Fragt
man Leute, weshalb sie eine Nintendo-Konsole
besitzen, dann taucht neben Zelda
und Mario
auch häufig SuperSmash Bros.
auf, ein hauseigener Arcade-Titel, in dem sich Mario, Kirby, Donkey
Kong und andere Videospiel-Legenden durch diverse Arenen prügeln.
Sony zieht nach und
erschafft so etwas wie einen Klon. Doch PlayStation
All-Stars Battle Royale
geht weit über einen einfach Klon hinaus.
Um euch ein paar erste Eindrücke vom Spiel zu vermitteln, haben wir
unsere Freundschaft auf's Spiel gesetzt und uns mit Nathan Drake,
Raiden, Kratos und natürlich der Fat Princess gegenseitig
verprügelt. Ein kleines Beef mit großem Spaß!
Das grundlegende Gameplay von Battle Royale ist zwar nicht
ganz so effektüberladen und rasant wie z.B. ein Street Fighter,
dafür kommt aber dennoch ordentlich Chaos auf. Da wäre die
Möglichkeit, mit vier Spielern gleichzeitig zu agieren. Klassische
Lebensleisten gibt es nicht, sondern es gilt, mittels Attacken und
Combos die eigene AP-Leiste zu füllen, um Spezialangriffe in drei
Stufen freizuschalten. Nur und ausschließlich mit diesen können
Gegner kurzzeitig vernichtet werden - die Kills werden euch
gutgeschrieben und mit euren eigenen Toden verrechnet. Daraus ergibt
sich ein finaler Punktestand der über Sieg oder Niederlage
entscheidet. Selbstverständlich können die Grundregeln auch
umkonfiguriert werden, sodass beispielsweise derjenige gewinnt, der
zuerst drei Kills erzielt hat. Die Einstellungsmöglichkeiten sind
diesbezüglich sehr umfangreich und zufriedenstellend.
Das Kämpferroster ist gleich von Beginn an sehr umfangreich. Von
Sir. Daniel über Heihachi und Sackboy bis zu einem guten und einem
bösen Cole aus InFamous gibt es einen Querschnitt durch viele
spaßige Sony-Titel. Leider fehlen dabei natürlich auch
einige Evergreens wie Crash Bandicoot, aber erster DLC ist bereits
angekündigt, insofern wird es auch hier weitere - hoffentlich
kostengünstige - Möglichkeiten geben, um das Roster auszubauen. Als
wirklich gelungener Fanservice können die vielen kleinen Extras
gelten, die die einzelnen Charaktere ausmachen. Zunächst einmal wäre
da die Story, die mit einigen Standbildern und einer kurzen
Geschichte eingeleitet wird. Schäbig, wollte man da direkt rufen,
doch die originalen Sprecher, das glaubwürdige Design und die
zugehörigen Soundtracks wecken spürbar Erinnerungen an die
hochgelobten Titel ihrer Zeit. Die Story jedes Charakters ist in etwa
30 Minuten durchgespielt, was in Anbetracht der Tatsache, dass es
sich um ein Beat'em'Up mit vielen Kurzgeschichten handelt, absolut in
Ordnung geht.
Dabei fällt während dem Kampf die Charakterwahl deutlich ins
Gewicht. Jeder PlayStation-Held verfügt über unterschiedliche, für
ihn spezifische Moves, die gekonnt platziert werden wollen. Leider
ist das Balancing dabei etwas auf der Strecke geblieben. Kratos und
Raiden sind dank ihrer Geschwindigkeit und Reichweite etwas
übermächtig. Dennoch entscheidet der gute, alte Skill häufiger das
Match, denn das Kampfsystem wirkt zwar zunächst simpel und
oberflächlich, entpuppt sich aber als zunehmend komplex. Timing und
Kontrolle sind unabdingbar - reines Buttonmashing bringt euch meist
nicht weit. Glücklicherweise stehen umfassende Tutorials zur
Verfügung, die auch das Einüben einzelner Combos ermöglichen.
Obendrauf kommt noch ca. ein Dutzend Arenen, jeweils einem bestimmten
Titel entliehen (Resistance, LocoRoco, Uncharted 3,
u.v.m.). Dabei bleibt es jedoch selten, denn durch die sogenannten
„Hazards“ werden immer zwei Titel miteinander vermischt.
Vier Spieler in einer kleinen Arena - Übersicht, adé!
Was Smash Bros. nie anbieten konnte und Battle Royale
daher zusätzliche Eigenständigkeit verleiht, ist der Online-Modus.
In Ranglisten-Spielen könnt ihr euch im Verlauf einer Saison nach
vorn arbeiten, eure Charaktere aufleveln und gegen andere Spieler
antreten. Dummerweise dauert die Match-Suche teils nicht nur
ausufernd lange, sondern die Lobby wird auch nach jedem Spiel wieder
auseinandergerissen, insofern ihr nicht zusammen mit Freunden
unterwegs seid. Das verhindert jegliche soziale Begegnungen während
der sonst überaus launigen Matches. Ein bereits angekündigter Patch
verspricht außerdem Besserung beim Match-Making. Momentan exisitiert
nämlich keinerlei Ausgewogenheit: Ihr seid auf Level 2 und möchtet
erste Online-Erfahrungen machen? Warum versucht ihr's nicht mit drei
Gegnern, die alle auf Level 700 und höher sind? - Scumbag Battle
Royale. Mit Online-Freunden in Team-Battles aber auch vor allem
lokal an einer Konsole macht der Arcade-Prügler aber unvermindert
Laune und entfaltet sein volles Potenzial.
Die Story wird zwar nur durch Standbilder erzählt, besticht aber durch originale Vertonung und Soundtracks
Cross-Buy und Cross-Play sind zwei weitere Buzzwords, die auch in
diesem Artikel nicht fehlen dürfen. Wer die PS3-Version von Battle
Royale kauft, erhält automatisch eine Vita-Version dazu.
Umgedreht funktioniert das Angebot nicht. Auch das Cross-Play-Feature
konnte uns vollends überzeugen. So ist es möglich, dass PS3 und PS
Vita-SpielerInnen mit- oder gegeneinander antreten. Als Controller
lässt sich die Vita an der PS3 jedoch nicht verwenden - hin und
wieder werden die beiden Features nämlich verwechselt. Ihr müsst
entsprechend mit unterschiedlichen Accounts angemeldet sein.
Prinzipiell wurde auch mit der Funktion geworben, Spielstände
problemlos von der Konsole auf den Handheld übertragen zu können.
Nach einigen verzweifelten Versuchen - sowohl im Spiel als auch im
Content Manager - konnten wir das Feature tatsächlich ausfindig
machen, denn nur wer im Tournament-Modus unter Leaderbords die
Statistiken seiner Freunde auswählt, wird mit der lobenswerten
Synchronisation gesegnet. Wieso man diese fabelhafte Möglichkeit in
den hinterletzten Ecken des Menüs verstecken musste, ist nur schwer
nachzuvollziehen.
Stefan
meint:
Man
täte dem Spiel und auch SuperBot Entertainment Unrecht, wenn
man Battle Royale als bloßen Smash Bros.-Klon bezeichnen würde. Der
Vergleich bietet sich an und sicherlich sind viele
Gameplay-Mechaniken von Nintendo abgekupfert. Aber darüber
hinaus verfügen auch die Sony-Helden über eine eigene
Handschrift. Das eigentlich simple aber schwer zu meisternde
Kampfsystem ist ein langfristiger Motivator, Cross-Play und Cross-Buy
sind vorbildlich implementiert und wenn sowohl die Charaktere als
auch der Multiplayer nochmal etwas besser ausbalanciert werden, dann
ist Battle Royale eine lohnenswerte Investition für BesitzerInnen
beider Konsolen.
Calvin
meint:
Playstation
All-Stars Battle Royal ist genau das geworden, was ich mir erhofft
hatte – ein extrem spaßiges Prügelspiel. Sowohl im Singleplayer,
als auch im Multiplayer geht auf dem Bildschirm so mächtig die Post
ab, dass ihr gar nicht wisst, wo ihr nun zuerst hinschauen sollt. Der
Titel bietet eine relativ hohe Langzeitmotivation, denn egal ob
Soloartist oder Multiplayerfetischist, ihr habt in beiden Modi genug
zu tun. Und wer seinen Freunden schon einmal so richtig auf den Dötz
hauen wollte, bitte, hier seid ihr genau richtig. Klare
Kaufempfehlung!
-
Stefan Simond
Playstation All-Stars: Battle Royal
82.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 4
Usk: USK 12
Pro
- viel Sony-Fanservice
- simples und zugleich komplexes Kampfsystem
- originale Sprecher und Soundtracks
- Cross-Buy & Cross-Play
- spaßiger Multiplayer
Contra
- teils sehr chaotisch und unübersichtlich
- Online-Lobbies werden automatisch getrennt
- unausgegorenes Balancing (Offline & Online)