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Zurück zur Spiel-Seite Wheels of Destruction - Spieletest
Car-Combat Spiele waren in den 90er Jahren der letzte Schrei. Derzeit erlebt das Genre so etwas wie eine Renaissance. Twisted Metal hat ein absolut gelungenes Comeback hingelegt und mit Wheels of Destruction: World Tour erscheint nun ein weiterer Vertreter dieser Stilrichtung im PlayStation Network. Allerdings wünscht man sich im Fall von Wheels of Destruction, das Genre wäre nie zurückgekehrt…



Das Spielprinzip von Wheels of Destruction ist dem eines Twisted Metal gar nicht mal unähnlich: Die Spieler sitzen am Steuer von verschiedenen gepanzerten Fahrzeugen und bekämpfen sich mit den üblichen Waffensystemen wie Gatling-Gun, Raketen oder Flammenwerfer. Statt klassischer Rennstrecken finden die Gefechte in Kampfarenen statt. Dabei sammelt man Power-Ups ein, welche Panzerungsschäden beheben oder neue Waffen hinzufügen. Wheels of Destruction ist im Prinzip ein reiner Multiplayer-Titel. Es gibt keine Solo-Kampagne, allerdings können sich Offline-Spieler mit ziemlich dummen Bots duellieren. Die Auswahl an Arenen und Spielmodi ist mager. Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag stehen zur Auswahl. Das ist nicht nur reichlich einfallslos, sondern auch denkbar langweilig. Die fünf Arenen sollen sich thematisch an verwüstete Städte rund um die Erdkugel anlehnen. Die Betonung liegt auf „sollen“, denn in den lieblosen und absolut tristen Kampfarenen Metropolen wie Tokio, London oder Paris wiederzuerkennen, dafür braucht es schon sehr viel Phantasie.



Allerdings passt das apokalyptische Szenario des Spiels schon sehr gut, denn Wheels of Destruction ist eine einzige große Katastrophe. Die Steuerung der fünf überaus hässlich designten Fahrzeuge hätte man kaum schlechter lösen können. Selbst ein vermeintlich wendiger Buggy fühlt sich schwerfällig und lahm an. So etwas wie Spieldynamik will da gar nicht erst aufkommen. Kamera und Lenkung liegen beide auf dem linken Stick, die Kamera schwenkt aber immer ein Stück weiter als das Fahrzeug, was eine vernünftige Kontrolle über dieses erheblich erschwert. Die Arenen zeugen von überaus untalentierten Leveldesignern, landet man doch ständig in irgendeiner Sackgasse. Und wer sich einmal in einer dieser Sackgassen festgefahren hat und versucht, aus dieser wieder herauszukommen, wird wissen, was ich meine. Die Waffen fühlen sich plump an, das Spielbalancing passt überhaupt nicht. Selbst wer das Fahrzeug mit der schwersten Panzerung auswählt, kann binnen Sekunden von einer Rakete zerstört werden. Und wer mit dem leichtesten Fahrzeug unterwegs ist, kriecht fast ebenso lahm durch die Arenen wie jene mit den schwereren Vehikeln. Twisted Metal hat gezeigt, wie es in diesem Genre funktioniert. Wheels of Destruction zeigt, wie es gar nicht geht. Wie man bei diesem kümmerlich produzierten Gameplay-Schrott Spaß haben soll, ohne diverse bewusstseinserweiternde Substanzen einzuwerfen, erscheint schleierhaft.

Wheels of Destruction verwendet die Unreal Engine 3, wobei das Spiel ungelogen eher nach Unreal Engine 1 aussieht. Die kargen Arenen könnten langweiliger nicht sein, sehenswerte Texturen oder Effekte sucht man vergebens. Immerhin läuft das Spiel technisch sauber und flüssig. Das ist doch schon mal was. Musikalisch gesellt sich viertklassiger Dubstep zu Kirmes-Techno: Eine Kombination, die eigentlich eine Beleidigung für den menschlichen Gehörsinn darstellt. Und die Soundeffekte? Lasch wie der ganze Rest des Spiels.



Fazit:
Okay, Wheels of Destruction ist ein PSN-Titel und kostet „nur“ 9,99 Euro. Warum also ein solch böser Testbericht? Die Antwort ist einfach: Das Spiel ist weder die 9,99 Euro wert noch die Zeit, die ihr hinein investieren müsstet. Die große Herausforderung bei Wheels of Destruction liegt nicht darin, alle Schwächen des Spiels aufzulisten, sondern die Stärken zu finden. Nach mehrstündiger, an Folter grenzender Testsession kann ich guten Gewissens sagen: Es gibt keine. Wheels of Destruction ist ein heißer Anwärter auf den Titel „Gurke des Jahres“. Eine miserable Steuerung, lahmes und spaßbefreites Gameplay, eine kümmerliche Anzahl an Arenen und Spielmodi sowie schwache Grafik und Soundkulisse machen den Totalschaden komplett. – Daniel Steinert
Wheels of Destruction
26.0%
ungenügend
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 12
Pro
- Billig zu haben
Contra
- Miese Steuerung
- Magerer Umfang
- Schlechtes Spieldesign
- Lahmes Spieltempo
- Grottige Präsentation
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