Über die Jahre hat sich die Command &
Conquer Serie einen Namen in der Gamerwelt gemacht. Bisher kamen jedoch
nur Besitzer eines PC’s in den Genuss der Strategieschlachten. Nun hat
‚Alarmstufe Rot 3’, der neuste Teil der Serie, seinen Weg auf die
Konsolen gefunden und bläst zum Angriff.
Töten wir
Einstein! Die Story von Alarmstufe Rot 3 beginnt mit
einem Paukenschlag. Wie schon seinerzeit am PC stehen die alliierten
Truppen kurz davor Moskau zu übernehmen und der Krieg scheint zu Ende.
Doch die Sowjets haben noch ein letztes Ass im Ärmel. Per Zeitmaschine
reisen sie in die Vergangenheit zurück, um den genialen Wissenschaftler
Albert Einstein mit einer Tesla-Spule zu erledigen. Somit wurde die
Atombombe nie erfunden und das Mächteverhältnis verändert sich zu
Gunsten der Sowjets. Unglücklicherweise lief nicht alles nach Plan und
eine neue Supermacht wurde geboren: Das Reich der aufgehenden Sonne.
Willkommen im Dritten Weltkrieg!

Fans der C&C Serie wird es erfreuen, dass auch im neusten
Teil die Story durch äußerst unterhaltsame Filmsequenzen vorangetrieben
wird. Im Vergleich zu den Vorgängern kommen diesmal sogar recht
bekannte Schauspieler zum Einsatz. Tim Curry als sowjetischer Premier
Cherdenko, George Takei oder J.K. Simmons als US-Präsident Howard T.
Ackerman spielen ihre Rollen alle herrlich überzogen und bei den
abgedrehten Unterhaltungen steht einem nicht selten das Grinsen im
Gesicht. Die Schauspielerinnen bestechen weniger durch ihr Talent als
durch ihre kurzen Röcke, welche nur noch von den tief aufgeschnittenen
Dekolletees übertroffen werden. Es ist Trash, aber ein verdammt Guter!
Welche Seite darf es denn sein? 
Nach einem angenehm langen Vorspann steht die Wahl der
Fraktion an. Wie gewohnt kann hier sowohl die alliierte als auch die
sowjetische Seite gesteuert werden. Jedoch mischen durch die missglückte
Zeitreise nun noch die Japaner mit und stellen die dritte Macht im
Bunde dar. Spielerisch unterscheiden sich die jeweiligen Seiten nur
minimal voneinander, jedoch verfügen die einzelnen Fraktionen über
spezielle Fähigkeiten. Im Vergleich zu seinen Gegnern kann das Reich der
aufgehenden Sonne seine Gebäude frei auf der Karte platzieren und ist
nicht an die Basis gebunden. Das garantiert vor allem strategischen
Spielern einen äußerst freien Aufbau und viele taktische Möglichkeiten.
Auf der anderen Seite sind die Sowjets im Errichten von Gebäuden
wesentlich schneller als ihre kapitalistischen Feinde. Spieler die sich
möglichst schnell eine große Armee aufbauen möchten kommt dieser Vorteil
zugute. Die Alliierten sind auf Hightech Waffen spezialisiert und
besonders im Luftkampf gefährlich. Allerdings sollte man auch ihre
Fähigkeiten am Boden nicht unterschätzen. Sie stellen die neutralste
Einheit im Spiel dar und sind besonders einsteigerfreundlich. Um Gebäude
und Einheiten zu erstellen bedarf es natürlich der entsprechenden
Rohstoffe. Hier wartet das Spiel mit einer kleinen Neuerung auf. Während
es bei den Vorgängern noch Erz- und Diamandfelder gab, stehen nun
Erzminen zum Ausgraben bereit. Das vereinfacht den Spielverlauf
angenehm. Anspruchsvolleren Spielern wird hier vielleicht die
Herausforderung. fehlen. Zumindest beim Gameplay wurden keine Abstriche
gemacht. Die Schlachten sind weiterhin groß und der Spielablauf ist
schnell und actionreich. Die Einheiten haben mit denen im echten Krieg
jedoch rein gar nichts zu tun. Samurai Roboter, Spinnenpanzer,
Bären-Späher und ein Bombenzeppelin sind nur einige davon. Auch wenn man
eher realistische Einheiten bevorzugt, so passen diese doch gut in die
überzogene Geschichte mit ihrem B-Movie Flair. Zusätzlich sammeln die
Einheiten im Kampf an Erfahrung die sich positiv auf den Angriff und die
Verteidigung auswirkt.

Wem die Kampagnenmissionen alleine zu langweilig sind, der
kann sich jederzeit online einen Freund einladen und jede der 27
Missionen zu zweit bestreiten. Der zweite Spieler übernimmt dann die
Rolle des Co-Commanders, welcher im Einzelspieler von einem KI-Kollegen
gesteuert wird. Ihm können simple Anweisungen wie ‚Angriff’ oder
‚Position halten’ gegeben werden. Leider leistet sich die KI hin und
wieder kleine Aussetzer, weshalb zu jeder Gelegenheit auf menschliche
Mitspieler zurück gegriffen werden sollte. Durch Kommunikation per
Headset lassen sich so taktische Angriffe planen und Hilfe kann
angefordert werden. Wer sich lieber gegenseitig bekriegen möchte, sollte
zum Skirmish Modus wechseln. Hier geht es ganz klassisch zu: Mensch
gegen Mensch, Armee gegen Armee. Leider ist das auch schon alles was der
Multiplayer zu bieten hat. Wer Abwechslung sucht ist hier definitiv an
der falschen Adresse. Bei einem Spiel welches schon vor Monaten auf dem
PC veröffentlicht wurde, wären einige Extras wünschenswert gewesen.
Buttongeneral

Grafisch hat ‚Alarmstufe Rot 3’ den Sprung auf die Konsole
gut überstanden. Die Schauplätze überzeugen durch kräftige Farben und
die Texturen bewegen sich im oberen Mittelfeld. Durch eine freie Zoom-
und Drehfunktion sollte jeder Spieler den besten Blickwinkel für sich
finden. Auch das Scrollen geht schnell und flüssig von statten und wird
lediglich von leichtem Tearing geplagt. Die Steuerung wurde gut
umgesetzt und ermöglicht eine schnelle Eingabe der Befehle. Über das aus
anderen Strategiespielen bekannte ‚command-wheel’ werden Gebäude oder
Einheiten mit dem Analogstick ausgewählt und auf Knopfdruck gebaut. Mit
der X-Taste lassen sich bequem mehrere Einheiten auf einmal auswählen,
indem durch gedrückt halten ein Auswahlkreis auf dem Bildschirm
erscheint. Das selbe funktioniert übrigens auch beim Angriff, wobei man
seinen Einheiten auch nur einen Punkt nennen kann, in dessen Umfeld
jedes feindliche Objekt angegriffen werden kann.
Um auf dem
Schlachtfeld besonders schnell von einem Punkt zum nächsten zu springen,
lässt sich per Druck auf die L2-Taste die Mini-Map vergrößern was
schnelle Sprünge auf der Map ermöglicht. Schade ist das auf eine Maus-
und Tastaturunterstützung gänzlich verzichtet wurde. Denn auch wenn die
Steuerung wirklich gut an den Controller angepasst ist, so fehlt im
Detail einfach die Genauigkeit und auch das Bauen von Objekten würde per
Tastatur schneller gehen.
Fazit Command
& Conquer: Alarmstufe Rot 3 bietet viel Action und eine herrlich
abgedrehte Geschichte. Der B-Movie Stil mit seinen überzogenen
Charakteren, kurzen Röcken und viel Oberweite passt perfekt zu den
verrückten Einheiten. Echtzeit-Strategiefans sollten hier auf jeden Fall
einen Blick riskieren, allein deshalb da es der Playstation 3 momentan
an guten Strategiespielen noch fehlt.