Würde man die Geschichte der Dynasty Warriors-Reihe
zusammenfassen wollen, so würde diese den hier vorhandenen Rahmen deutlich
sprengen. Eine allumfassende Erläuterung ist schlicht und ergreifend nicht
möglich. Zu groß ist die Zahl der Generäle, Lords und Königshäuser, die in
Chinas goldenem Zeitalter gegeneinander antreten, ihre Reiche verteidigen und
erweitern wollen und hierfür meist nur den Krieg kennen.
Stattfinden lässt Tecmo Koei dies alles im sogenannten
Empire Mode. Der Spieler hat zunächst die Wahl der Grundgeschichte, die er
spielen will. So gibt es zum Beispiel - erneut - die Rebellion der gelben
Turbane zu erleben. Hat man sich für das Szenario seiner Wahl entschieden, offeriert
das Spiel eine immense Bandbreite an Offizieren, die gespielt werden können.
Diese unterscheiden sich zwar durch Lebensenergie, Agilität, Angriffskraft und
weitere Parameter, das Hauptaugenmerk liegt jedoch ganz klar auf der geführten
Waffe.
Wer schon mal einen Dynasty Warriors-Titel gespielt hat,
wird sicherlich bereits einige Favoriten herausgearbeitet haben. Bei der
schieren Masse an Möglichkeiten bleibt jedoch viel Freiraum für Experimente. Wer
sich nicht direkt festlegen möchte oder schlicht und ergreifend nicht den
richtigen Recken findet, kann sich im Edit Mode auch ganz einfach selbst einen
gestalten und diesen im Empire Mode verwenden.
Hierbei lassen sich für die Kampftauglichkeit irrelevante
Attribute wie Körpergröße, Haar- und Augenfarbe oder auch die Kleidung ebenso
anpassen, wie auch geführte Waffe, Mentalität des Charakters oder auch die
Musou-Attacken. Dazu jedoch später mehr.

Führte man in früheren Dynasty Warriors-Titeln den Krieg
lediglich auf dem Schlachtfeld, so lassen sich im neuesten Ableger auch große
Entscheidungen am Tisch treffen. Je nach Zugehörigkeit und bereits
angesprochener Mentalität fallen diese anders aus.
Ob der Protagonist mutig, böse oder gütig ist, entscheidet
der Spieler selbst und auch immer wieder neu. Jeder Zug, sei es eine
Trainingseinheit der eigenen Truppen oder ein Vertrag mit ansässigen
Minenarbeitern, lässt den Zyklus um einen Monat weiterrücken. Über kurze
Updates erhält man so auch stets die neuesten Geschehnisse verständlich
präsentiert. So ist die Karte des Reiches je nach aktueller Situation
eingefärbt.
Ob nun das Eintreiben von Steuern, Freundschaften innerhalb
des Heeres, strategische Kriegsführung oder die Herrschaft mit eiserner Hand;
der Spieler selbst entscheidet, wie er am Krieg teilnehmen möchte und ob das
Volk ihn liebt oder fürchtet. Diese Werte lassen sich stets einsehen und auch
durch den Einsatz von Ressourcen modifizieren. Wer eine hohe Moral und
Loyalität von seinen Truppen fordert, sollte dies auch vorleben, ansonsten
können fliehende oder gar überlaufende Truppen das Geschick auf dem
Schlachtfeld in die falsche Richtung schieben.
Wer der reinen Truppenstärke nicht genug Vertrauen schenkt
oder der massiven Übermacht nicht gewachsen ist, kann auf dem Schlachtfeld auch
sogenannte Stratagems einsetzen. Diese je nach Ausrichtung des Charakters
fungierenden Spezialattacken aktivieren besondere Ereignisse während des
Kampfes. So lassen sich zu verteidigende Basen aufrüsten, Gerölllawinen
auslösen, Hinterhalte an strategisch wichtigen Punkten vorbereiten oder auch
Phantom Truppen installieren, die den Feind ängstigen.
Durch den Einsatz der Stratagems lassen sich auch verloren
geglaubte Schlachten noch umdrehen, doch je nach Mentalität des Charakters
können diese auch rigoros den eigenen Truppen schaden und somit den Ruhm
schädigen. Der Zweck heiligt bekanntermaßen alle Mittel, doch liegt es am
Spieler selbst, ob er sich abwandernde Truppen leisten kann oder eben nicht.
Das Haupt-Gameplay ist dann natürlich im Kampf selbst
verankert. Der Spieler läuft, reitet oder schwimmt durch die Gebiete, vermöbelt
Massen von Gegnern, die sich brav um ihn herum stellen und auf phänomenale
Attacken warten, erfüllt Ziele und bekämpft feindselige Generäle, die ebenfalls
über eine erhöhte Lebensspanne und mächtige Angriffe verfügen.

Wurde auf der taktischen Karte ein Gebiet auserkoren, kann
es auch gleich losgehen. Die Ziele sind dabei zwar manchmal unterschiedlich,
bedienen sich aber generell aus einem recht schmalen Repertoire. So müssen
Basen verteidigt oder gegnerische eingenommen werden oder – und das in den
meisten Fällen – feindliche Generäle getötet werden.
Die meist sehr großen Gebiete warten dabei mit
Gebirgspässen, Brücken, verteidigten Stellungen und Festungsanlagen auf, die
erobert werden wollen. Feindliche Truppen marschieren dabei ebenso übers Feld
wie die eigenen, stetig darauf bedacht, die Gegnermassen zu dezimieren und
taktisch interessante Punkte einzunehmen. Gut platzierte Stratagems können
dabei durchaus eine Erleichterung sein. Nicht selten ist man mehrere Fußminuten
von einem attackierten Punkt entfernt, sodass eine selbstständige
Verteidigungslinie oft wahre Wunder bewirkt.
Um jedoch schnell von A nach B zu kommen ist daher ein Pferd
ratsam. Im späteren Verlauf – die Taschen ordentlich mit Gold gefüllt – darf es
dann auch mal ein Reitbär oder gar ein Elefant sein. Da die Reittiere jedoch
nicht über die Agilität des Protagonisten selbst verfügen, ist von einem
feindnahen Gemetzel zu Ross eher abzuraten.
Hier liegt auch eine kleine Unfeinheit begraben, die uns in
so mancher Schlacht das Leben schwer gemacht hat. Vor allem auf den höheren
Schwierigkeitsgraden können feindliche Attacken, die den Helden von den Beinen
holen, diesen in eine Spirale aus unsanft landen und wieder in die Luft geschleudert
werden pressen, aus der nur schwer zu entkommen ist. Hier hätten wir uns mehr
Kontermöglichkeiten gewünscht, die der allgemeinen Möglichkeit zu Strafen und
zu Blocken auch mehr Wichtigkeit zugestanden hätte.
Nichtsdestotrotz macht es einen Heidenspaß mit seinem Recken
durch die feindlichen Verbände zu schnetzeln und den Kill Count hochzutreiben.
Ausgelöschte Truppen stärken nicht nur die Moral der eigenen Soldaten, sondern
bringen auch Items und neue Stützpunkte ein, die unabdingbar sind, insofern die
Karte dominiert werden will.
Wahlweise kann das Spiel auch mit einem Freund zusammen an
einer Konsole, im mittlerweile schon legendären Split Screen gespielt werden
oder im – dauerhaften – Onlinemodus, in dem man direkt in das Spiel eines
anderen hineinspringen kann. Epische Schlachten gegen andere Spieler
auszutragen bleibt hierbei jedoch immer noch ein Traum.

Wer Tecmo Koei kennt, weiß, dass sie nicht gerade für ihre
prachtvolle Grafik berühmt sind. Auch Dynasty Warriors 7 Empires macht da
leider keinen Unterschied. Sicherlich sehen die wichtigsten Generäle ganz
ansehnlich aus, bleiben jedoch immer noch weit hinter Vergleichsmodellen der
Konkurrenz. Standardfeinde und auch die Umgebung befinden sich jedoch immer
noch auf einem nahezu unterirdischen Niveau.
Sicherlich sehen die Effekte aufgrund ihrer schnellen
Abspielrate durchaus passend aus, können jedoch über das eher LastGen-taugliche
Design nicht hinwegtäuschen. Es kommt fast ein bisschen Nostalgie auf, wenn man
sich die matschigen Bodentexturen so anschaut, auch wenn der grafische Umstand
sicherlich zu großen Teilen der enormen Kartengröße anzulasten ist.
Die gewohnten Metalklänge bleiben auch im neuesten Ableger
erhalten, nebst der ausschließlich englischen Texte lässt sich zudem noch die
japanische Sprache finden, von der man halten kann, was man will. Einige der
Sprecher wirken dabei unfreiwillig lächerlich, andere hingegen lassen richtige
Schlachtfeldatmosphäre aufkommen.
Da Dynasty Warriors 7 Empires aber auch ohne die schönste
Grafik und den besten Sound eine Menge Spaß macht, hoffen wir lediglich auf ein
paar ansehnlichere Ableger der Reihe auf der PS4 und begnügen uns bis dahin mit
dem, was scheinbar technisch im Hause KT auf der aktuellen Generation so zu
realisieren ist.
Auch wenn Dynasty
Warriors 7 Empires für Spieler des eigentlichen siebten Teils nur als
Modifikation anzusehen sein sollte, bietet der Empire Mode und die neuen
Generäle Stoff für Monate. Wer viel Zeit und Muße in ein Spiel investieren kann
oder will, ist mit Dynasty Warriors 7 Empires bestens beraten. Auch wenn sie
technisch nicht das leisten, was andere können, haben Tecmo Koei jedoch für
sich ein Rezept gefunden, was durchaus mit interessanten Nuancen zu überraschen
weiß!