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Zurück zur Spiel-Seite Dynasty Warriors 7: Empires - Spieletest

Würde man die Geschichte der Dynasty Warriors-Reihe zusammenfassen wollen, so würde diese den hier vorhandenen Rahmen deutlich sprengen. Eine allumfassende Erläuterung ist schlicht und ergreifend nicht möglich. Zu groß ist die Zahl der Generäle, Lords und Königshäuser, die in Chinas goldenem Zeitalter gegeneinander antreten, ihre Reiche verteidigen und erweitern wollen und hierfür meist nur den Krieg kennen.

Stattfinden lässt Tecmo Koei dies alles im sogenannten Empire Mode. Der Spieler hat zunächst die Wahl der Grundgeschichte, die er spielen will. So gibt es zum Beispiel - erneut - die Rebellion der gelben Turbane zu erleben. Hat man sich für das Szenario seiner Wahl entschieden, offeriert das Spiel eine immense Bandbreite an Offizieren, die gespielt werden können. Diese unterscheiden sich zwar durch Lebensenergie, Agilität, Angriffskraft und weitere Parameter, das Hauptaugenmerk liegt jedoch ganz klar auf der geführten Waffe.

Wer schon mal einen Dynasty Warriors-Titel gespielt hat, wird sicherlich bereits einige Favoriten herausgearbeitet haben. Bei der schieren Masse an Möglichkeiten bleibt jedoch viel Freiraum für Experimente. Wer sich nicht direkt festlegen möchte oder schlicht und ergreifend nicht den richtigen Recken findet, kann sich im Edit Mode auch ganz einfach selbst einen gestalten und diesen im Empire Mode verwenden.

Hierbei lassen sich für die Kampftauglichkeit irrelevante Attribute wie Körpergröße, Haar- und Augenfarbe oder auch die Kleidung ebenso anpassen, wie auch geführte Waffe, Mentalität des Charakters oder auch die Musou-Attacken. Dazu jedoch später mehr.


Führte man in früheren Dynasty Warriors-Titeln den Krieg lediglich auf dem Schlachtfeld, so lassen sich im neuesten Ableger auch große Entscheidungen am Tisch treffen. Je nach Zugehörigkeit und bereits angesprochener Mentalität fallen diese anders aus.

Ob der Protagonist mutig, böse oder gütig ist, entscheidet der Spieler selbst und auch immer wieder neu. Jeder Zug, sei es eine Trainingseinheit der eigenen Truppen oder ein Vertrag mit ansässigen Minenarbeitern, lässt den Zyklus um einen Monat weiterrücken. Über kurze Updates erhält man so auch stets die neuesten Geschehnisse verständlich präsentiert. So ist die Karte des Reiches je nach aktueller Situation eingefärbt.

Ob nun das Eintreiben von Steuern, Freundschaften innerhalb des Heeres, strategische Kriegsführung oder die Herrschaft mit eiserner Hand; der Spieler selbst entscheidet, wie er am Krieg teilnehmen möchte und ob das Volk ihn liebt oder fürchtet. Diese Werte lassen sich stets einsehen und auch durch den Einsatz von Ressourcen modifizieren. Wer eine hohe Moral und Loyalität von seinen Truppen fordert, sollte dies auch vorleben, ansonsten können fliehende oder gar überlaufende Truppen das Geschick auf dem Schlachtfeld in die falsche Richtung schieben.

Wer der reinen Truppenstärke nicht genug Vertrauen schenkt oder der massiven Übermacht nicht gewachsen ist, kann auf dem Schlachtfeld auch sogenannte Stratagems einsetzen. Diese je nach Ausrichtung des Charakters fungierenden Spezialattacken aktivieren besondere Ereignisse während des Kampfes. So lassen sich zu verteidigende Basen aufrüsten, Gerölllawinen auslösen, Hinterhalte an strategisch wichtigen Punkten vorbereiten oder auch Phantom Truppen installieren, die den Feind ängstigen.

Durch den Einsatz der Stratagems lassen sich auch verloren geglaubte Schlachten noch umdrehen, doch je nach Mentalität des Charakters können diese auch rigoros den eigenen Truppen schaden und somit den Ruhm schädigen. Der Zweck heiligt bekanntermaßen alle Mittel, doch liegt es am Spieler selbst, ob er sich abwandernde Truppen leisten kann oder eben nicht.

Das Haupt-Gameplay ist dann natürlich im Kampf selbst verankert. Der Spieler läuft, reitet oder schwimmt durch die Gebiete, vermöbelt Massen von Gegnern, die sich brav um ihn herum stellen und auf phänomenale Attacken warten, erfüllt Ziele und bekämpft feindselige Generäle, die ebenfalls über eine erhöhte Lebensspanne und mächtige Angriffe verfügen.


Wurde auf der taktischen Karte ein Gebiet auserkoren, kann es auch gleich losgehen. Die Ziele sind dabei zwar manchmal unterschiedlich, bedienen sich aber generell aus einem recht schmalen Repertoire. So müssen Basen verteidigt oder gegnerische eingenommen werden oder – und das in den meisten Fällen – feindliche Generäle getötet werden.

Die meist sehr großen Gebiete warten dabei mit Gebirgspässen, Brücken, verteidigten Stellungen und Festungsanlagen auf, die erobert werden wollen. Feindliche Truppen marschieren dabei ebenso übers Feld wie die eigenen, stetig darauf bedacht, die Gegnermassen zu dezimieren und taktisch interessante Punkte einzunehmen. Gut platzierte Stratagems können dabei durchaus eine Erleichterung sein. Nicht selten ist man mehrere Fußminuten von einem attackierten Punkt entfernt, sodass eine selbstständige Verteidigungslinie oft wahre Wunder bewirkt.

Um jedoch schnell von A nach B zu kommen ist daher ein Pferd ratsam. Im späteren Verlauf – die Taschen ordentlich mit Gold gefüllt – darf es dann auch mal ein Reitbär oder gar ein Elefant sein. Da die Reittiere jedoch nicht über die Agilität des Protagonisten selbst verfügen, ist von einem feindnahen Gemetzel zu Ross eher abzuraten.

Hier liegt auch eine kleine Unfeinheit begraben, die uns in so mancher Schlacht das Leben schwer gemacht hat. Vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden können feindliche Attacken, die den Helden von den Beinen holen, diesen in eine Spirale aus unsanft landen und wieder in die Luft geschleudert werden pressen, aus der nur schwer zu entkommen ist. Hier hätten wir uns mehr Kontermöglichkeiten gewünscht, die der allgemeinen Möglichkeit zu Strafen und zu Blocken auch mehr Wichtigkeit zugestanden hätte.

Nichtsdestotrotz macht es einen Heidenspaß mit seinem Recken durch die feindlichen Verbände zu schnetzeln und den Kill Count hochzutreiben. Ausgelöschte Truppen stärken nicht nur die Moral der eigenen Soldaten, sondern bringen auch Items und neue Stützpunkte ein, die unabdingbar sind, insofern die Karte dominiert werden will.

Wahlweise kann das Spiel auch mit einem Freund zusammen an einer Konsole, im mittlerweile schon legendären Split Screen gespielt werden oder im – dauerhaften – Onlinemodus, in dem man direkt in das Spiel eines anderen hineinspringen kann. Epische Schlachten gegen andere Spieler auszutragen bleibt hierbei jedoch immer noch ein Traum.


Wer Tecmo Koei kennt, weiß, dass sie nicht gerade für ihre prachtvolle Grafik berühmt sind. Auch Dynasty Warriors 7 Empires macht da leider keinen Unterschied. Sicherlich sehen die wichtigsten Generäle ganz ansehnlich aus, bleiben jedoch immer noch weit hinter Vergleichsmodellen der Konkurrenz. Standardfeinde und auch die Umgebung befinden sich jedoch immer noch auf einem nahezu unterirdischen Niveau.

Sicherlich sehen die Effekte aufgrund ihrer schnellen Abspielrate durchaus passend aus, können jedoch über das eher LastGen-taugliche Design nicht hinwegtäuschen. Es kommt fast ein bisschen Nostalgie auf, wenn man sich die matschigen Bodentexturen so anschaut, auch wenn der grafische Umstand sicherlich zu großen Teilen der enormen Kartengröße anzulasten ist.

Die gewohnten Metalklänge bleiben auch im neuesten Ableger erhalten, nebst der ausschließlich englischen Texte lässt sich zudem noch die japanische Sprache finden, von der man halten kann, was man will. Einige der Sprecher wirken dabei unfreiwillig lächerlich, andere hingegen lassen richtige Schlachtfeldatmosphäre aufkommen.

Da Dynasty Warriors 7 Empires aber auch ohne die schönste Grafik und den besten Sound eine Menge Spaß macht, hoffen wir lediglich auf ein paar ansehnlichere Ableger der Reihe auf der PS4 und begnügen uns bis dahin mit dem, was scheinbar technisch im Hause KT auf der aktuellen Generation so zu realisieren ist.

Auch wenn Dynasty Warriors 7 Empires für Spieler des eigentlichen siebten Teils nur als Modifikation anzusehen sein sollte, bietet der Empire Mode und die neuen Generäle Stoff für Monate. Wer viel Zeit und Muße in ein Spiel investieren kann oder will, ist mit Dynasty Warriors 7 Empires bestens beraten. Auch wenn sie technisch nicht das leisten, was andere können, haben Tecmo Koei jedoch für sich ein Rezept gefunden, was durchaus mit interessanten Nuancen zu überraschen weiß!

Dynasty Warriors 7: Empires
81.0%
gut
Story:
Grafik:
Sound:
Steuerung:
Spieler: 1
Usk: Einstufung ausstehend
Pro
- Umfangreiche Empire-Mode
- Viele Charaktere und Waffen
Contra
- Online-Anbindung dürftig
- Technisch nicht auf der Höhe
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