Aliens
überfallen die Erde, es wird eine Allianz von Supermächten gebildet und der
Gegenschlag vorbereitet. Soweit das Gerüst, welches auf so ziemlich alle namenhaften
und klischeebehafteten Filme oder Spiele zutrifft, die sich dieser Thematik
annehmen. In 2Ks neuestem Werk geht
es im Grunde genommen auch um nichts anderes, aber dennoch ist XCOM – Enemy Unknown zumindest vom
Spielgefühl her vollkommen anders, ja sogar noch ziemlich neu. Denn XCOM ist einem Genre angehörig, welches
bisher kaum auf der Playstation 3 heimisch geworden ist. Dieses schimpft sich
Rundenstrategie und wurde bisher zumindest im Konsolenbereich von den
Entwicklern eher mit Ignoranz gestraft. Warum? Tja, das mag vielleicht daran
liegen, dass diese Spiele auf dem PC, wo sie geradezu in Massen vertreten sind,
einfach leichter zu bedienen sind. Vielleicht aber auch an der größeren
Fangemeinde, die dort vertreten ist. Wie dem auch sei, wir waren ungemein
erfreut, als XCOM endlich zum Testen
bei uns eintrudelte. Was uns gefallen hat und was nicht, wo Enemy Unknown seine Stärken hat und seine
Schwächen zeigt, das erfahrt ihr wie immer in unserem Test.
So,
jetzt lesen wir alle nochmal den ersten Satz dieses Tests, um uns die
bahnbrechende und absolut unvorhersehbare Story zu vergegenwärtigen. Denn im
Grunde genommen ist dort schon alles zum geschichtlichen Hintergrund erzählt.
Macht ja aber nix, denn um den grauen Mannen aus dem All eins über zu braten
braucht es keine epische Erzählung. Und darum geht es XCOM auch gar nicht. Klar werden im späteren Spielverlauf doch
einige überraschende Fakten ans Tageslicht treten, doch vom Hocker hauen wird
es hier keinen. Was wir wirklich wollen ist, was die Serie schon seit dem
Erstlingswerk von 1994 ausmacht, nämlich knallharte Taktik-Kost. 
Neulinge
im Genre können sich gern mit einem Tutorial in die Spielmechanik einarbeiten.
Selbiges erklärt einem ziemlich gut die grundlegenden Elemente der Rundenstrategie.
Hat man die erste Schlacht, mit oder ohne Anleitung, geschafft, ziehen wir uns
erstmal in unseren Stützpunkt zurück. Dieser befindet sich auf einem der fünf
großen Kontinente und der Spieler darf noch vor Spielbeginn entscheiden, auf
welchem. Jeder der Kontinente bringt einem, so er als Standort gewählt ist,
unterschiedliche Boni, was die Wahl also gar nicht so einfach gestaltet. Im
Stützpunkt selbst ist es dann am Spieler, eine funktionierende Basis aufzubauen
und zu managen. Essenziell hierbei ist vor allem die Forschungsabteilung. Durch
die von den Schlachten mitgebrachten Alienleichen oder Waffenfragmenten ist es
den Wissenschaftlern möglich, die irdische Ausrüstung zu verbessern. Das ist
auch bitter nötig, denn die Angreifer aus dem All sind mitnichten zimperlich,
wenn es darum geht, unsere Mannschaft auf dem Schlachtfeld zu dezimieren. Die
neu erforschten Sachen werden dann von der Technikabteilung hergestellt. Dort
können wir auch unsere Basis um neue Einrichtungen erweitern. So werden in der
Gießerei vorhandene Waffen weiter verbessert, in der Verhörkammer gefangen
genommene Aliens ausgequetscht und mithilfe der Satellitenuplinks unsere
flächendeckende Erdüberwachung sichergestellt. In der Kommandozentrale können
wir an einer holographischen Erdkugel die Welt nach auffälligen Alienbewegungen
abscannen und so mögliche neue Einsatzziele erschließen. Ab und zu taucht dann
auch mal ein Ufo auf, welches von unseren Abfangjägern abgeschossen werden kann
und immer wieder einige Überraschungen für uns auf Lager hat. Im Lagezentrum
werden die von uns in den Orbit gebrachten Satelliten auf die Länder verteilt,
die mit im Rat sitzen. Der Rat ist unser Geldgeber und umso mehr Länder ihm
wohlgesonnen bleiben, umso liquider sind wir. Da die Aliens sich aber nicht
damit begnügen, immer nur ein Land nach dem anderen anzugreifen, stehen wir
manchmal vor der Qual der Wahl, welchem Verbündeten wir denn nun als erstes zur
Hilfe eilen sollen. In dem Land, in dem unser Einsatz schließlich stattgefunden
hat, geht die Panik nun spürbar zurück, während sie in dem anderen Land steigt.
Dies sollte aber nicht all zu oft passieren, denn irgendwann versinkt das betroffene
Gebiet im Chaos und steigt obendrein noch aus dem Rat aus.
Der
zweite große Baustein im Legokasten XCOM
– Enemy Unknown sind die Gefechte gegen die extraterrestrische Lebensform.
Diese werden auf kleinen bis mittelgroßen Karten ausgeführt, welche zwar nicht
mehr zufallsgeneriert sind, aber dennoch in solchen Massen vorhanden sind, dass
man nur selten auf ein und derselben Karte spielen wird. Grundsätzlich hat jede
unserer Einheiten zwei Zugpunkte pro Runde. Damit zu haushalten, ist nun
Aufgabe des Spielers, denn jede Aktion, die wir durchführen wollen, kostet uns
einen oder alle Zugpunkte. Es sollte also gut abgewogen werden, was genau der
nächste Schritt sein soll. Will ich meinen Sturmsoldaten ein ganzes Stück weit
bewegen, werde ich dafür wohl beide Punkte opfern und damit leben müssen, dann
nicht mehr schießen zu können. Die Scharfschützen zum Beispiel können,
zumindest zu Beginn des Spiels, entweder einen tödlichen Schuss abgeben oder
sich bewegen. Und so gibt es viele solcher Konstellationen, welche ein gewisses
strategisches Verständnis voraussetzen, um nicht sang und klanglos gegen die
grünen Männchen unterzugehen. Haben wir alle unsere Mitstreiter bewegt oder mit
anderen Aktionen alle Zugpunkte aufgebraucht, sind die Aliens am Zug. Der wohl
wichtigste Aspekt in den Gefechten ist die richtige Deckung. Auf der ganzen
Karte sind verschiedene Gegenstände verteilt hinter denen unsere Soldaten den
lebenswichtigen Schutz suchen können. Dies sollte auch nie vernachlässigt
werden, da das Spiel ab der dritten / vierten Mission derart an der
Schwierigkeitsschraube dreht, dass schon kleinste Nachlässigkeiten mit dem Tot
der eigenen Einheiten bestraft werden. Das Harte daran ist, dass die auf dem
Schlachtfeld verendeten Veteranen für immer aus dem Spiel sind. Somit kommt es
also durchaus vor, dass ein hochgezüchteter und einem ans Herz gewachsener
Kamerad durch eine kleine Schusseligkeit bei der Missionsplanung in die ewigen
Jagdgründe eingeht und dort bleibt. 
Ist
eine Mission erfolgreich abgeschlossen worden, so kehren wir zurück in unsere
Basis. Hat einer unserer Soldaten genug Aliens gekillt, so winkt ihm eine
Beförderung. Diese ist mit der Vergabe eines Skillpunktes verknüpft. Leider
kann der Spieler die Klassen der Soldaten nicht selbst bestimmen, es ist also
vom Zufall abhängig, welcher Soldat welcher Klasse zugeordnet wird. Umso höher
einer unserer Soldaten nun im Rang aufsteigt, umso mächtigere Skills können
erlernt werden. Desweiteren können unsere mutigen Soldaten vor jedem Einsatz
mit den im Labor erforschten und in der Werkstatt hergestellten Sachen
ausgerüstet werden.XCOM – Enemy Unknown
bietet technisch ein durchaus
sehenswertes Ergebnis. Die Karten sind liebevoll gestaltet und vermitteln einem
immer ein grandioses Gefühl von der von Außerirdischen überrannten Erde. Die Ansicht
unseres Stützpunktes kann mit einer Ameisenfarm verglichen werden, was der
Übersicht natürlich sehr zu Gute kommt. Die Animation der Einheiten und Aliens sehen
sehr gut aus, nur die ab und zu auftretenden Clipping-Fehler trüben das
ansonsten qualitativ sehr gute Gesamtbild. Effekttechnisch bietet XCOM schon das ein oder andere
Schmankerl. Egal ob mächtige Explosionen oder die später einsetzbaren
Psi-Kräfte, hier wird der sowieso schon positive Eindruck noch abgerundet. Die
Steuerung ist wahnsinnig eingängig und schon nach kurzer Zeit lässt es sich prima
über das Gefechtsfeld manövrieren. Die musikalische Untermalung ist durchweg
gelungen. Solang kein Feindkontakt besteht, dudelt uns unaufgeregte Musik um
die Ohren, während der Kämpfe hingegen untermalt die dramatische und fordernde
Musik die gefährlichen Situationen perfekt. Die deutsche Synchro geht durchaus
in Ordnung, wer noch einen Zacken mehr Atmosphäre haben möchte, der spielt XCOM im englischen O-Ton. Nach R.U.S.E. nun
endlich mal wieder ein ordentliches Strategiespiel für die Playstation. Lange
mussten Fans der Rundenstrategie auf Nachschub warten und diese Geduld wird nun
prächtig belohnt. Vielleicht werden alteingesessene Fans der Serie in
Anbetracht des etwas abgespeckten Remakes des Klassikers die Augen rollen, aber
trotzdem bietet XCOM – Enemy Unknown das, was es schon seit 1994 verspricht,
Strategiegeplänkel vom Feinsten.
XCOM Enemy Unknown
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
|
Pro
- Rundenstrategie vom Feinsten
- Sehr schicke Grafik
- Gute dt. Synchro
- Eingängige Steuerung
- Fordernder Schwierigkeitsgrad
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Contra
- Ab und zu Clippingfehler
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