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Zurück zur Spiel-Seite Devil May Cry - HD Collection - Spieletest

Der letzte Funken Hoffnung, dass die PS3 vielleicht doch noch die Abwärtskompatibilität für PS2 Spiele erhält, ist längst gestorben. Macht ja aber nichts, denn die Entwickler lassen ja all ihre gut verkauften Titel noch einmal in besserer Grafik auflegen und veröffentlichen sie dann in den bekannten HD-Collections. Ob das nun jedem gefällt oder nicht, darüber lässt sich sicherlich streiten, aber nicht von der Hand zu weisen ist, dass den meisten Titeln eine solche Frischzellenkur durchaus gut tut. Und außerdem lassen sich so nochmal die „gute alten Zeiten“ durchleben. Eine sehr erfolgreiche Serie zu Zeiten von Sonys Konsole der 2. Generation war die von Dämonenjäger Dante. Der weißhaarige Typ schnetzelte sich durch drei Teile für die PS2 und bekam auch schon seinen Auftritt im Next-Gen-Zeitalter. Nun, kurz vor dem Release des 5. Ablegers der Reihe, wirft Capcom die drei ersten Teile in einer runderneuerten High Definition Kollektion auf den Markt. Lohnenswert oder nicht? Lest selbst!

Stil ist nicht das Ende des Besens…

Drei Spiele auf einer Disk, das ist auf jeden Fall eine Menge Futter für die geneigten Spieler. Dann alle nochmal in Sachen Grafik ordentlich aufpoliert, den geliebten Trophy-Support nicht vergessen und schon haben wir ein Vollpreisprodukt, mit dem man durchaus zufrieden sein kann. Aber gehen wir doch mal auf die einzelnen Teile ein.

Der erste Teil beginnt mit einem fulminanten Intro. Eine uns nicht bekannte Frau taucht wie aus dem Nichts auf und geht in ein Geschäft Namens „Devil May Cry“. Inhaber des Ladens, welcher sich noch als Detektivbüro herausstellt, ist kein geringerer als unser Held Dante. Doch Trish, so der Name unserer mysteriösen Unbekannten, kommt nicht einfach so durch die Tür, nein sie durchbricht sie mit dem Motorrad. Spätestens an dieser Stelle sollte jedem Spieler klar sein, dass einen hier kein bierernstes Actionspiel erwartet. Nach einem amüsanten Dialog folgt auch gleich wieder eine abgedrehte Szene und man kann sich eigentlich schon als gebannt bezeichnen. Man mag es kaum glauben, aber die junge Dame kam doch wahrlich wegen eines Auftrages zu uns. Dieser führt uns nach Mallet-Island. Dort versucht der Dämon Mundus, der von Dantes Vater eigentlich verbannt wurde, aus der Unterwelt zu entkommen. Und natürlich muss das verhindert werden. So spinnt sich also ein netter Plot zusammen, der auch noch mit einigen netten Überraschungen aufwartet. Das Spiel ist in kurze und knackige Kapitel unterteilt, bietet primär natürlich ordentliches Tastengekloppe, jede Menge Gegner, literweise Blut und ab und zu auch mal ein Rätsel. In gewissen Abständen folgt auch ein Bosskampf, mit meist überdimensional großen Kontrahenten. Doch trotz ihrer Größe hat Dante einfach immer einen passenden Spruch auf Lager, was dem Spiel einen unwiderstehlichen Charme verleiht. Das Kampfsystem ist auf die Aneinanderreihung von unzähligen Arten, dem Gegner Leid zuzufügen ausgelegt. Je besser und flüssiger das dem Spieler gelingt, umso höher wird die Bewertung der erbrachten Combo. Die erledigten Bösewichter hinterlassen sogenannte Orbs. Meist sind diese rot und werden dazu verwendet, entweder verschlossene Türen zu öffnen, Gegenstände zu kaufen oder sein Waffen- und Fähigkeitenrepertoire aufzubessern.


Technisch lässt sich nur wenig an dem Spiel aussetzten. Die Neuauflage des mittlerweile 11 Jahre alten Spiels ist wirklich gelungen. Das manche Bewegungen ein wenig abgehackt wirken und die Steuerung ein wenig unpräzise und ob der oftmals starren Kameraperspektive nicht so gelingen will wie gewünscht, lässt sich gut verschmerzen. Wirklicher Kritikpunkt ist die etwas leblose und abwechslungsarme Umgebung. Aber da die einzelnen Abschnitte immer recht kurz gehalten sind und auch kaum mit Action gespart wird, kann man auch hier darüber hinwegsehen.

Nachfolger = Besser?

Heiß ersehnt erschien im Jahre 2003 dann der Nachfolger zu Devil May Cry. Die Hülle des Spiels beinhaltete 2 DVDs, suggerierte also eine erhöhte Spielzeit. Zwar enthielt die zweite Disc das Spiel mit einem anderen Charakter, unterschied sich aber nur marginal von der Version mit Dante. Die Geschichte dreht sich um eine Inselgruppe, auf der vier Relikte aufbewahrt werden, welche dazu dienen, die Dämonen von der Menschenwelt verbannt zu halten. Der Bösewicht Arius will sich nun die vier Dinge aneignen und sich in einen mächtigen Dämon verwandeln. Ein Job also für unser Alter Ego Dante, der es sich ja zur Aufgabe gemacht hat, genau solche übernatürlichen Unholde zu jagen und ihnen den Garaus zu machen.


In Sachen Abgedrehtheit steht Devil May Cry 2 seinem Vorgänger in kaum etwas nach. Allerdings lässt das Spiel grundlegende Eigenschaften eines Nachfolgers vermissen. So hat sich kaum etwas an den Fähigkeiten Dantes getan. Im Normalfall erwartet man doch, dass sich ein Spiel wenigstens ein bisschen weiterentwickelt. Das ist hier kaum der Fall. Auch technisch bietet der zweite Teil der Schnetzelorgie nur durchschnittliche Leistungen. Konnte man bei Teil 1 noch die vielen gleichwirkenden Umgebungen ankreiden, setzt DMC 2 hier noch einen drauf. Was noch verschärfend hinzu kommt ist, dass das alles auch noch schlechter aussieht als im Vorgänger. Hier hat sich Capcom also eher ins eigene Fleisch geschnitten.

Teil 3 – Die Entschädigung

Fassen wir also kurz zusammen, können wir bis hier hin sagen, dass Teil 1 wirklich sehenswerte Action lieferte, Teil 2 hingegen sehr enttäuschte, was auch die vielen Fans so sahen.  Zeit also für Capcom, wieder ein ordentliches DMC auf die wartende Spielerschaft loszulassen. Gesagt, getan. Wiederum zwei Jahre gingen ins Land und der Entwickler veröffentlichte mit Devil May Cry 3 ein Prequel der Extraklasse. Nicht nur, dass die Geschichte für frischen Wind im DMC-Universum sorgte, nein auch sonst überzeugte Teil 3 in allen Belangen. Wie gewohnt steuert man auch hier Dante. Die Geschichte spielt diesmal allerdings noch vor Teil eins und beleuchtet die Beziehung Dantes zu seinem ebenfalls halbdämonischen Bruder Virgil. Durch die verbesserte Steuerung, das aufgemotzte Kampfsystem und die fast über alle Zweifel erhabene Grafik, bot Devil May Cry 3 eine Art Sinfonie des Gemetzels. Gerade das Aufeinandertreffen der beiden Brüder im Kampf gleicht einem wahren Effektgewitter und führt beim richtigen Einsatz der Waffen und Combo-Möglichkeiten zu einem choreografischen Orgasmus.


Ja, Teil drei macht alles das besser, was Teil zwei verhunzt hat und legt sogar noch einige Schippen obendrauf. Auch die ironisch-zynische Wortgewandtheit von Dante ist wieder mit von der Partie, sodass Fans der ersten Stunde hier voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Technisch gibt es an Teil 3 nichts auszusetzten, wenn man über die ab und zu immer noch vorhandenen starren Kameraperspektiven hinwegsehen kann.

Fazit:

Devil May Cry, für mich schon immer der Inbegriff stylisher Metzelorgien, bekommt mit dieser HD-Kollektion ein gebührendes Revival spendiert. Fans der Serie können bedenkenlos zugreifen. Wer die Serie noch nicht, oder nur durch den vierten Teil kennt, dem sei gesagt, dass man hier nichts falsch machen kann. Teil 1 ist einfach mal Kult, Teil 2 kann umgangen werden und Teil 3 entschädigt dafür zu 400%!

Devil May Cry - HD Collection
85.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Pro
- Riesiger Umfang
- Dante ist `ne coole Sau
- Sehr schön aufpolierte Grafik
- Teil 1 und 3 TOP
Contra
- Krämpfe in den Händen
- Blutige Fingerkuppen
- Mäßiger 2. Teil
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