Sicherlich
kennt fast jeder, der heutzutage zwischen 20 und 30 ist, noch die
Kinderserien aus den 80ern. Heroische Intros mit enthusiastischem
Gesang, karikierte Roboter-Helden und ein Effektgewitter bei dem sich
die Warnung an fotosensitive Epileptiker noch bezahlt machte. Und
genau auf diesen Zug springt Ronimo Games
mit den Awesomenauts auf
und versetzt damit die marktrelevante Gamer-Zielgruppe zurück in die
Zeit, in der man eine radikale Revolte ankündigte, wenn man ins Bett
geschickt wurde.
Auf
den ersten Blick mutet das Spiel zwar simpel an, aber allein schon
bei der Genre-Zuweisung stößt man auf Hindernisse. Was sich wie ein
etwas träger Action-Sidescroller spielt, ist bloß die Oberfläche
für ein taktisches Tower-Defense-Game. Sechs Spieler treten auf
einer Map gegeneinander an. Jedes Team verfügt über Geschütze und
eine Basis, deren Zerstörung das Ziel des gegnerischen Teams ist.
Doch mit bloßem Geballer kommen auch Awesomenauts
nicht zum Ziel.
Alleine habt ihr so gut wie keine Chance. Nicht nur sollte das Team
möglichst an einem Strang ziehen, sondern im Idealfall haltet ihr
euch auch stets in der Nähe von CPU-Droiden auf, die gegnerische
Angriffe und die Gewehrsalven der Geschütztürme abfangen. Die
einzelnen Partien variieren sehr stark in ihrer Länge, dauern
schonmal gute zwanzig Minuten und um die Oberhand zu gewinnen, müsst
ihr stets den Überblick über die Karte und eventuelle
Rückzugspunkte haben.
In den Online-Gefechten holen sich Anfänger erstmal eine blutige
Nase, bis sie sowohl durch Spielerfahrung als auch freigeschaltete
Items beginnen, die Gefechte zu durchschauen. Die sechs bereits
enthaltenen Charaktere - weitere sollen per DLC folgen - spielen sich
alle komplett unterschiedlich und liefern klassische Spezifikationen.
Allerdings können, wie bereits erwähnt, nur drei der
Weltraumsöldner gleichzeitig in die Schlacht geführt werden. Eine
Möglichkeit im laufenden Spiel die Klasse zu wechseln, gibt es
nicht.
Wer sich vorerst in die Mechanik einfühlen oder neue Charaktere
ausprobieren will, der kann jederzeit ein Match mit Bots starten. Die
KI agiert immer adäquat und weist keine heftigen Ausfälle auf und
so könnt ihr im Level aufsteigen um euch online einen kleinen
Vorteil zu verschaffen. Denn obwohl in jedem Match alle Spieler bei
Null starten und sich sämtliche Fähigkeiten im Gefecht erkaufen
müssen, entsteht häufiger ein Ungleichgewicht aus erfahrenen
Spielern und Anfängern. So richtig Gaudi kommt allerdings erst mit
dem Splitscreen für drei Spieler auf, denn das kooperative
Zusammenspiel funktioniert lokal einfach wesentlich besser.
Der
grafische Stil von Awesomenauts
ist sicherlich Geschmackssache aber weder an den Charaktermodellen,
noch an den Effekten und Leveldesigns gibt es etwas zu meckern. Die
Animationen laufen flüssig und sind dezent überzeichnet, die
Effekte glaubwürdig und selbst bei größerem Gewusel läuft der
Titel immer butterweich und flüssig. Zudem beeindruckt das
Sound-Design und vor allem der unterhaltsame Soundtrack. Jeder
Awesomenaut verfügt über sein eigenes Thema und so kommt bereits im
Menü besagtes Comic-Serien-Feeling auf.
FAZIT
Mal
eben so für nebenbei ist Awesomenauts
nicht das Richtige. Dann doch lieber Worms
oder vergleichbare Titel, denn die Eingewöhnungszeit dauert trotz
der kindlichen Machart recht lange. Zwischendurch entwickelt der
Titel durchaus Längen, da wirklich gewinnbringende Inhalte nur sehr
langsam freigeschaltet werden und das Spiel euch nicht ständig
belohnt. Langfristig offenbart sich dann allerdings die taktische
Tiefe und sorgt für viele Stunden Multiplayer-Spaß. Wie schnell
sich Awesomenauts
auslatscht hängt jetzt davon ab, in welchen Abständen Ronimo
Games mit attraktiven DLCs um
die Ecke kommt!