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Zurück zur Spiel-Seite Babel Rising - Spieletest

Als die exzentrische Entwicklerlegende Peter Molyneux im Jahre 1989 ein Spiel namens Populous entwickelte, hätte er wohl nicht geglaubt, dass er damit als Begründer des Genres gelten und eine der wohl erfolgreichsten Göttersimulationsreihen überhaupt erschaffen würde. Im Laufe der darauffolgenden Jahrzehnte versuchte sich so mancher Entwickler an diesem Genre, doch für viele Fans erreichte kaum ein Spiel die Qualität von Populous. Mit dem PSN-Titel Babel Rising veröffentlichte Ubisoft nun eine angebliche Göttersimulation, welche eigentlich gar keine ist. Warum, erfahrt ihr gleich.

Babel Rising besitzt drei Spielmodi. Es gibt den sogenannten Überlebensmodus, einen Splitscreen- Multiplayer und eine Kampagne, welche im antiken Griechenland angesiedelt ist. Dort versuchen fiese Arbeiter in einem Akt der Gotteslästerung einen unheiligen Turm zu errichten und ihr, als weiser, mächtiger Gott, seid gewillt, dies zu verhindern. Hierzu stehen euch die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde zu Verfügung, wobei ihr in der Kampagne jedoch meist aus zwei vorgegebenen Elementen wählen müsst. Wer schon einmal eine Göttersimulation gespielt hat, weiß, dass zumeist viele Möglichkeiten der Spielgestaltung und Feindbekämpfung existieren. Manchmal besteht diese aus Terraforming, also das Verändern der Planetenoberfläche, zum Beispiel durch Anheben oder Absenken des Bodens, wodurch ihr neue Wege erschafft und das eigene Volk Zugang zum Feind beziehungsweise neuen Ressourcen erhält. Oft setzt ihr aber auch eure nicht zerstörerischen göttlichen Kräfte, wie das Herbeibeschwören eines Wolkenbruchs ein, wodurch Felder schneller gedeihen und die Volkspopulation anwächst. Keine dieser und noch weniger Aspekte beinhaltet Babel Rising. Ihr seid einzig und allein auf das Kämpfen beschränkt. Dadurch fühlt ihr euch keinesfalls wie ein allmächtiger Gott und der Titel spielt sich eher wie eine Art Moorhuhn in der Antike - jede Mission ist gleich. In der Mitte der Karte steht das Grundgerüst eines Turmes, auf welchen Arbeiter zu watscheln. Diese gilt es auszuschalten. Sollte ihnen dennoch die Fertigstellung des Gebäudes gelingen, habt ihr verloren. Als angeblich unbezwingbarer Gott seid ihr auf nur vier Angriffe beschränkt, welche jeweils eine kleine Abklingzeit besitzen. Dazu gesellen sich noch zwei Spezialattacken, die nach einer bestimmten Anzahl von Tötungen eingesetzt werden können. Die Kamera ist stets auf den Turm in der Mitte fixiert und ihr könnt diese lediglich um das Bauwerk herum bewegen. Alternativ wird auch noch der PS Move-Controller unterstützt, welcher die Sache in hektischen Situationen aber noch schwieriger macht, als sie ohnehin schon ist. Es gibt zwar insgesamt drei Karten, diese unterscheiden sich jedoch nur im Aussehen und anhand der Anzahl der gleichzeitig auftauchenden Gegner. Demnach verändern sich die Kapitel kaum, sodass ihr spätestens nach dem dritten Level die Nase voll habt. Auch ein Highscorezähler kann darüber leider nicht hinweghelfen.

In Sachen Technik kann der Titel ebenfalls nicht allzu viele Punkte einheimsen. Der Comic-Look hat zwar einen gewissen Charme, aber die Umgebung ist einfach zu detailarm. Der vollendete „Turm zu Babel“ und die „Hängenden Gärten“ sind bei dem ersten Anblick zwar recht beeindruckend, da ihr aber vor allem das Grundgerüst immer und immer wieder seht, zieht auch dort die Eintönigkeit ihre Kreise.  Das Einzige, was recht schön in Szene gesetzt wurde, sind die Spezialattacken. Da ihr diese jedoch nur sehr selten ausführen könnt, trösten sie über die recht schwache Grafik nur bedingt hinweg. Bei dem Sound sieht es auch nicht besser aus. Die Hintergrundmusik ist monoton und auch die „Waffengeräusche“ sind wenig eindrucksvoll und eher mau. Lediglich die Soundeffekte der Spezialattacken sind wieder einmal recht nett.

FAZIT

Man merkt dem Titel an, dass sein „Vorgänger“ für ein Smartphone konzipiert wurde. Im Zug oder beim Warten auf einen Bus wäre das Spiel sicherlich ein netter Zeitvertreib, doch ähnlich wie Angry Birds gehören solche Spiele nicht auf die Heimkonsolen und nicht für einen Preis von zehn Euro. Es ist langweilig, monoton und zu teuer. Kurzum: Lasst die Finger davon und greift lieber zu den alten Populous-Teilen oder anderen Göttersimulationen.

- Calvin Rimpel

Babel Rising
66.0%
befriedigend
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 2
Usk: USK 12
Pro
- Spezialattacken recht eindrucksvoll
- Splitscreen
- verschiedene Multiplayermodi
Contra
- Keine Abwechslung
- Lasche Soundeffekte
- Nur vier Attacken gleichzeitig
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