten zerstören. Ist dies erledigt, werden mehrere Informationen über das
Gebiet auf der Karte verfügbar. Schätze, Flora und Fauna oder auch
Herausforderungen können so gefunden werden.
Für jede erledigte Aufgabe und auch jeden getätigten Kill
gibt es Erfahrungspunkte, die nach und nach Fähigkeitspunkte freischalten.
Diese sind nötig, um in den Fähigkeitenbäumen, hier Pfade genannt,
voranzukommen und so zum Beispiel verbesserte Takedowns, ein sichereres
Händchen im Umgang mit Pflanzen oder einfach nur mehr Gesundheit
freizuschalten.

Zusätzlich zu seinen direkten Fähigkeiten muss Jason auch
die Traglast, die ihn begrenzt, stetig erhöhen. So beginnt er mit nur wenig
Stauraum für die unterschiedlichsten Waffen, Arzneien und anderen Gegenständen,
die er nach und nach durch die Jagd erweitert. So benötigt er Schweineleder, um
sich eine größere Brieftasche herzustellen oder kann erst weitere Waffen
mitführen, wenn er genug Leder für weitere Waffengurte parat hat. Durch die
Jagdaufgaben erhält man zudem noch besonderes Leder, mit dem die jeweils
ultimative Variante einer jeden Tasche fabriziert werden kann. Nicht selten
verbringt man ganze Spielsessions damit, in der Wildnis herumzustromern, um das
richtige Leder zu ergattern. Spezielle Spritzen, die ebenfalls selbst
hergestellt werden, können zudem die Jagdfähigkeiten beeinflussen und machen
zum Beispiel die Silhouetten von Tieren auch durch undurchsichtige Flächen
hindurch sichtbar.
Auch wenn der Kampf gegen die Natur sicherlich seinen Reiz
hat, ist es doch die Konfrontation mit den Piraten, die für Nervenkitzel sorgt.
Die Inszenierung dessen ist so gut gelungen, dass jedes zu attackierende Lager
einem Actionfilm gleicht. Hat man sich unentdeckt angeschlichen, kann durch
fokussiertes Zielen – ein Foto mit der Kamera tut es auch – ebenfalls die
Silhouette der Gegner sichtbar gemacht werden. Dies dient zur guten
Vorbereitung für einen organisierten Angriff und hilft vor allem den
schleichenden Spielern ungemein. Fahrzeuge, Ölfässer oder auch große Tanks und
Tankstellen können zudem stilecht explodieren und so ganze Massen an Gegnern
ausschalten. Der Lärm, der dabei entsteht, kann jedoch Patrouillen anlocken,
die vielleicht grad zufällig in der Nähe sind.

Durch das dynamische Feuer ist es möglich, Häuser
auszuräuchern und so eventuell versteckte Feinde herauszulocken oder auch mit
einem Molotov-Cocktail ganze Waldstreifen in ein flammendes Inferno zu
verwandeln, um so Wege abzuschneiden oder auch Personen einzukesseln. Alles in
allem fühlt sich der Kampf in Far Cry 3 unglaublich gut an, ist zu keiner
Sekunde langweilig und beweist, was technisch auf der PS3 alles möglich ist.
Neben den bereits genannten Aufgaben kann man zudem an der
örtlichen Rennliga teilnehmen, Medikamente zu wichtigen Punkten bringen oder
Ubisoft-Herausforderungen absolvieren. Die Fülle an möglichen Beschäftigungen kann
sicherlich für einige Wochen motivieren. Far Cry 3 ist randgefüllt mit Action!
Bei so einer großen, interaktiven Welt kann man sicherlich
nicht viel von der Technik erwarten. Bethesdas Skyrim hat gezeigt, dass eine
exakte Kopie eines für den PC optimierten Titels mit deutlichen Schwächen
daherkommt, wenn diese auf einer weniger leistungsstarken Architektur laufen
soll. Auch hier hat Ubisoft es geschafft, uns zu überraschen!
Far Cry 3 sieht auch auf der PS3 absolut fantastisch aus,
bietet ein nur von wenigen Rucklern und Tearing gestörtes Panorama-Erlebnis,
das dazu einlädt, die idyllische Inselgruppe zu erforschen und die vielen,
detaillierten Spots zu entdecken, die abwechslungsreicher nicht sein könnten.
Ob eine versteckte Mine innerhalb einer Bucht, japanische Bunkeranlagen aus dem
Zweiten Weltkrieg oder auch versunkene Schiffe oder Ruinen aus altvorderer
Zeit. Far Cry 3 wird nur selten langweilig und lebt von dicht inszenierten
Momenten.

Sicherlich ploppt hier und da mal das Gras rein und auch
matschige Texturen lassen sich an manchen Stellen nicht vermeiden, doch wurde
hier eine sehr souveräne Leistung erbracht, die eine nahezu perfekte Symbiose
aus Leveldesign und Environment Art darstellt.
Die stilistischen Klänge der Autoradios, die zufälligen
Gespräche von Passanten und auch die dumpfen Klänge, die sich der Situation
anpassen, tun ihr Bestes, um den Spieler nie aus der Immersion zu reißen.
Hinzu kommen die renommierten deutschen Sprecher, die den
direkten Vergleich mit ihren englischen Kollegen nicht zu scheuen brauchen,
diese in manchen Situationen sogar übertrumpfen. Bekannte Stimmen, wie etwa von
Heath Legder oder Leonardo Dicaprio, tragen immens viel zu der
spannungsgeladenen Atmosphäre bei.
Far Cry 3 ist der
Beweis: die Black Lady kann so viel mehr, als aktuelle Shooter-Ikonen aus ihr
rausholen. Der Titel sieht unglaublich aus, bietet Massen an Möglichkeiten und
lädt so zu langen Spielsessions ein, die jeden Spieler, der auf dichte Action
steht, lange bei der Stange halten werden! Alles richtig gemacht, Ubisoft!