In
vielen First- oder Third-Person-Shootern der letzten Jahre, rettete
man stets die Welt und stand alleine am düsteren Abgrund der
Apokalypse. Future Soldier aber verzichtet auf eine epische
Handlung und lässt euch stets das bleiben, was ihr seid – eine
Spezialeinheit der Army.
Nachdem
eine Bombe alle Mitglieder einer Ghost-Spezialeinheit getötet hat,
verfolgen wir mit unserer Truppe die Spur dieser Bombe und reisen
dabei von Südamerika über Afrika bis ins kalte Sibirien. Dabei
steht jedoch weniger die Rahmenhandlung, sondern eher das taktische
Erreichen der Missionsziele im Vordergrund – ganz so wie man es
auch von Vorgängern der Reihe gewohnt ist.
Mit
den leicht futuristischen Gadgets, die von einer Drohne bis hin zum
unsichtbaren Tarn-Anzug der Soldaten reichen, kämpfen wir uns meist
leise durch die abwechslungsreichen Karten. Diese Gadgets sind aber
nicht so futuristisch wie es klingt, denn laut Entwickler
existieren bereits Prototypen bei der US-Armee. In den
Missionen präsentiert sich Ghost Recon als
angenehmer Mix aus Schleichen und Stürmen. Dabei ist oft Teamwork
gefragt, denn ein simultanes und stilles Ausschalten von Feinden ist
oft erforderlich, um unentdeckt zu bleiben. Dieses gemeinsame
Vorgehen muss nicht mit den KI-Mitstreitern erfolgen, sondern kann
sowohl on- als auch offline mit Freunden passieren. Dies bereitet
überaus viel Spaß, denn wie kann man besser spielen als zu zweit
auf dem Sofa und mit zwei weiteren Freunden online? Wer sich jedoch
mit den KI-Kameraden durch die Story kämpft hat dabei ebenfalls
Spaß, denn sie reagieren überaus klug. Dabei gibt es aber einen
kleiner Wermutstropfen, denn man kann mit ihnen nicht ganz so
taktisch vorgehen, wie man es aus vorausgegangenen Teilen gewohnt
war.
Neben
der Kampagne kann man auch im sogenannten Guerilla-Modus Seite an
Seite mit seinen Freunden kämpfen. In diesem ergattern wir uns eine
Stellung, die wir dann gegen etliche Wellen von feindlichen Soldaten
verteidigen müssen – ein Modus mit echtem Suchtfaktor. Dabei
präsentiert sich das gesamte Spiel mit einer sehr schönen Grafik
und noch besseren Bewegungsanimationen. Die Figuren interagieren
hervorragend mit ihrer Umwelt und das von Stellung zu
Stellung-Hechten ist ein echter Hingucker.
Ein
weiteres Highlight des Spiel ist das Gunsmith-Feature. In diesem
können wir unsere Waffen für Kampagne und Multiplayer bis ins
kleinste Teil modifizieren. Wer jedoch auf dieses sehr anschauliche
und übersichtliche Bearbeiten seiner Waffen keine Lust hat, hat die
Möglichkeit auf vorgefertigte Varianten zurückzugreifen. Durch nur
einen Tastendruck begeben wir uns aus der Waffenmanufaktur direkt auf
den Schießstand, um die neueste Modifikation zu testen. Hier kommt
auch das Move-Feature zum Einsatz, mit welchem wir auf die
Pappaufsteller schießen können. Schade ist dabei, dass es nur dabei
bleibt, denn besonders die Railshooter-Passagen wären für die
Move-Steuerung bestens geeignet gewesen.
Für
die Railshooter-Passagen gibt es jedoch allgemein Abzüge in der
B-Note. Diese treten oft auf, wenn wir gegen Ende einer Mission einen
VIP (die zu rettende oder festzunehmende Person) beschützen um sie
zu einer sicheren Zone zu bringen. Dabei können wir lediglich wild
herumballern. Diese gescripteten Bewegungsabläufe kommen zwar der
Action zugute, sorgen jedoch für ein Gefühl von Kontrollentzug.
Tom Clancy's Ghost
Recon Future Soldier bietet euch jedoch nicht nur einen qualitativ
hochwertigen Singelplayer, sondern auch die Möglichkeit in taktische
Mehrspieler-Gefechte einzutauchen. Der Multiplayer des
neusten Ghost Recon-Teils
übernimmt die Stärken des Singelplayers und baut sie in einen
abwechslungsreichen Mehrspielermodus ein. In diesem könnt ihr euch
mit insgesamt 12 Spielern durch 10 Karten kämpfen. Dabei setzt das
Spiel auf eine Mischung aus taktischem Vorgehen und actionreichen
Kugelhageln. Jede
der drei Klassen ist mit verschiedenen, aus dem Singelpayer bekannten
Gadgets ausgerüstet, die genau wie Waffen und Ausrüstung mit der
Zeit freigespielt werden können. So kann sich beispielweise der
Scout nahezu unsichtbar machen und der Engineer mit seiner Drohne
spielen. Die taktischen Elemente des Mehrspielers kommen jedoch nicht
nur mithilfe der Gadgets, sondern auch durch die Interaktionen
untereinander zu Stande. So ist es möglich sich mit seinen
Squad-Kameraden zu verbinden, um durch eine Linie zu sehen, wo diese
sich befinden. Dieses Element kann zum Beispiel dabei helfen, den
Träger einer Bombe zu schützen.
Das
Gunsmith-Feature sorgt auch hier für die Möglichkeit unzählige
Variationen von Waffen zu kreieren. Dabei werden einzelne
Kugelspucker mit festgesetzten Levelaufstiegen freigespielt und
einzelne Verbesserungen können durch Level-Punkte ergattert werden.
Das voneinander unabhängige Aufsteigen der drei verschiedenen
Klassen kann dabei in der Entwicklung betrachtet werden, um zu sehen,
wann man was freischalten kann.
Das
Deckungssystem und die dadurch verbundene Interaktion mit der
Umgebung, die ebenfalls schon im Einzelspieler überzeugen konnte,
macht den Mehrspielermodus noch flüssiger und vermittelt das Gefühl,
sich auf einem wahren Kampffeld zu befinden. Dies wird dadurch
verstärkt, dass die Karten voll von Gegenständen sind, hinter die
man sich werfen kann. Die
vier Spielmodi setzen ihren Schwerpunkt eher auf Missionsziele
anstatt auf das „Kill and Die“-Prinzip. Dabei kann man zwar
taktischer vorgehen als bei den meisten anderen Multiplayern, ist
jedoch nicht daran gebunden. Dies ist auch gut so, denn für ein
taktisches Spielen braucht man nicht nur die vom Spiel gegebenen
Voraussetzungen, sondern und vor allem motivierte Mitspieler, die
nicht einfach nach vorne preschen.
FAZIT
Ghost
Recon: Future Soldier ist ein wahren Augenschmaus. Auch wenn
Taktik nicht mehr ganz so groß geschrieben wird wie in älteren
Teilen, schafft das Spiel einen guten Ausgleich zwischen Schleichen
und Kämpfen. Die Story bleibt dabei solide und bodenständig - sorgt
jedoch auch nicht für große Aha-Effekte. Ob mit guten, künstlich
Intelligenten oder fleischlichen Kameraden kämpfen wir uns mit
schöner Grafik und beeindruckenden Bewegungsanimationen durch coole
und abwechslungsreichen Karten. Dabei sorgt das Feature und die
futuristischen Gadgets für das Gefühl zu einer echten
Spezialeinheit zu gehören. Somit ist das Spiel perfekt für's Zocken
mit Freunden und macht einfach richtig Laune.Der hochwertige, actionreiche und oftmals taktische
Mehrspielermodus bringt eine echte Langzeitmotivation mit sich. Dabei präsentiert er sich mit den Selben grandiosen Elementen wie der Singelplayer und sorgt für abwechslungsreiche Gefechte. So ist der Mehrspieler genauso
hervorragend wie der Singelplayer und macht das Spiel zu einer echten
Kaufempfehlung.