Airtight
Games ist ein Studio, bei dem
nicht unbedingt alle hellhörig werden. 2010 veröffentlichte das
unabhängige Studio das mäßig erfolgreiche Dark
Void, doch jetzt soll, in
gemeinsamer Arbeit mit Square Enix,
alles besser werden. So orientierte man sich beim PSN-Titel Quantum
Conundrum nicht etwa bloß
an den beiden hervorragenden Portal-Titeln,
nein, die Chef-Designerin Kim Swift zeichnet sich höchstpersönlich
für den First-Person-Puzzler verantwortlich und stellt (erneut) ihre
charmante Kreativität unter Beweis.
Als der namenlose Protagonist zum wiederholten Male seinen Onkel,
Prof. Quadwrangle, in dessen riesiger Villa besucht, schlägt
plötzlich ein Experiment fehl. Der wahnwitzige Professor ist in
einer Paralleldimension gefangen und kann lediglich über eine
omnipräsente Sprechanlage mit euch kommunizieren. Eure Mission ist
es, alle Versorgungseinheiten der Villa zu reaktivieren und den
kalauernden Onkel zurück in diese unsere Welt zu holen.
Dabei steht euch ein Dimensionshandschuh zur Verfügung, der es
ermöglicht, zwischen vier unterschiedlichen Dimensionen (fünf, wenn
man die „normale“ Dimension miteinrechnet) zu wechseln: In der
flauschigen Dimension werden alle Gegenstände weich und federleicht,
in der schweren Dimension entsprechend umgekehrt, in einer weiteren
läuft das komplette Geschehen in Zeitlupe ab und zu guter Letzt
lässt sich auch noch die Schwerkraft buchstäblich auf den Kopf
stellen. Das virtuelle Ich ist von diesen Veränderungen nicht
betroffen, weshalb stets die Übersicht gewahrt bleibt.
Euer
Weg führt durch vier Sektoren, allesamt reichhaltig gefüllt mit
spannenden Rätseln und einer langsam ansteigenden Lernkurve. Neue
Elemente bringt euch Quantum
Conundrum spielerisch bei
und steigert deren Verwendung dann in komplexer werdenden Rätseln,
häufig gepaart mit Geschicklichkeits- und Jump'n'Run-Einlagen. Das
„Fördern und Fordern“-Prinzip wird hier musterhaft angewandt,
auch wenn ein grundsätzliches Maß an Geduld und Spaß am Knobeln
Grundvorraussetzung ist.
Wer sich nach dem Durchspielen der etwa drei Stunden langen Story
motiviert fühlt, tiefer in die Spielmechanik einzusteigen, darf sich
an bestimmten Herausforderungen in den einzelnen Rätseln versuchen
und einen Platz auf der Bestenliste erarbeiten. Weiterhin stehen nach
und nach mehr Dimensionen im Labor des Professors zur Verfügung in
dem durch Knobeln und Experimentieren weitere Erfolge errungen werden
können. Diese Zusatz-Elemente sind nettes Beiwerk, mehr aber auch
nicht.
Bereits
nach wenigen Spielminuten wird deutlich, dass Portal
seinen charmanten Humor nicht von ungefähr hat. Kim Swift legt auch
in Quantum Conundrum
einen lockeren Wortwitz an den Tag und besticht durch Skurrilität -
auch wenn sich beides nie ganz auf Portal-Niveau
befindet. Der bunte Cartoon-Stil täuscht zwar bedingt über die
Detailarmut und das gelegentliche Tearing (Bildzerreissen) hinweg,
nicht aber über die sich ständig wiederholenden Dekorationen. Der
peppige Titelsong passt wunderbar zum Flair des Spiels, die dezente
Hintergrundmusik bleibt...dezent im Hintergrund...und die englische
Vertonung des Professors ist tadellos gelungen.
FAZIT
Eigentlich
muss sich Quantum
Conundrum nicht an Portal
messen. Die beiden Spiele schlagen zwar in die gleiche Kerbe, doch
wir haben es hier mit einem PSN-Titel zu tun und nicht mit einem groß
angelegten Blockbuster. Airtight Games
beweisen Witz und Geschick im Umgang mit dem Genre und stellen mit
den Dimensionsspielereien eine tolle Mechanik vor, die mich immer
wieder ins Staunen versetzte (siehe [LP]
Quantum Conundrum). Wer
keine grafischen Höchstleistungen erwartet und etwas Geduld
mitbringt, wird gut unterhalten, zumal das Ende zwar sehr flott und
etwas unbefriedigend daherkommt, dafür aber einen Nachfolger in
Aussicht stellt.