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Zurück zur Spiel-Seite Sly Cooper: Jagd durch die Zeit - Spieletest
Im wahren Leben würden sich wohl nur wenige Leute einen Waschbären ins Haus holen. Die Tiere sind dafür bekannt, nicht selten mal die Mülltonne zu plündern oder anderen Schabernack zu treiben. Die perfekten Diebe könnte man meinen. Ob den Entwicklern von Sly Cooper damals wohl ähnliche Gedanken im Kopf herumschwirrten? Ganz egal, der kleine charmante Waschbär hat sich mit seiner Spiele-Reihe zu einem beliebten Helden gemausert, der erst kürzlich mit einer HD-Neuauflage der alten Teile in Erscheinung getreten ist. Nachdem Sly Cooper: Jagd durch die Zeit eigentlich schon im letzten Jahr erscheinen sollte, kommt das neueste Abenteuer nun mit etwas Verspätung in die Läden.

Doch wer schon einmal einen Teil der Serie gespielt hat, wird sich auch hier recht schnell zurechtfinden. So startet das Abenteuer im bereits bekannten Museum in Paris. Dort will Sly ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit stehlen. Während dieser Einführungsmission werden Neulingen noch einmal die wichtigsten Einlagen des Hauptcharakters erläutert. So springt und schleicht Sly wie gehabt über Seile, Mauern und andere Hindernisse hinweg und versucht möglichst elegant sowie unerkannt an den Gegnerscharen vorbeizukommen. Nach wenigen Minuten darf man aber auch schon Hand an die beiden Figuren Murray und Bentley legen, die etwas anders zu verwenden sind.



Das pinke Nilpferd ist nämlich alles andere als filigran und versucht seine Aufgaben daher mit reiner Muskelkraft zu erledigen. Dazu stehen ihm mehrere Kombos zur Verfügung und im Gegensatz zu den anderen Recken, braucht er nicht so viel Angst vor größeren Feinden zu haben. Die Schildkröte Bentley sitzt im Rollstuhl und hat es daher mit Klettereinlagen schwer. Dennoch kann sein Gefährt über Abgründe gleiten und einen integrierten Granatenwerfer gibt es obendrein. Ein starkes Trio also, das es wie erwähnt abermals auf einen Raub abgesehen hat. Doch wozu das Ganze dieses Mal? In Sly Cooper: Jagd durch die Zeit dreht sich alles um das Buch der Meisterdiebe, das Sly von seinen Vorfahren erhalten hat. Seine Artgenossen haben dort alle wichtigen Tricks für erfolgreiche Beutezüge niedergeschrieben, doch seit einiger Zeit verblassen diese Worte und verschwinden ganz plötzlich.

Die Gruppe findet heraus, dass die Antworten in der Vergangenheit zu suchen sind und baut daher eine Zeitmaschine. Doch um die Vorfahren von Sly zu besuchen, brauchen sie das Relikt aus dem Museum. Sie können gerade noch so entwischen und vor der Ex-Freundin des Hauptcharakters fliehen, die zufälligerweise eine Polizistin ist, und landen ohne Umwege im alten Japan. Dort angekommen gilt es erst einmal die Gegend zu erkunden. Das Areal ist im Grunde frei begehbar. Überall in der Gegend gibt es versteckte Items und andere Dinge, die sich einsammeln lassen. Bei Bedarf kann man auch ordentlich Gegner verkloppen und damit Münzen einheimsen, die wiederum dazu dienen, zusätzliche Fähigkeiten zu erstehen.



Die jeweiligen Charaktere müssen allerdings Aufträge erfüllen, um den Artgenossen des Waschbären zur Hilfe zu eilen. Je nachdem mit welcher Spielfigur man antreten muss, kommt eben die jeweilige Stärke zum Einsatz. So spielen sich sämtliche Missionen anders, was durch zusätzliche Minispiele weiter unterstützt wird. Mal müssen Pinguine mit einer Art Baseball-Schläger getroffen werden und in einer anderen Situation gilt es durstige Barbesucher mit Bier zu versorgen. Solche Einlagen entspringen immer dem Kontext und sind zumeist abwechslungsreich und lustig gehalten. Im weiteren Verlauf darf man auch die Vorfahren von Sly spielen, die über spezielle Fertigkeiten verfügen. In Japan kann der Ninja-Waschbär zum Beispiel besonders weite Sprünge ausüben, während es im Wilden Westen zu verschiedenen Schießereien kommt.

Jede Episode handelt in einer anderen Zeit, sodass man von der Steinzeit bis zum erwähnten Wildwest-Setting einige Orte erleben darf. Die Gestaltung lässt sich dabei als ordentlich bezeichnen. Gerade die Comic-Zwischensequenzen sind gelungen und bieten viele ansehnliche Bilder. Ebenso gefallen die Animationen und das Design der Spielfiguren. Dennoch wirkt die Grafik insgesamt eher veraltet. Die Texturen sind zumeist matschig und wirkliche Highlights lassen sich nur äußerst selten ausmachen. Außerdem trüben noch weitere technische Schwierigkeiten den eigentlich sonst recht positiven Eindruck. Die Kamera etwa darf zwar nach Lust und Laune frei justiert werden, dennoch schwenkt sie nach einigen Sprüngen gerne mal in unübersichtliche Einstellungen. Das lässt sich jedoch noch verkraften, die Spitze des Eisbergs sind allerdings die Ladezeiten. In heutigen Zeiten sollte man nicht mehr so lange warten müssen, bis ein Level endlich starten kann. Doch die vielen Unterbrechungen gehören leider zum Alltag von Sly Cooper: Jagd durch die Zeit. Außerdem lässt auch die Synchronisation zu wünschen übrig. Die deutschen Sprecher wirken zum Teil deplatziert, wobei immerhin die Hauptakteure halbwegs gut vertont wurden.



Wesentlich moderner zeigt sich der Titel allerdings bei der Vernetzung der PlayStation Vita-Fassung. Käufer der PlayStation 3-Version können sich die Handheld-Variante kostenfrei herunterladen. Spielstände sind zwischen den Systemen einfach zu übertragen. Beide Fassungen unterscheiden sich in Sachen Gameplay im Übrigen kaum voneinander. Die PlayStation Vita nutzt allerdings besonders bei den Minispielen die Möglichkeiten der Berührungssteuerung. Solche Spielereien lassen sich jedoch auch an der heimischen Konsole wiederfinden, denn etwa die Sixaxis-Funktion wird ebenfalls ab und an eingesetzt.

Fazit:
Sly Cooper: Jagd durch die Zeit erfindet das Rad definitiv nicht neu. Anhänger der Serie werden nur wenige Neuerungen vorfinden und auch die Handlung fischt eher in seichten Gewässern. Dennoch ist das Spiel auf alle Fälle sehr unterhaltsam. Die verschiedenen Episoden, die allesamt in einer anderen Zeit angesiedelt sind, bringen immer wieder Abwechslung ins Geschehen. Technische Schwächen und nervige Attribute wie etwa die äußerst langen Ladezeiten trüben den Gesamteindruck zwar durchaus, aber letztlich schafft es der Titel dank seiner vielen Elemente über die gesamte Dauer zu motivieren. Zudem präsentieren sich die Crossplay-Features als zeitgemäß und sind so ein weiteres Argument, um sich das frische Abenteuer ins Haus zu holen.

- Daniel Dyba


Sly Cooper: Jagd durch die Zeit
80.0%
befriedigend
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Usk: USK 6
Pro
- Hübsche Zwischensequenzen
- Viel Abwechslung
- Passende Crossplay-Funktionen
- Gelungene Missionsgestaltung
Contra
- Durchwachsene Synchronisation
- Matschige Texturen
- Kamera mitunter störrisch
- Grausame Ladezeiten
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