Was lange währt, wird endlich gut. Nach ewiger Wartezeit kommt auch hierzulande der angesagte Rollenspielgigant „Demon‘s Souls“ heraus und nach der langen Warterei wollen wir auch gar nicht lange drum herum reden und legen sofort los.
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Was lange währt, wird endlich gut. Nach ewiger Wartezeit
kommt auch hierzulande der angesagte Rollenspielgigant „Demon‘s Souls“ heraus
und nach der langen Warterei wollen wir auch gar nicht lange drum herum reden
und legen sofort los.
Eine mächtige Dämonenhorde überrennt Boletaria und raubt den
dort Lebenden ihre Seelen. Um den aus den Tiefen des Nexus erwachten Dämonen
Paroli zu bieten, wird ein Held gerufen, der dem Ganzen ein Ende bereiten soll.
Dieser Held, wie konnte es anders sein, sind wir und wird in
Charaktererstellungsmanier ins Leben gerufen. Dabei gibt es eine Vielzahl von
Klassen, die ausgewählt werden können und die sich im Gameplay merklich
voneinander unterscheiden. Das Aussehen des Helden kann natürlich auch nach
Geschmack verändert werden, bis es zum ersten Mal auf das Schlachtfeld geht, wo
wir direkt unser Handwerk verrichten.
Dabei kann sich „Demon‘s Souls“ richtig sehen lassen, denn
Animationen und Umgebung sehen schick aus. Die düstere Stimmung wird richtig
gut inszeniert, wird dabei aber leider manchmal durch Ruckler getrübt. Das
Ganze wird dann noch durch guten Sound untermalt, welcher leider viel zu selten
Eintritt. Dennoch hat man gleich das Gefühl, mitten im Dreck des Bösen zu sein,
und das Bedürfnis, dort richtig aufzuräumen. Doch das Aufräumen gestaltet sich
nicht so einfach, wie in anderen Spielen, denn wer zu hastig ans Werk geht,
darf schon schnell von vorn anfangen. Das heißt zum einem, dass das Spiel
verdammt schwer ist und absolut nichts für Genre-Anfänger. Hier kommen alle auf
ihre Kosten, die schon immer beinharte Kost haben wollten, die nicht in 20
Stunden durchgespielt ist. Das kommt unter anderem auch daher, weil zum anderem
fast kein Speichersystem besteht. Das Spiel merkt sich den Spielstand erst,
wenn die Welt bzw. das Level geschafft ist. Wer zwischendurch oder beim
Bosskampf in seinem Blut baden geht, der muss komplett von vorne anfangen und
die Bereiche sind nicht gerade klein ausgefallen. Dadurch, dass der
Schwierigkeitsgrad an sich schon proppe hart ist, kann es hier schnell zu
Frustrationen kommen, weil man sich komplett neu durchs Level schlagen muss.
Alle gesammelten Gegenstände verloren, alle umgelegten Dämonen wieder erwacht.
Hier dominiert der Satz: „Du bist tot!“ oder anders gesagt „Nochmal von vorn!“.
Sollte man beim nächsten Durchgang seine eigene Lache voll
Blut übersehen haben, sind sogar alle gesammelten Seelen der zuvor
niedergemetzelten Gegner verloren. Aber nichtsdestotrotz, bleiben wir wacker,
auch wenn‘s knüppeldick kommt. Das nicht vorhandene Speichersystem unterbindet
übereifriges Drauf-Los-Gerenne und macht einem sofort klar, dass ohne Taktik
und Zeit nichts zu holen ist. Hier kommen die unterschiedlichen Klassen zum
Einsatz, die sich alle unterschiedlich spielen lassen und man gleich zu Anfang
sich die Zeit nehmen sollte, seine optimale Klasse für das Spiel zu wählen.
Wie in Rollenspielen gewohnt, wird allerhand gesammelt –
Waffen, Rüstungen, Tränke etc. und eigentlich beim nächst besten Wirt
verschachert, aber nicht so hier. Denn all das ist wertlos, einzig allein eine
Aufbewahrung im Nexus ist möglich, dieser dient quasi als Versorgungspunkt von
dem ebenso alle Welten betreten werden. Was sich als Gerümpel entpuppt, sollte
nicht eingesammelt oder zeitig aus dem Inventar entsorgt werden, denn Inventar
heißt Gewicht und Gewicht zehrt ganz schön an der Geschwindigkeit unseres
Helden.
Der Online-Modus, der gnadenlos innovativ direkt in den
Solo-Modus integriert wird, hilft dabei, den knallharten Schwierigkeitsgrad
anzugehen. Sobald die Konsole mit den Servern Kontakt gefunden hat, werden
Tipps in Form von Blutlachen im ganzen Spiel eingeblendet, welche von anderen
Spielern stammen. Diese Tipps können selbst eingegeben und sogar bewertet
werden, es lohnt also sich diese durchzulesen, denn sie warnen oft vor Fallen
oder machen einen auf versteckte Schätze aufmerksam. Das geniale daran ist,
dass wenn diese Hinweise bewertet werden – die TP des Erstellers sofort wieder
hergestellt werden. Die Blutlachen werden dazu mit den dazugehörigen Aktionen
des Spielers in Form einer Seele bereichert. Dies dient oft allein als Warnung
vor starken Feinden oder ähnlichen. Im Multiplayer gibt es außerdem auch eine
Variante wiederbelebt zu werden, in dem man anderen bei ihrem Spiel hilft,
dabei gibt es bestimmte Ziele als Phantom zu erfüllen. Hat man erfolgreich
geholfen, wird man in seiner eigenen Welt wiedererweckt. Ähnlich kann man sich
gegenseitig helfen, wenn man vor besiegbaren Dämonen wartet, bis andere Spieler
ähnlicher Stufe als Phantom ebenfalls dort sind. Mittels magischen Steinen kann
man so zusammen gegen die Dämonen antreten. Das klingt komplizierter als es ist
und macht das Ganze reizvoller.
Die Steuerung wird angenehm über die Schultertasten gespielt
und lässt kaum Verbesserungsvorschläge offen, nur die Übersicht im Inventar
geht manchmal flöten. Trotz der langen Wartezeit, hat eine Lokalisation nur mit
Untertiteln stattgefunden. Die englischen Sprecher fetzen allerdings und tragen
genauso zur Stimmung bei, wie der Rest des Spiels. In der „Black Phantom“-Edition
liegt neben dem Spiel außerdem noch ein Strategiebuch bei, welches ebenfalls in
englischer Sprache ist. Darüber hinaus ist noch ein Artbook mit Soundtrack-CD
dabei, was schöne Sammlerstücke sind.
Fazit
„Demon‘s Souls“ besticht in seiner Stimmung und Vielfalt,
ebenfalls in Sachen Taktik und Multiplayer-Innovation gibt es rein gar nichts
zu meckern. Solo-Rollenspielern, könnte das Ganze allerdings doch viel zu
schwer werden, da nur im Onlinemultiplayer entsprechende Hilfe den
Schwierigkeitsgrad angenehmer macht. Aber was echt unverschämt schwer ist, wird
niemals unfair und hier punktet das Spiel wieder. Der Sieg in „Demon’s Souls“
ist ein besonderes Spielerlebnis – welche nur erleben, die auf eine harte
Packung stehen, wer aber lieber die Beine in die Hand nimmt – sollte den Titel
umgehen. Und obwohl das Fazit unausgewogen ausfällt, bleibt es ein Fest für
Hardcorespieler und sahnt in der Wertung richtig ab.
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