Gamestrend-Netzwerk:
Zurück zur Spiel-Seite Battlefield Bad Company - Spieletest

Shooteraction mit neuartigem Deformierungssystem

Nach etwas über 3 Monaten ziehen wir nun unser erstes Resumé über den im Vorfeld als Call of Duty 4 Killer bezeichneten Shooter aus dem Hause Electronic Arts.

Angeboten wird das Spiel in 2 Varianten, welche sich nicht nur im Inhalt sondern auch im Preis unterscheiden. Denn neben der üblichen Verpackung samt Spiel gibt es eine Special Edition, welche mit zusätzlichen Inhalten ausgestattet ist. Das Hauptmerkmal liegt dabei auf fünf verschiedene Waffen, welche Käufer der normalen Version erst im Laufe des Spiels durch Erreichen eines höheren Ranges freischalten müssen. Dafür muss man im Schnitt 70,00 EUR auf die Ladentheke legen und erhält zudem einige Videos der einzelnen Maps und einen Soundtrack.

Story / Umfang

Das, was das Spiel an sich ausmacht, ist die auffällig große Offlinekampagne, wie es sie so in einem Battlefield noch nicht gab. Ihr schlüpft in die Rolle des jungen Soldaten Preston Marlowe, welcher mit einer kleinen Truppe aus Versagern und Unruhestiftern in den Krieg zieht, und durchlebt eine wirklich große Kampagne, welche euch erstaunlich viel Freiheiten läst, was eure Vorgehensweise betrifft. Entsprechend groß ist der Umfang und der Langzeitspielspass.

Schon nach relativ kurzer Zeit wird klar, dass es im Krieg nicht nur um das Eine geht sondern auch um das Andere: Gold. Man fühlt sich irgendwie in den Kinofilm „Three Kings“ versetzt. So ändert sich schlagartig die Handlung im Spiel und man mutiert zum goldgierigen Söldner.

Und so setzt sich ein Handlungsstrang durch, der einen wirklich in den Bann zieht und uns einen Job nach dem anderen ausführen läst, wohlgemerkt immer mit dem Augenmerk auf verstecktes Gold, welches es in den Karten zu finden gilt. Wer jetzt denkt, es geht nur ums sture drauf los ballern und durch die Maps hetzen, der irrt. Denn man glaubt es kaum, aber die Kampagne bietet wirklich viel Abwechslung. So steuert ihr verschiedene Vehikel wie Panzer, Manschaftswagen und Golfwagen! Fliegt Helikopter und kämpft euch in einer umstellten Bank durch feindliche Mengen, deren KI den Ansprüchen eines geschulten Spielers durchaus gewachsen ist.

Im Laufe des Spiels lernt ihr 50 verschiedene Waffen kennen und habt mehr oder weniger die freie Auswahl, welche ihr nutzen möchtet. Je nach Mission sind natürlich andere Anforderungen an eure Auswahl gestellt. So kann es sein, dass ihr einen Helikopter steuert und als Waffe lediglich einen Schraubenschlüssel tragt, mit dem ihr euer Fluggerät wieder auf Vordermann bringen könnt, wurdet ihr durch Flak beschädigt. Grundsätzlich sind alle üblichen Waffen vorhanden, als da wären MGs, Sturmgewehre, Raketenwerfer und Plastiksprengstoff. Nur um einige zu nennen. Sehr nützlich ist ein spezielles Funkgerät, mit dem ihr einen Mörserangriff auf ein von euch frei markiertes Ziel starten könnt. Somit haben wir eine gut durchdachte Story gekoppelt mit einem Umfang, der kaum Wünsche offen läst.

Grafik / Präsentation

Die Waffen wirken sich bei Battlefield erstmals direkt auf die Landschaft aus und sind revolutionär in Grafik und Präsentation.

Will heißen, so ziemlich alles läst sich zerstören. Ein Haus voller feindlicher Soldaten? Kein Problem! Granatwerfer in die Hand nehmen und einfach die Wände wegpusten. Die Soldaten, die das überlebt haben, sehen sich plötzlich ohne Deckung und können von euch „erledigt“ werden. Praktischer Weise gilt diese Deformierungsmöglichkeit ebenfalls für Bäume und den Boden, auf dem ihr lauft. Es kann also nicht selten passieren, dass er nach einem Kampf mit Granatlöchern nur so überhäuft ist. Dies sieht nicht nur gut aus, es bietet ein auch durch die wirklich nette Grafik neuartiges Feeling im Kampf.

Wie in einem Multiplayermodus üblich erlebt man keine „Uncharted“ Grafik, aber sie ist dennoch sehenswert. Besonders die Waffen sind gelungen und bieten nette Animationen beim Nachladen und Abfeuern.

Fahrzeuge und Geschütze sind detailreich und vielseitig dargestellt. Ebenso Gebäude und Landschaft.

Steuerung / Allgemein

Die Steuerung ist Shootertypisch belegt. Mit den Analogsticks bewegt man sich gekonnt durch die Gegend. Ducken ist ebenso möglich wie Springen und Rennen. Hinlegen geht nicht und sorgt bei einigen Snipern für Unruhe. Dies sorgt jedoch für ein gutes Balancing, da Sniper aufgrund ihrer Tarnung eh sehr schwer zu erkennen sind und somit bereits einen mehr als guten Tarnpunkt haben.

Was einen nebenbei auch wirklich erfreut, ist das Respawnsystem, wenn ihr sterbt. Denn praktischer Weise ist die bis dahin erledigte Aufgabe nur unterbrochen worden! Ihr müsst nicht noch mal von vorne spielen sondern macht da weiter, wo ihr getroffen wurdet,– nur in einigen Metern Entfernung.

Dies fördert den Spielspass ungemein und hält ein relativ hohes Tempo aufrecht. Das Spiel fließt nur so dahin und ihr fühlt euch mitten drin, statt nur dabei.

Sound

Was macht ein Spiel neben guter Grafik, einer spannenden Story und guter Steuerung noch aus? Richtig, ein guter Sound. Ohne ihn kann ein noch so gutes Spiel floppen. Gut, dass Battlefield da wirklich keine Gefahr läuft. Der Sound kommt brachial bei jedem Granatenschlag in Dolby Digital ins Mittelohr gehämmert. Ebenso die Gewehrschüsse und Fahrzeuge, welche dumpf grollend dahinrollen. Das, gepaart mit fremdsprachigen Rufen der Feinde und einer wirklich netten Fahrstuhlmusik im Menübereich macht das Paket mehr als rund. Auch im Stereomod kann Battlefield überzeugen, es ist jedoch jedem, der eine Dolby Digital Anlage besitzt, dringend zu empfehlen, sich dieses Spielevergnügen zu gönnen.

Einblick in den Onlinemodus

Vom Einzelspielermodus gibt es wirklich nur Gutes zu berichten. Weniger Gutes zu berichten gibt es da über den Onlinemodus. Zumindest was die ersten Wochen nach dem Release betrifft. Es ist nicht zu verheimlichen, dass das Hauptaugenmerk der Entwickler eben nicht auf dem Onlinemodus lag.

Prinzipiell spielt er sich mittlerweile gut und ausgewogen, doch das war lange Zeit nicht so. Das Klagen in der Community war groß und EA tat sich anfangs schwer, zu handeln. Von Maps in denen es lagte wie bei einer 56K Modemleitung, von fehlender Clanunterstützung, schlechter Headsetunterstützung und einem unausbalancierten Waffenverhältnis war zu hören.

Mittlerweile gibt es ein erstes Update mit neuen Maps, bzw. veränderten Maps und neuen Mehrspielmodi wie das Flaggen erobern.

Am beliebtesten spielt sich jedoch der Goldkistenmod. Jede der beiden Seiten hat einen Energiebalken, der immer geringer wird, je mehr Soldaten ins Gras beißen, bzw. je mehr Kisten zerstört werden. Ist ein Balken aufgebraucht, bzw. alle Kisten erobert/zerstört, endet die Schlacht und eine neue Retourkarte wird geladen, wo die Seiten flott gewechselt werden und man sich wieder ins Kampfgewimmel schmeißen darf.

Neu dagegen ist das Erobern und Halten von Fahnen, die quer über der Karte verstreut sind. Hier ist besonders Teamarbeit gefragt, denn alleine sollte man sich nicht unbedingt auf offenem Gelände bewegen. Das Spiel erscheint inzwischen ausgeglichener und auch die Lags sind größtenteils Geschichte. Täglich tummeln sich tausende virtuelle Soldaten auf den Schlachtfeldern und wählen dabei zwischen Sniper, Sturmsoldat, Sanitäter, Mechaniker und schwerem Geschütz, dem Bazooka-Joe sozusagen.

Die Balance zwischen den einzelnen Klassen ist ausgeglichen und man sollte jede einmal für sich ausprobieren, welche einem am ehesten zusagt.

Das Ranking im Spiel ergibt sich ganz einfach nach den Punkten, die man durch Abschüsse oder eingeheimster Goldkisten/Flaggen macht. In regelmäßigen Abständen steigt man bis zum Rang 25 auf und hat dann auch alle Waffen im Spiel freigeschaltet, insofern man nicht schon die Special Edition gekauft hat. Praktisch ist die Verknüpfung mit einer Internetseite des Spiels, wo man sich seine erarbeiteten Punkte noch mal genau ansehen und zur Schau stellen kann. Denn neben dem Rang gibt es Belohnungen für besondere Aufgaben, die man im Kampf erfüllt hat. Zum Beispiel eine bestimmte Anzahl Abschüsse am Stück mit einer Waffe oder 5 Sekunden mit einem Fahrzeug in der Luft geblieben (Landfahrzeug) und so weiter. Auszeichnungen dieser Art gibt’s mannigfaltig, so wie das Sammeln von Hundemarken durch das Töten mit dem Messer. Jedem, den man diesen Tod beschert, nimmt man dessen Hundemarke ab und sammelt sie mitsamt Rang und Namen in seinem Verzeichnis. Besonders peinlich, wenn ein Rang 5 einem Rang 25 eine Marke abnimmt. Somit entsteht auch hier die Lust nach dem Sammeln von Belohnungen und Rängen. Etwas, was sich immer verstärkter in Spielen verbreitet. Aber auch etwas, was den Wiederspielwert eines Spieles positiv bestimmt.

Fazit:

Electronic Arts' Versuch, neue Wege zu gehen, zieht täglich mehrere Tausend in den Bann und bietet einen wirklich sehr guten Solopart mit einer filmreifen Geschichte. Grafik, Sound und Steuerung sind gut umgesetzt und lassen keine wirklichen Wünsche offen. Das Menü ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Die Animationen sind nicht wie bei MGS und die Spiellänge nicht wie bei GTA. Aber das will es auch gar nicht. Es ist ein Shooter, der durch eine wirklich gut umgesetzte Story und ein neuartiges Deformierungssystem überzeugt und sein Geld wert ist.

Im Online Bereich gibt'’s noch ein bisschen was nachzuholen, doch man gibt sich Mühe und liefert sogar kostenlosen Nachschub an Maps und Spielmodi. Eine verbesserte Clanfunktion und einen einwandfreie funktionierenden Sprachchat erhoffen wir uns bald. Eines kann man dem Spiel aber auf jeden Fall nachsagen: egal was ist, man fühlt sich einfach ständig hingezogen und kann nicht aufhören, zu spielen. Es macht einfach Spaß. Glück für EA, gut für uns.

Bewertung: 

+ gute Story
+ neuartiges Deformierungssystem
+ guter Sound
+ viele Fahrzeuge

- hoher Preis (Special Edition)
- mangelhafte Headsetfunktion
- fehlende Clanfunktion

Story / Umfang: 9
Grafik: 8
Präsentation: 9
Steuerung: 9
Sound: 9

 

insgesamt: 88%

Werbung
Empfehlung
08. Oktober 2010
Enslaved: Odyssey to the West
In 150 Jahren regieren nicht mehr die aussterbenden Menschen die Erde, sondern die Maschinen. Als Mo...
mehr lesen
Suche
Neuerscheinungen
28. Mai 2013
ArcaniA: A Gothic Tale
10 Jahre sind seit dem Ende von Gothic 3 vergangen und die Welt hat sich verändert. Auch die Südlich...
mehr lesen
28.05.2013
Fuse
31.05.2013
Sacrilegium
31.05.2013
GRID 2
01.06.2013
MotoGP 13
07.06.2013
Remember Me
14.06.2013
The Last of Us
28.06.2013
Time and Eternity